Die Guthaben, die den Total Debt, die in der Vergangenheit aufgenommen wurden, gegenüberstehen, bestehen in der Gegenwart ebenso weiter fort wie die Schulden.
Beide Positionen befinden sich weiterhin im System.
Insofern beeinflussen natürlich auch die total Dept den Konjunkturverlauf oder besser gesagt, könnten dies zumindest.
Das Geld, das diesen Schulden entspricht, ist irgendwo in irgendjemandes Händen und sucht nach einer sinnvollen Investition.
Alles richtig. Es ging mir nur darum zu zeigen, dass die populäre Frage 'wie können wir diesen Schuldenberg jemals wieder abtragen' rethorischer Nonsense ist, weil er die Nöte eines Privathaushaltes auf das Federal Budget überträgt. Das kausale Problem hast Du auch angesprochen, nämliche die Suche nach einer sinnvollen Investition.Diese gibt es nämlich nicht, weil zuviel an Assets = Schulden im Umlauf sind, was die Spekulationsblasen (an denen wir und alle partizipieren wollen) fundiert...
Die Geldmenge ist dabei seit den 70ern um ein Vielfaches angestiegen, als das Wachstum der Realwirtschaft (und damit natürlich auch die Schulden)
Ich glaube nicht, dass die Probleme in einer zu geringen Geldmenge begründet liegen.
Diese Entwicklung zeigt im übrigen, dass Schulden nicht notwendigerweise zu Wachstum (in der Realwirtschaft) führen.
Natürlich wäre eine Tilgung der gesamten U.S. Debts von 17 Bill far out! Nicht jedoch, die Debts langfristig auf eine Höhe von 60-70% des GDP zurückführen zu wollen.
Deinem obsessiven Staatsfokus zum Trotz erfolgt die Erzeugung von Kreditgeld massgeblich im privaten Sektor selbst und ist dabei der kausalen Kontrolle durch die NB entzogen. Kredit wird - bei hinreichender Solvenz - in dem Maße aufgelegt, wie er nachgefragt wird. Dieser Geldschöpfungsprozess ist anarchisch, in keiner Weise constrained und kennt theoretisch kein Limit. Er fundiert die zyklischen Kreditblasen des privaten Sektors, die für Boom & Bust verantwortlich zeichnen. Das Federal Deficit und damit auch die Total Debt steht zu den Zyklen des privaten Kredits in einem funktionalem Verhältnis. Der Markt selbst und nicht der Staat ist auch hier der Spiritus Rector...
Ich halte die negative Dialektiv dafür allerdings nicht als denknotwendig. Im "Ganzen" wird dort ein riesiger Verblendungszusammenhang erblickt, hinter dem sich Herrschaftsverhältnisse verstecken.
Zum einen zeugt dies m.E. entweder von einem unzureichendem Verständnis von Hegel, oder wichtige Aspekte werden dabei ganz bewußt unter den Tisch fallen gelassen. Dass solche Art von inszenierten Verblendungszusammenhängen existieren, kann man kaum ausschließen. Dies allerdings als grundlegendes Wesen des "Ganzen" zu betrachten ist letztlich eine Unterstellung, bei der die Argumentation nicht selten durch Rhetorik ersetzt wird.
Mal abgesehen davon, dass es fast unausweichliches Schicksal von Nachgeborenen ist, 'Hegel nicht ganz verstanden zu haben', ist ja bereits das Posten von Verblendungszusammenhängen und allen möglichen 'Fetischen' der beste Beweis dafür, dass die Verblendung nicht so erdrückend totalitär sein kann wie behauptet. Denn auch die Poster unterliegen derselben materiellen Reproduktion und damit derselben Notwendigkeit, ihr Bewusstsein dazu funktional zu halten, wie die graue Masse, die wie immer nichts versteht. Der Verdacht, hier an einer eitlen wie elitären Selbstreferenz zu basteln ist damit in der Welt...
Dies bringt das gesamte Dilemma einer solchen Betrachtungsweise auf den Punkt. Ein Gegenbeweis steht kaum offen. Wobei man dann den Bogen zu Karl Poppers Wissenschaftstheorie schlagen und sich fragen könnte, wie man in den Sozialwissenschaften eine Behauptung einordnen soll, die sich aufgrund seiner Struktur weder allgemeingültig beweisen noch im Einzelfall falsifizieren lässt?
Poppers Verdienst ist es, empirische Evidenz als Maßstab für die Gültigkeit einer Aussage einzufordern und damit den Pluralismus blosser, unverbindlicher Meinungen zu diskreditieren. Als Positivist bleibt er dabei der Ebene der Erscheinungen verhaftet, was einerseits den Blick auf zugrundeliegende Kausalitäten erschwert und andererseits ein manipulatives Potential eröffnet (der schwarz angemalte Schwan). Er weiss darum und formuliert deshalb als letzte Ebene von Gültigkeit die Konvention (gültig ist, was als gültig anerkannt wird) - ohne allerdings die Revisionsoption damit preiszugeben...
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