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05.04.02 13:13
Liebe Aktienservice-Leserinnen und Leser,

NAH-OST-KONFLIKT ESKALIERT
Die verfeindeten Parteien sind in einer Spirale der Gewalt ge- fangen. Solange Israel die seit geraumer Zeit nach UN-Konventio- nen wiederrechtlich besetzten Gebiete nicht freigibt, werden die Selbstmordanschlaege durch die Palaestinenser nicht aufhoeren. Indes zieht jeder Selbstmordanschlag militaerische Vergeltungs- schlaege durch Israel nach sich, viele unschuldige Menschen mues- sen ihr Leben lassen.
Seit geraumer Zeit verstoesst Israel nachweislich gegen UN-Kon- ventionen und damit gegen geltendes Recht, jede groessere Palaes- tinensische Stadt ist nun besetzt. Auslaendische Beobachter wer- den durch Israel de facto nicht mehr zugelassen, die Trinkwasser- versorgung der Palaestinenser-Gebiete wurde bedrohlich einge- schraenkt, das Feuer wird nach Angaben deutscher Korrespondenten vor Ort auch auf unbewaffnete palaestinensische Zivilisten er- oeffnet.
Natuerlich sind auch die Terroranschlaege gegen israelische Zivi- listen in hoechstem Masse verwerflich, doch die Ursachen hierfuer liegen auf der Hand - gibt Israel die besetzten Gebiete frei, werden die Selbstmordanschlaege wahrscheinlich der Vergangenheit angehoeren. Neben einigen Fundamentalfaktoren traegt auch dieser Nah-Ost-Konflikt massgeblich dazu bei, dass der Oelpreis mit ueber 27 USD/Barrel ein neues 6-Monatshoch erreichte. Ein nach- haltig gestiegenes Oelpreisniveau stellt indes die Konjunkturer- holung in Frage.

MARKTSENTIMENT & BOERSENAUSBLICK

Durch den gestiegenen Oelpreis und die daraus resultierenden Ge- fahren fuer Weltwirtschaft und Inflation begeben sich die Maerkte auf Talfahrt. Die Angst vor weiterer Eskalation ist gerade bei institutionellen Investoren gross, so dass Positionen derzeit nicht mehr ueber Nacht gehalten werden. Und auch vor der Einnahme strategischer Positionen wollen Investoren erst eine Beruhigung im Nahen Osten abwarten.
Der Aktienmarkt ist derzeit stimmungsgetrieben, auch besteht zum Beginn der US-Ertragswarnungssaison wenig Kaufinteresse. Die Er- tragswarnungen vieler Softwareunternehmen stellen hierbei einen wenig erfreulichen Auftakt dar. Am Freitag werden die US-Arbeits- marktdaten erwartet - sollten diese ueber den Erwartungen liegen, koennte dies insofern den Aktienmarkt belasten, als dass sich hierdurch die Zinserhoehungswahrscheinlichkeit signifikant er- hoeht, zumal durch den Oelpreisanstieg die latente Inflationsge- fahr deutlich zunimmt.
Aufgrund der vielen externen Entwicklungen als massgebliche Ein- flussfaktoren laesst sich die Markttendenz der naechsten Tage und Wochen kaum prognostizieren. Deutliche Schwaechephasen sollten vom Langfrist-Investor weiterhin zum selektiven Positionsaufbau genutzt werden, langfristig ist der Ausblick positiv.
Herzlichst, ihre Aktienservice.de-Redaktion
2. DER OELPREIS UND DIE FOLGEN AUF DIE WELTWIRTSCHAFT __________________________________________________

