Von Christian Watzke
Dax-Aufnahme lässt nur kurzfristigen Kursanstieg erwarten - Fairer Wert bei 20 Euro angesiedelt
Göttingen - Seit ihrer Erstausgabe im November hat sich die Postaktie in einer Spanne zwischen 22 und 24 Euro eingependelt. Die Seitwärtsbewegung dauert mittlerweile vier Monate an. In der kommenden Woche könnte damit aber Schluss sein - die Aufnahme der Aktie Gelb in den Dax 30 steht bevor.
Die Kriterien für eine außerordentliche Aufnahme in den Dax erfüllt die Deutsche Post AG bereits seit längerem. Das Unternehmen gehört sowohl beim Börsenumsatz, als auch bei der Marktkapitalisierung zu den Top 25. Experten rechnen damit, dass es schon am nächsten Montag soweit ist. Indexorientierte Käufer müssen sich dann eindecken. Experten rechnen mit kurzfristigen Kursanstiegen.
Fraglich bleibt aber, ob es die Postaktie auch über den 19. März hinaus schafft, die Anleger fundamental zu überzeugen. Die Deutsche Post AG zieht knapp 80 Prozent ihres Gewinns aus dem traditionellen Briefgeschäft. Die Gewinnmargen in diesem Geschäftsbereich sind rückläufig. "Die Rückgänge im Kerngeschäft können durch die Sparten Logistik und Finanzdienstleistung nur aufgefangen werden", erklärt Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Wettmachen könnten sie diese nicht. Er hält die Postaktie für überbewertet: "Den fairen Wert des Papiers sehe ich bei 20 Euro."
Auch die Investmentbank Credit Suisse First Boston gibt sich skeptisch. "Wir stufen die Aktie der Deutschen Post auf Halten ein", erläutert ein Analyst. Für das abgelaufene Geschäftsjahr rechnet er mit einem Ergebnis je Aktie von 1,40 Euro. Im kommenden Jahr solle der Gewinn je Aktie bei 1,30 Euro liegen. Auch Jürgen Pieper geht davon aus, dass "das Ergebniswachstum der Deutschen Post 2001 und auch 2002 nur minimal ausfallen wird". Metzler Invest legt daher Anlegern zurzeit nahe, ihre Postaktien zu verkaufen.
Große Veränderungen in der Unternehmensstrategie sind derzeit nicht abzusehen. Darauf deutet auch die von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller angekündigte Verlängerung des Briefmonopols über das Jahr 2003 hinaus hin. Der Briefsektor wird weiterhin das Kerngeschäft der Deutschen Post bleiben. Müller hatte in den vergangenen Monaten zudem mehrfach betont, dass es ab 2003 zu einer Senkung des Briefportos kommen werde. Ab dann sind die geltenden Sätze von 1,10 DM für einen Standardbrief und 1,00 DM für eine Postkarte nicht mehr zwingend vorgegeben. Zukünftige Bilanzen werden wohl weiterhin durch das wenig gewinnträchtige Briefgeschäft geschmälert werden.
Hinzu kommt, dass die EU-Wettbewerbskommission erwägt, eine Geldstrafe in zweistelliger Millionenhöhe gegen die Deutsche Post AG zu verhängen. Hintergrund: Behördenchef Mario Monti prüft bereits seit Mitte der 90er Jahre, ob die Post ihren Großkunden, wie etwa dem Versandhaus Quelle, im Paketbereich illegale Rabatte eingeräumt hat.
Dax-Aufnahme lässt nur kurzfristigen Kursanstieg erwarten - Fairer Wert bei 20 Euro angesiedelt
Göttingen - Seit ihrer Erstausgabe im November hat sich die Postaktie in einer Spanne zwischen 22 und 24 Euro eingependelt. Die Seitwärtsbewegung dauert mittlerweile vier Monate an. In der kommenden Woche könnte damit aber Schluss sein - die Aufnahme der Aktie Gelb in den Dax 30 steht bevor.
Die Kriterien für eine außerordentliche Aufnahme in den Dax erfüllt die Deutsche Post AG bereits seit längerem. Das Unternehmen gehört sowohl beim Börsenumsatz, als auch bei der Marktkapitalisierung zu den Top 25. Experten rechnen damit, dass es schon am nächsten Montag soweit ist. Indexorientierte Käufer müssen sich dann eindecken. Experten rechnen mit kurzfristigen Kursanstiegen.
Fraglich bleibt aber, ob es die Postaktie auch über den 19. März hinaus schafft, die Anleger fundamental zu überzeugen. Die Deutsche Post AG zieht knapp 80 Prozent ihres Gewinns aus dem traditionellen Briefgeschäft. Die Gewinnmargen in diesem Geschäftsbereich sind rückläufig. "Die Rückgänge im Kerngeschäft können durch die Sparten Logistik und Finanzdienstleistung nur aufgefangen werden", erklärt Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Wettmachen könnten sie diese nicht. Er hält die Postaktie für überbewertet: "Den fairen Wert des Papiers sehe ich bei 20 Euro."
Auch die Investmentbank Credit Suisse First Boston gibt sich skeptisch. "Wir stufen die Aktie der Deutschen Post auf Halten ein", erläutert ein Analyst. Für das abgelaufene Geschäftsjahr rechnet er mit einem Ergebnis je Aktie von 1,40 Euro. Im kommenden Jahr solle der Gewinn je Aktie bei 1,30 Euro liegen. Auch Jürgen Pieper geht davon aus, dass "das Ergebniswachstum der Deutschen Post 2001 und auch 2002 nur minimal ausfallen wird". Metzler Invest legt daher Anlegern zurzeit nahe, ihre Postaktien zu verkaufen.
Große Veränderungen in der Unternehmensstrategie sind derzeit nicht abzusehen. Darauf deutet auch die von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller angekündigte Verlängerung des Briefmonopols über das Jahr 2003 hinaus hin. Der Briefsektor wird weiterhin das Kerngeschäft der Deutschen Post bleiben. Müller hatte in den vergangenen Monaten zudem mehrfach betont, dass es ab 2003 zu einer Senkung des Briefportos kommen werde. Ab dann sind die geltenden Sätze von 1,10 DM für einen Standardbrief und 1,00 DM für eine Postkarte nicht mehr zwingend vorgegeben. Zukünftige Bilanzen werden wohl weiterhin durch das wenig gewinnträchtige Briefgeschäft geschmälert werden.
Hinzu kommt, dass die EU-Wettbewerbskommission erwägt, eine Geldstrafe in zweistelliger Millionenhöhe gegen die Deutsche Post AG zu verhängen. Hintergrund: Behördenchef Mario Monti prüft bereits seit Mitte der 90er Jahre, ob die Post ihren Großkunden, wie etwa dem Versandhaus Quelle, im Paketbereich illegale Rabatte eingeräumt hat.