Zwei Jahre nach dem Börsengang soll die Aktie von Mediantis (ehemals Buecher.de) wieder vom Kurszettel der Makler verschwinden. So wünscht es zumindest die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Vorstand und Aktionärsvertreter nehmen gegenüber ZDNet Stellung.
von Martin Fiutak
Zwei Jahre nach dem Börsengang soll die Aktie von Mediantis (ehemals Buecher.de) wieder vom Kurszettel der Makler verschwinden. So wünscht es zumindest die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.
Der Verband begründet seine Initiative damit, dass die Aktiengesellschaft versucht, "unabhängig von großen Vertriebs- und Handelspartnern und ohne einen starken Konzern im Hintergrund" gegen die Konkurrenz anzugehen. Die Geschäftspotenziale des Internet seien völlig überschätzt worden, außerdem werde Mediantis "von einem wenig fähigen Management" geleitet.
Der Vorstoß der SDK ist bisher einmalig: Noch nie kam in der über vierjährigen Geschichte des Neuen Marktes die Forderung auf, ein Unternehmen komplett zu liquidieren. Das Hauptargument der Aktionärsschützer: Der Börsenwert der Firma liegt deutlich unter den Rücklagen, die die Firma noch hat. Im Klartext: Wird die Firma aufgelöst und das verbliebene Geld unter den Aktionären verteilt, erhalten diese mehr Cash als bei einem Verkauf der Aktien zum derzeitigen Kurs.
Der liegt Anfang Juni unverändert bei knapp über einem Euro, wodurch sich eine Marktkapitalisierung von 9,6 Millionen Euro ergibt. Ende März hatte die Firma noch Rücklagen von über 15 Millionen Euro. "Da der Börsenwert erheblich unter dem Cashwert der Aktie liegt, muss man schlussfolgern, dass der Markt das von Mediantis aufgebaute operative Geschäft nicht nur wertlos, sondern sogar negativ bewertet", schlussfolgert die SDK.
Der Verband wirft dem Management außerdem vor, "Aktien in erheblichem Umfang verkauft zu haben", was die Vermutung zulasse, dass "offensichtlich auch auf höchster Unternehmensebene Zweifel am Gelingen des Geschäfts bestehen".
Bei der Präsentation der Zahlen für das Jahr 2000 vor drei Monaten wollte sich der Vorstand gegenüber ZDNet zu den eigenen Aktienverkäufen nicht äußern.