Wenn der Oelpreis dauerhaft ueber 30 USD (aktuell 27 USD) steigt, wird dies jegliche Konjunkturerholungstendenzen abwuergen. Die Drohung der Oelstaaten Iran und Irak, den Oelpreis als Waffe ge- gen diejenigen zu verwenden, die Israel in ihrem Kampf gegen die militaerisch voellig unterlegenen Palaestinenser unterstuetzen, ist zwar nicht neu, erhaelt vor dem Hintergrund der Nah-Ost-Eska- lation aber eine neue Bedeutung.
Hier werden Erinnerungen an die Oelkrise der 70er Jahre wach, da- mals verhaengten die Oelstaaten ein Oelembargo gegen den Westen, der Oelpreis vervierfachte sich daraufhin und stuerzte die Welt- wirtschaft in eine tiefe Krise. Zudem steigt mit zunehmender Es- kalation im Nahen Osten auch die Gefahr neuer Terroranschlaege, was wiederum die Airlines und damit korrelierende Sektoren belas- tet, die durch den hohen Oelpreis ohnehin schon wieder in die Predouille geraten.
Kurzfristig duerfte daher noch viel Unsicherheit im Markt blei- ben, da die steigenden Energiepreise zudem inflationaere Tenden- zen befuerchten lassen, welche wiederum Zinserhoehungen implizie- ren. Sollten vor diesem Hintergrund die Zinsen erhoeht werden muessen und die Konjunkturerholung erweist sich nicht als nach- haltig (Double-Dip-Rezession), koennte dies einen erneuten Wirt- schaftseinbruch nach sich ziehen, so die Aengste vieler Markt- teilnehmer.
Dies ist auch der Grund, weshalb die zweifellos hervorragenden Makro-Daten (wie bspw. die seit geraumer Zeit deutlich ueber den Erwartungen liegenden US-Wirtschaftsindikatoren und Konjunkturda- ten) dem Aktienmarkt keinen Auftrieb verleihen koennen. Der Oel- preis weist unserer Ansicht nach derzeit eine Unsicherheits- bzw. Kriegspraemie von rund 4 USD auf. Bereinigt um diese Praemie und bei Beruecksichtigung der Korrelation zwischen Lagerbestand und Preis, zudem vorausgesetzt, dass die Kriegsangst im Nahen Osten langfristig nicht mehr derart stark wie aktuell im Vordergrund des Marktgeschehens steht, sehen wir ein fundamentales Oelpreis- mittel von knapp 24 USD.
Dieser Preis liegt deutlich hoeher als das 20-Jahres-Preismittel, das bei etwa 20 USD liegt. Aus marktpsychologischen Gruenden hal- ten wir einen Oelpreis von knapp 30 USD/Barrel fuer moeglich, da- rueber hinaus sehen wir den Oelpreis jedoch gedeckelt. Wir glau- ben nicht, dass es, wie nach dem Wunsch Iraks, zu einem Oelembar- go kommen wird. Der Konkurrenzdruck auf die OPEC, die immerhin zwei Drittel des weltweiten Oelbedarfs deckt, hat zugenommen, man denke hier an Suedamerika und insbesondere Russland. Sollte die OPEC einem Embargo zustimmen, wuerde dies die Marktanteile der OPEC nachhaltig reduzieren. Aus diesem Grund glauben wir nicht, dass es zu einem nachhaltigen Lieferungsstop, vergleichbar mit der Oelkrise in den 70ern, kommen wird.
Eine substanzielle Gefahr fuer die Weltwirtschaft geht von dem ho- hen Oelpreis erst aus, falls sich der aktuelle Preisanstieg als nachhaltig erweisen wird. Wir legen folgende Gleichung zu Grunde: Je 10 Dollar Barrel-Anstieg (im Jahresmittel) sehen wir einen BIP-Rueckgang um 0,5%. Anleger sollten sich darueber bewusst sein, dass der Markt die Ursache fuer den hohen Oelpreis vornehm- lich auf psychologische Ursachen (Kriegsangst, Nahost-Konflikt) zurueckfuehrt. Diese psychologische Praemie wird unserer Ansicht nach jedoch ueberschaetzt, da auch die fundamentalen Gruende fuer ein hohes Oelpreisniveau (US-Lagerauffuellung, konjunktureller & demografischer Nachfrageanstieg) sprechen. Vor diesem Hintergrund taxieren wir die Unsicherheitspraemie bei Oel auf lediglich 4 Dollar, was einem fundamental neuen Jahresmittel von 24 USD ent- spraeche.

