Afghanistan-Konferenz ab Montag in Berlin


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Afghanistan-Konferenz ab Montag in Berlin

 
20.11.01 19:38
New York/Kabul, 20. Nov (Reuters) - Die UNO-Konferenz zur politischen Zukunft Afghanistans nach dem Sturz der Taliban beginnt am Montag in Berlin. Dies bestätigte Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Gesprächen mit US-Außenminister Colin Powell am Dienstag in Washington. Nach Angaben des deutschen UNO-Botschafters Hanns Heinrich Schumacher findet die Konferenz im Gebäude des Bundesaußenministeriums statt. Der UNO-Gesandte für Afghanistan, Francesc Vendrell, sagte, an dem Treffen sollten Vertreter aller großen Fraktionen und Volksgruppen teilnehmen, nicht jedoch die Taliban. Die USA haben unterdessen nach Angaben aus Kreisen des Verteidigungsministeriums weitere Elitesoldaten in die Region um Afghanistan entsandt. Fischer sagte, der UNO-Beauftragte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, habe ihn darüber informiert, dass sich die UNO für Berlin als Konferenzort entschieden habe. "Das Treffen wird im neugebauten Konferenzflügel des Außenministeriums im Herzen Berlins stattfinden", sagte UNO-Boschafter Schumacher Reuters in New York. Der Ort biete die größte Möglichkeit für abgeschirmte Gespräche. Neben Berlin war auch Bonn im Gespräch gewesen. Vendrell sagte in Kabul, bei der Konferenz handele es sich um ein erstes Treffen, bei dem keine neue Regierung gebildet werden solle. An der Konferenz sollten auch Vertreter der größten Gruppe, der Paschtunen, teilnehmen, auf die sich bislang die Taliban gestützt hatten. Vendrell erklärte zudem, die UNO hoffe, dass der ehemalige König Sahir Schah eine integrative Rolle bei der Bildung einer künftigen Regierung einnehmen werde. Ein Sprecher des 87-jährigen Ex-Monarchen sagte in Rom, dieser wolle eine Delegation nach Deutschland entsenden. Der UNO-Sicherheitsrat hat sich für eine zweijährige Übergangsregierung ausgesprochen, in der alle Volksgruppen vertreten sind. Vendrell sagte dem US-Sender CNN, in der Übergangszeit solle eine neue Verfassung entworfen und Wahlen vorbereitet werden. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, sagte in Kabul, die Allianz bereite die Entsendung einer Delegation zu der Konferenz vor. Die Allianz hat erklärt, sie stimme einer breiten Regierung zu. In der Allianz sind vor allem Usbeken, Tadschiken und Hasara vertreten. Die radikal-islamischen Taliban haben ihre Macht in Afghanistan weitgehend verloren. Die USA hatten mit massiven Luftangriffen auf Stellungen der Taliban den Boden für den Vormarsch der Nordallianz bereitet. Die USA hatten am 7. Oktober mit Angriffen auf Ziele der Taliban und der El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden begonnen. Die USA machen Bin Laden und El Kaida für die Anschläge am 11. September in New York und Washington verantwortlich, bei denen rund 4600 Menschen getötet wurden. Aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums verlautete, die Zahl der Marine-Infanteristen auf zwei Schiffen in der Region um Afghanistan sei auf bis zu 1600 verdoppelt worden. Die Zeitung "USA Today" hatte berichtet, die Elitesoldaten könnten noch in dieser Woche für die Suche nach Bin Laden in Afghanistan eingesetzt werden. Sie könnten die rund 500 US-Elitesoldaten verstärken, die bereits in Afghanistan nach Bin Laden und Mitgliedern seiner El-Kaida-Organisation fahnden. Die US-Luftwaffe setzte ihre Bombenangriffe fort. Im Norden Afghanistans bot die Nordallianz den in Kundus eingekesselten Taliban-Kämpfern Verhandlungen über eine Amnestie an. Einer ihrer Generäle, Abdul Raschid Dostum, sagte, die Amnestie werde aber nicht für ausländische Söldner in der Stadt gelten. In Kundus sollen sich über 10.000 Kämpfer der Taliban und der El Kaida aufhalten. Die Stadt ist seit Tagen eingekesselt. Sie war von der Nordallianz mit schwerem Artilleriefeuer belegt und von US-Kampfflugzeugen heftig bombardiert worden. Die USA wollen nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nicht zulassen, dass Kämpfer der El Kaida Afghanistan verlassen. US-Außenminister Powell versicherte, dass die USA den Aufbau Afghanistans unterstützen wollten. Zur Eröffnung einer Konferenz von 21 Staaten zum wirtschaftlichen Aufbau Afghanistans in Washington sagte Powell, nicht nur die USA, sondern die gesamte internationale Gemeinschaft habe in Afghanistan eine "enorme Verpflichtung". Das Land dürfe nicht im Stich gelassen werden, wie dies in der Vergangenheit geschehen sei. kae/bob

Quelle: REUTERS
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Stox Dude:

Dachte das Treffen sollte in Bagdad stattfinden. o.T.

 
20.11.01 19:48
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Happy End:

Stimmt, das wäre auch ´ne interessante

 
20.11.01 19:55
Alternative gewesen... *g*
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