An diesen Sachverhalt hier im Forum erinnere ich mich auch. Tatsächlich hat die SNB die Credit Suisse im Blick und sorgt sich um deren Kapitalausstattung (siehe Link). Ich unterstelle mal, dass in der Nationalbank der Schweiz Fachleute mit Kenntnis der Finanzmärkte am Ruder sitzen. Diese sehen also ein gewisses Risiko bei den Aktivitäten der Credit Suisse. Da man sich bei der SNB bewusst ist, dass man unter gewissen Umständen „aushelfen“ muss, um es wohlwollend zu formulieren, will man natürlich vorbereitet sein.
Daher ist dein Gedankenansatz nachvollziehbar, allerdings kann ich mir nicht diese direkte Variante vorstellen. Ich bezweifle auch, dass ein Übertrag der Aktien in einem solchen Fall überhaupt (rechtlich) ohne weiteres möglich ist. Vielmehr vermute ich, dass man bei der SNB um das hohe Ausfallrisiko im Fall Credit Suisse/AMC sowie um die Gesamtumstände weiß und aufgrund der Sachlage selbst von stark steigenden Kursen aufgrund der außer Kontrolle geratenen Short-Aktivitäten ausgeht. Die SNB bevorratet sich sich also selbst zum Schnäppchenpreis, um beim Squeeze richtig Kasse zu machen. Dieser Kursgewinn wäre dann ein schönes Polster für den Credit Suisse-Rettungsschirm. Beachtenswert bei dieser Angelegenheit ist aber die Tatsache an sich, dass die Nationalbank der Schweiz ihre Beteiligung an AMC derart aufstockt. Man würde dies definitiv nicht tun, wenn man davon ausgehen würde, dass die Aktie überbewertet oder nicht zukunftsfähig ist. Es wäre wirklich schwer zu erklären, dass die Nationalbank Geschäftsbanken rügt, aber selbst stark risikobehaftete Investments eingeht. Man scheint sich also ziemlich sicher zu sein, dass der Kurs den jetzigen Stand nicht dauerhaft unterschreiten wird und stattdessen erheblich Aufwind bekommt.
Nur meine persönliche Meinung