5. STARBUCKS CORP - auf dem Weg zu neuen Hoechststaenden? __________________________________________________

Starbucks ist ein typisches Beispiel dafuer, dass es einem Unter- nehmen mit einer guten Geschaeftsidee bei kompetenter Umsetzung der Firmenstrategie binnen kurzer Zeit gelingen kann, den Welt- markt zu erobern. Starbucks ist Betreiber der weltgroessten und nahezu einzigen Kaffeehauskette. Aehnlich zu MCDonalds uebernimmt man ebenfalls das Einkaufs- und Logistikmanagement. Mit mittler- weile ueber 5.000 Geschaeften und Kaffeehaeusern sehen wir fuer Starbucks ein weltweites Potential fuer ueber 20.000 Geschaefte an Premium-Standorten.
Mit dem realistischen Potential behaftet, im Kaffeesektor-Einzel- handel zum unumstrittenen Marktfuehrer mit etabliertem Markenna- men zu avancieren, gehoert Starbucks derzeit zu den wenigen Wer- ten, die ungeachtet der Konjunkturbaisse eine intakte Wachstums- story aufweisen. Am Donnerstag steht die Veroeffentlichung der Quartalsergebnisse an, wir rechnen bei einem Maerz-Umsatzanstieg von 5% (VJ: 5%) mit einem Quartals-EPS von 0,10 USD (VJ: 0,08 USD), was eine recht kontinuierliche Geschaeftsentwicklung doku- mentiert.
Fuer das laufende Geschaeftsjahr erwarten wir bei einem Umsatz von 3,2 MRD USD einen Gewinn/Aktie von 0,55 USD, in 2003e erwar- ten wir 0,67 USD/Aktie bei einem Umsatz in Hoehe von 3,9 MRD USD. Der Titel ist mit einem 02e-KGV von 43 und einem entsprechenden 03e-Wert von 35 zwar nicht preiswert, aber in Anbetracht des kon- tinuierlichen Wachstums in Umsatz & Ertrag, sowie aufgrund der hervorragenden Marktposition und in Anbetracht des weltweit hohen Marktpotentials akzeptabel bewertet.
Eine kurzfristige Tradingchance offenbart sich mit Blick auf den Chart. Mit aktuell 23,49 USD verkehrt der Titel, der in juengster Zeit eine bemerkenswerte relative Staerke an den Tag legte, mitt- lerweile nur knapp unter dem Alltime-High bei 25 USD von Beginn 2001. Derzeit sehen wir im Hinblick auf die hohe relative Staerke eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Alltime-High ueberwunden werden kann, was einen neuerlichen Kursschub implizieren sollte.
Anschliessend ist jedoch mit temporaeren Gewinnmitnahmen zu rech- nen, so dass etwaige Gewinne schnell realisiert werden sollten. Der Titel kommt somit fuer kurzfristig ausgerichtete Anleger in Betracht. Das Stop-Loss sollte in Anbetracht der kurzfristigen Anlagehorizonts nicht unter 22,30 USD plaziert werden. Unser Ra- ting lautet auf "Trading Buy".

STARBUCKS CORP (NASDAQ: SBUX), WKN-DE 884437
Marktkapitalisierung: 8,9 MRD USD Umsatzmultiple 03e: 2,3 EPS 03e: 0,67 KGV 03e: 35
NASDAQ-Kurs 03.04. 23,49 USD 52-Wochen-Hoch: 24,53 USD 52-Wochen-Tief: 13,46 USD
liquideste DE-Boerse: Frankfurt letzter Kurs WPB FF 26,50 Euro
Kursziel 12 Monate. 27,50 USD empfohlenes Stop-Loss: 22,30 USD Unser Anlage-Urteil: "Speculative Buy"

OPTIONSSCHEIN-TRADING
Risikobereite Anleger koennen auch den Erwerb eines Call-Options- scheins auf SBUX erwaegen. Hierfuer halten wir folgenden CALL-Op- tionschein fuer geeignet:
WKN Emittent Basis- Faell- Brief- Omega preis igkeit kurs
728696 Lehman Broth. 25 USD 18.12.02 0,58 4,55
Der Schein besitzt eine vergleichsweise lange Restlaufzeit (bis zum Dezember 2002), einen bis dahin komfortabel uebertreffbaren Basispreis (25 USD) und einen hohen effektiven Hebel (Omega 4,5), wir halten den Schein aktuell fuer fair gepreist. Hierbei sollten sich Anleger jedoch ueber die erhoehten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bewusst sein und eine adaequate Limittechnik ver- folgen (Stop-Loss Underlying moeglichst nicht unter 22,50 USD).

