und nimmt dafür einen Rekordverlust in Kauf. Der Noch-Chef deutet 300 Millionen Euro Verlust an.
Für ihre Sanierung nimmt die angeschlagene Fluglinie weitere knapp 100 Millionen Euro in die Hand und verbucht diese als Einmalkosten und Rückstellungen noch im vierten Quartal 2014, wie Finanzchef Ulf Hüttmeyer am Donnerstag erläuterte. Dadurch könnte der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) in diesem Jahr auf eine Größenordnung von 300 Millionen Euro steigen - so hoch wie noch nie in der Firmengeschichte. "Wir sind überzeugt, dass die eingeleiteten Maßnahmen der richtige Weg sind, um Air Berlin nachhaltig in die Gewinnzone zu führen", sagte Noch-Firmenchef Wolfgang Prock-Schauer, der seinen Posten im Februar nach knapp zwei Jahren an Ex-Thomas-Cook -Chef Stefan Pichler abgibt.
Die wegen einer übereilten Expansion in die Krise geratene Fluglinie steckt seit Jahren in der Sanierung und wird auch von ihrem Großaktionär, der arabischen Etihad Airways, mit Finanzspritzen und Sachleistungen über Wasser gehalten. Die Genehmigung einer Etihad-Anleihe über 300 Millionen Euro durch die EU und das Bundesfinanzministerium steht aber noch aus. Über ein eigenes Finanzpolster verfügt Air Berlin schon länger nicht mehr - auch in diesem Jahr werde das Eigenkapital negativ sein, sagte Finanzchef Hüttmeyer.
Sparprogramm kostet bisher 1000 stellen
Durch das 2012 gestartete Sparprogramm Turbine, dem mehr als 800 Stellen zum Opfer fielen, werden nach Hüttmeyers Angaben 175 Millionen Euro pro Jahr eingespart. Wegen des enormen Preisdrucks in der Branche kündigte Air Berlin im Sommer ein neues Sparprogramm an - weitere 200 Stellen werden gestrichen, das Streckennetz ausgedünnt, die Flotte um etwa zehn Flugzeuge reduziert. Die Maßnahmen sollen durch Einsparungen und Umsatzsteigerungen das Ebit im nächsten Jahr um etwa 200 Millionen Euro verbessern, 2016 dann um weitere 200 Millionen Euro. Weitere Kosten für den Konzernumbau sollen dann nicht mehr anfallen.
Hoffnungen setzt Deutschlands zweitgrößte Fluglinie nach der Lufthansa auf Partnerschaften mit Alitalia für Italien-Flüge, American Airlines für Transatlantik-Strecken und Etihad für Asien-Routen über Abu Dhabi. Zuletzt hatte das Luftfahrtbundesamt jedoch die Hälfte der sogenannten Codesharing-Flüge mit Etihad für ungültig erklärt und nur für den Winterflugplan einen Aufschub gewährt. Er rechne damit, dass die Partnerflüge auch im Sommerflugplan genehmigt werden, gab sich Prock-Schauer zuversichtlich.
www.focus.de/finanzen/news/...rekordverlust-zu_id_4271779.html