Einen noch hoeheren Hebel (17) weist folgender SBUX-CALL auf:
728695 Lehman Broth. 27,5 USD 19.06.02 0,04 17,1
Aufgrund der geringen Restlaufzeit und des immensen Hebels von 17 kommt dieser hochspekulative, weit aus dem Geld liegende Schein nur fuer aggressive Anleger in Betracht, die wie im Analyseteil aufgefuehrt auf eine kurze und vehemente Chartreaktion spekulie- ren. Ein Totalverlust muss bei diesem Schein von vorneherein ein- kalkuliert werden, Gewinne muessen umgehend realisiert werden, da diese ansonsten vom Zeitwertverlust in kuerzester Zeit aufgezehrt werden. Hierbei ist auch der hohe Spread zu beachten, der die Ge- winnrealisierung erschwert.
Anleger sollten verstehen, dass der Handel mit Optionsscheinen nicht als Investition betrachtet werden darf, sondern aus- schliesslich der gezielten und aggressiven Nutzung von temporae- ren Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist ferner le- diglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.
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6. AOL TIME WARNER - erste Positionen nach Kurssturz aufbauen __________________________________________________

Die durch Fusion von AOL, dem weltgroessten Internetprovider und dem Medienunternehmen TIME WARNER entstandene AOL TIME WARNER blickt seit Ende 2000 auf eine Kursbaisse zurueck. Als AOL noch bei 94 USD notierend, kostet die Aktie jetzt noch rund 23 USD. Zweifellos war ein Kursrueckgang aufgrund der verschlechterten konjunkturellen Rahmenbedingungen gerechtfertigt, denn AOL TW er- zielt massgebliche Umsatzbeitraege durch Werbung, ein Bereich, der unter einer diffizilen Wirtschaftslage besonders leidet.
Hinzu kamen juengst einige negative Ueberraschungen, so bspw. wurde durch die schwache Kapitalmarktverfassung eine hohe Wert- berichtigung von knapp 60 MRD USD auf Beteiligungen durchge- fuehrt. Wir sind der Meinung, dass die daraufhin forcierte Ab- waertsbewegung uebertrieben war. Bei derzeit 23 USD notiert der Wert sogar weit unter den Septembertiefststaenden, die bei rund 30 USD markiert wurden.
Just auf diesem Niveau von 30 USD wurde der langfristige Auf- waertstrend (seit 1992) verlassen, was aufgrund der zwischen- zeitlichen Fusion natuerlich hinsichtlich Aussagekraft disku- tiert werden kann. In markttechnischer Hinsicht sehen wir mit Blick auf 6 Monate Kurspotential bis auf jene 30 USD. Hierfuer spricht auch die Bewertung, die nach dem erheblichen Kursrueck- gang nunmehr wieder rationale Dimensionen angenommen hat.
So rechnen wir in 2002 mit einem leichten Gewinnanstieg auf 0,95 USD je Aktie. Dies liegt 3 Cents unterhalb der Consensus- schaetzung, da wir davon ausgehen, dass die Einsparungsmassnah- men in einem Unternehmen wie AOL TW nicht ganz so schnell wie gewuenscht greifen. Ferner gehen wir davon aus, dass sich die Konjunkturerholung fuer die Werbeumsaetze realwirtschaftlich erst zum Jahresende hin deutlich bemerkbar machen wird.
Unserer Einschaetzung nach wird sich bei AOL TW erst in 2003 mit vollem konjunkturellen Rueckenwind eine merklich gesteigerte Ge- winndynamik einstellen. So rechnen wir in 2003e mit einem Gewinn- anstieg von 27% auf 1,21 USD/Aktie bei einem Umsatz von knapp 45,8 MRD USD, da sich in diesem Jahr auch die Kosteneinsparungs- massnahmen, insbesondere in Bezug auf die ehemaligen TIME WARNER- Geschaeftsbereiche, adaequat bemerkbar machen werden.
Somit hat AOL TW mit einem 03e-KGV von 19 wieder ein Bewertungs- niveau erreicht, welches langfristigen Investoren erstmals wieder seit Jahren eine interessante und fundamental zu rechtfertigende Einstiegsmoeglichkeit eroeffnet.
Langfristig darf hierbei die hervorragende Stellung des AOL-Kon- zerns gerade hinsichtlich der Breitbandtechnologien - so haben rund 80% der AOL-Access-Kundschaft die Moeglichkeit - sich per DSL einzuwaehlen, nicht vergessen werden. Zwar ist AOL in Europa in die Verlustzone gerutscht, doch mit der Einfuehrung von DSL- Flatrate-Angeboten sollte sich dies grundlegend aendern. Im Peer- Group-Vergleich ist AOL mit einer EBITDA-Multiple von deutlich unter 3 sowie mit einem 03e-KGV von 19 massgeblich unterbewertet. Unser Rating lautet auf "Buy".

AOL TIME WARNER (NYSE: AOL), WKN-DE 502251
Marktkapitalisierung: 103 MRD USD Umsatzmultiple 03e: 2,3 EPS 03e: 1,21 KGV 03e: 19
NYSE-Kurs 03.04. 23,49 USD 52-Wochen-Hoch: 58,51 USD 52-Wochen-Tief: 22,10 USD
liquideste DE-Boerse: XETRA letzter Kurs XETRA 26,50 Euro
Kursziel 12 Monate. 32,00 USD empfohlenes Stop-Loss: 20,00 USD Unser Anlage-Urteil: "Buy"

OPTIONSSCHEINE-TRADING
Risikobereite Anleger koennen auch den Erwerb eines moeglichst lang laufenden Call-Optionsscheins auf AOL TW erwaegen. Hierfuer halten wir folgende CALL-Optionscheine fuer geeignet:
WKN Emittent Basis- Faell- Brief- Omega preis igkeit kurs
642657 Soc.Generale 35 USD 18.06.04 0,86 2,72 824555 UBS WARBURG 45 USD 09.12.05 0,24 2,29
Diese Scheine besitzen eine vergleichsweise lange Restlaufzeit (bis zum Dezember Juni 2004 bzw. Dezember 2005), einen bis dahin komfortabel uebertreffbaren Basispreis (35/45 USD) und einen an- gemessenen Hebel (Omega 2,7/2,3), wir halten die aufgefuehrten Scheine aktuell fuer fair gepreist. Hierbei sollten sich Anle- ger jedoch ueber die erhoehten Risiken beim Handel mit Options- scheinen bewusst sein und eine adaequate Limittechnik verfolgen (Stop-Loss Underlying moeglichst nicht unter 20,00 USD).

Einen deutlich hoeheren Hebel (4,8) weist folgender AOL-CALL mit kuerzerer Laufzeit auf:
535416 DZ Bank 30 USD 15.01.03 0,18 4,76
Aufgrund der kuerzeren Restlaufzeit und des hoeheren Hebels kommt dieser hochspekulative, aus dem Geld liegende Schein nur fuer aggressive Anleger in Betracht, die wie im Analyseteil aufgefuehrt auf eine kurze und vehemente Aufwaertsreaktion spe- kulieren.
Anleger sollten verstehen, dass der Handel mit Optionsscheinen, der mit hohen Risiken behaftet ist, nicht als Investition be- trachtet werden darf, sondern ausschliesslich der gezielten und aggressiven Nutzung von temporaeren Marktchancen dient. Auf grund der Hebelwirkung ist ferner lediglich ein wesentlich ge- ringerer Kapitaleinsatz erforderlich.
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7 . STRATEC BIOMEDICAL - hohes Potential, Rating-Bestaetigung __________________________________________________

Am 27. Februar empfahlen wir die Aktien des SMAX-Wertes Stratec Biomedical zum Kauf. Unser Rating stellte sich auf "Aggressive Buy". Vom Zeitpunkt unserer Empfehlung bis heute konnte die Stratec-Aktie 21% zulegen. Ungeachtet dieses Kurszuwachses sehen wir weiteres Kurspotential, da der Titel zum einen in einem pros- perierenden Markt verkehrt und zum anderen eine sehr guenstige Bewertung aufweist.
In 2002e erwarten wir eine Gewinnverdoppelung auf 0,80 Euro Ge- winn je Aktie. Fuer 2003e erscheint aus heutiger Sicht ein Gewinn je Aktie von 1,29 Euro realisierbar. Somit ist der Titel im Peer- Group-Vergleich mit einem 02e(03e)-KGV von knapp 10 (6) signifi- kant unterbewertet. Auch das 03e-KUV von 0,6 und das PEG-Ratio von unter 0,1 impliziert erhebliches Kurspotential.
Das Geschaeftsmodell - Fokus auf Eigenprodukt- und Prototypent- wicklung in Verbindung mit kostensparendem Fremdvertrieb - halten wir in Anbetracht der zunehmenden Outsourcingtendenz bei Pharma- zeutik- und Diagnostik-Unternehmen fuer strategisch richtig und vor allem kosteneffizient. Dies ist auch einer der Gruende, wes- halb wir weiterhin von ueberproportionalen Gewinnzuwaechsen aus- gehen.
Stratec projektiert, entwickelt und produziert vollautomatische Systeme fuer die klinische Diagnostik und Biotechnologie. Ver- triebspartner vermarkten die Systeme weltweit als Systemloesungen gemeinsam mit ihren Reagenzien an Labors und Forschungseinrich- tungen. Eine ausfuehrliche Fundamentalbewertung kann im Aktien- Newsletter vom 27.02.2002 nachgelesen werden.
Wir bestaetigen an dieser Stelle unser "Aggressive Buy"-Rating, da wir der Meinung sind, dass das nachhaltige und langfristige Kurspotential des Titels vom Markt noch nicht in ausreichendem Masse antizipiert wurde. Mit Blick auf 4-5 Jahre sehen wir Ver- dopplungspotential. Der Titel kommt somit vornehmlich fuer stra- tegische Investoren in Betracht, die sich zwischenzeitlich hoehe- ren Kursschwankungen gegenueber unempfindlich zeigen.

STRATEC BIOMEDICAL SYSTEMS, WKN 728900
Marktkapitalisierung: 24 Mio Euro Umsatzmultiple 03e: 0,7 EPS 03e: 1,29 Euro KGV 03e: 6
Frankfurt-Kurs: 8,00 Euro 52-Wochen-Hoch: 11,50 Euro 52-Wochen-Tief: 6,48 Euro
Kursziel 12 Monate. 11,00 Euro empfohlenes Stop-Loss: 7,20 Euro Unser Anlage-Urteil: "Aggressive Buy"
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8. NORTEL NETWORKS - unbedingt Bodenbildung abwarten __________________________________________________

Die kanadische Nortel Networks ist als einer der marktfuehrenden Glasfaserhersteller und Telekom-Zulieferer ebenfalls einer der Hauptleidtragenden der anhaltenden Krise im Internetinfrastruk- tur- und Telekombereich. Hierzu trug zum einen die Konjunktur- baisse, zum anderen auch das Platzen der Technologie-Blase an den Kapitalmaerkten bei. So ermaessigte sich das Papier mit zunehmend ausladendem Geschaeftsverlust seit Ende 2000 von ueber 80 USD auf nunmehr nur noch 4,30 USD.
Ausladende Geschaeftsverluste, dauerhaftes Verfehlen der Progno- sen, offenkundig viel zu ambitionierte Managementprognosen und unzaehlige Senkungen der Analystenschaetzungen trugen ebenso zum anhaltenden Abwaertstrend der Aktie bei wie die nachhaltige Bais- se des optischen Marktes. Unserer Einschaetzung nach verdichten sich aktuell jedoch die Anzeichen, dass der optische Markt die letzte Phase des Bodenbildungsprozesses durchlaeuft. Vor diesem Hintergrund weist die Nortel-Aktie auf dem aktuell stark ermaes- sigten Niveau Kursperspektiven auf.
Bei konservativer Schaetzung erwarten wir im laufenden Jahr einen EPS-Verlust in Hoehe von 0,45 USD, fuer 2003 halten wir die Er- reichung der Gewinnzone fuer realisierbar. Der Umsatz sollte sich in 2003e mit 24,3 MRD USD Umsatz wieder in Richtung der 2000er- Ergebnisse bewegen. Mit vollem konjunkturellen Rueckenwind und den Haupteffekten der juengsten Kosteneinsparungsmassnahmen soll- te ab 2004 wieder eine deutlich hoehere Gewinndynamik verzeichnet werden koennen.
Vor diesem Hintergrund sollten sich strategische Langfristinves- toren bezueglich des Kurses der Nortel-Aktie sensibilisieren. Wir halten es fuer zu risikoreich, in den intakten Abwaertstrend hi- neinzukaufen. Wir raten daher zur Einnahme einer abwartenden Hal- tung, bis sich eine Bodenbildungsformation einstellt. Zu den Ri- siken zaehlen nach wie vor der hohe Verschuldungsgrad sowie die Unverlaesslichkeit der Managementprognosen. Unser Rating lautet auf "LT Accumulate".
Mit einer 03e-Umsatzmultiple von von rund 0,6 naehert sich die Aktie angesichts der vorherrschenden Markt- und Liquiditaetsrisi- ken einem fundamental ertraeglichen Bewertungsniveau. Die Boden- bildungsphase koennte direkt bevorstehen, da der Slow Stochas- tics-Cross-Over ein Kaufsignal generiert.

NORTEL NETWORKS (NYSE: NT), WKN-DE 929925
Marktkapitalisierung: 13,9 MRD USD Umsatzmultiple 03e: 0,6 EPS 03e: Breakeven KGV 03e: n/a
NYSE-Kurs 03.04. 4,30 USD 52-Wochen-Hoch: 18,29 USD 52-Wochen-Tief: 4,22 USD
liquideste DE-Boerse: Frankfurt letzter Kurs WPB FF 4,95 Euro
Kursziel 12 Monate. 5,50 USD empfohlenes Stop-Loss: 4,00 USD Unser Anlage-Urteil: "LT Accumulate"
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9. E.ON - technisches Potential, Stop-Buy bei 60,00 Euro __________________________________________________

Kuerzlich haben wir E.ON (WKN: 761440) aus fundamentalen Erwae- gungen langfristig zum Kauf empfohlen, nun erscheint auch die Charttechnik zunehmend interessant. So konnte der Wert in den letzten 7 Wochen einen leichten, aber definierten Aufwaertstrend entwickeln, der das Papier von 56 auf ueber 58 Euro fuehrte. Der Wert nahert sich nun dem technisch wichtigen Horizontalwider- stand bei 59,80 Euro. Auf dieser Hoehe verlief vor dem 11. Sep- tember ein Support, der sich im Anschluss an die Erholungsbewe- gung nach dem 11. September bereits zweimal als unueberwindlich- er Widerstand erwies.
Durchbricht das Papier diesen Widerstand, was bei einer Notiz von etwa 60 Euro auf Schlusskursbasis zugrundegelegt werden kann, sehen wir gute Aussichten auf weiter steigende Kurse, zu- mal E.ON als Versorger und Defensivwert von der anhaltenden Un- sicherheit an den Aktienmaerkten profitiert. Wir raten daher zur Plazierung eines Stop-Buys bei 60,00 Euro. Das Stop-Loss sollte anschliessend restriktiv bei 58 Euro plaziert werden.


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