wuerde auch gut in Beitrag "Die Flop AG geht an den neuen Markt" passen
blau.ariva.de/cgi-bin/f_anz.pl?a=nm&nr=44171&219
HSBC empfiehlt den Wert weit unter Emissionskurs
Von Klaus Singer und Thomas Siedler
Der 25. Juli war für die Altaktionäre und Emissions begleitenden Banken der aeco ein denkwürdiger Tag. Für
die angelockten Anleger ebenfalls, allerdings anders, als diese noch vor
kurzem gedacht haben. 14 Euro hatten mutige Erstanleger bezahlt und sahen die Aktie erst einmal um 2 Euro
steigen. Danach ging es bergab. Am letzten Donnerstag wurde mit knapp 7
Euro ein neuer Tiefpunkt markiert. Aktuell werden bei kleinsten Umsätzen 7,90 Euro bezahlt.
Darf sich eine Aktie so kurz nach der Emission schon halbieren, fragt sich der Anleger - und
sucht nach Gründen.
Nach erprobter Unsitte geschickt in Erfolgsmeldungen verpackt, schockte das Unternehmen die Anleger schon
Anfang Oktober damit, dass im dritten Quartal ein schwächeres Ergebnis
erwartet wird. Die von den Syndikats-Analysten prognostizierten Jahreszahlen bei Ergebnis und Umsatz werde man aber einhalten, bekräftigte Marketing-Vorstand James Steynor
einen Tag später. Auslieferungen in Höhe von etwa einer Million Euro hätten sich verzögert und fielen jetzt in das vierte Quartal. Kein Grund zur Pankik. Urlaubsbedingt ausgedünnte
Belegschaften bei Zulieferern hätten zu Verzögerungen geführt. Dünn ...
Beim IPO hat neben den Konsortialbanken Credit Suisse First Boston und HSBC Trinkaus & Burkhardt vor allem einer verdient: Dem niederländischen Anbieter von CD- und
DVD-Produktionsanlagen Toolex sind netto 16,5 Mio. Euro zugeflossen. Der Mitbewerber von Singulus und Steag Hamatech hat im Rahmen des Börsengangs nach vorangegangener
Kapitalerhöhung seinen Anteil an aeco von 50,17 auf 19,3 Prozent reduziert, also Kasse gemacht.
Vor wenigen Tagen, nach der "Umsatzverschiebung" meldet sich die Konsortialbank HSBC Trinkaus & Burkhardt zu Wort und hält die schon im Rahmen des IPO gesteckten Jahresziele
von 20 Mio. Euro Umsatz und 4,6 Mio. Euro EBIT für erreichbar. Die Schwäche im dritten Quartal sei vorübergehend, aeco sei, so die Unternehmenskenner, auf dem richtigen Weg.
Auch noch jetzt will die Bank noch Anleger in das Papier treiben.
Also alles in Butter bei HSBC, sollte man meinen. Nicht so ganz: Die aeco-Aktie wird bei einem Kurs von
7,90 Euro mit einem Kursziel von lediglich noch 11 Euro zum Kauf empfohlen.
Das ist bemerkenswert: Da wird eine Aktie zu 14 Euro ausgegeben. Üblicherweise rechnet man mit einem IPO-Abschlag von 25 bis 30 Prozent, so dass die Konsortialbanken von einem
fairen Wert der Aktie von etwa 18 Euro ausgegangen sein mussten. Jetzt stellt sich eine davon hin, bekräftigt die IPO-Planungen und sieht plötzlich nur noch ein Kurspotential von 11
Euro? Das schwache CD-R Umfeld kann dafür kaum herhalten. Das war zum IPO-Zeitpunkt bereits allgemein
bekannt.
Ein solch drastischer Abschlag nicht einmal drei Monate nach dem IPO spricht nicht gerade für
Research-Qualität. Oder wollte irgendwer mit dem erst im Februar zusammen
geschusterten Unternehmen nur schnell mal Kasse machen?
Hornblower Fischer, nicht im Konsortium vertreten, sieht das Risiko des Zusammenwachsens der Gesellschaften
und die hohe Abhängigkeit von Toolex. Das Urteil: Verkaufen !
14:22 16.10, Thomas Siedler
© wallstreet:online AG
blau.ariva.de/cgi-bin/f_anz.pl?a=nm&nr=44171&219
HSBC empfiehlt den Wert weit unter Emissionskurs
Von Klaus Singer und Thomas Siedler
Der 25. Juli war für die Altaktionäre und Emissions begleitenden Banken der aeco ein denkwürdiger Tag. Für
die angelockten Anleger ebenfalls, allerdings anders, als diese noch vor
kurzem gedacht haben. 14 Euro hatten mutige Erstanleger bezahlt und sahen die Aktie erst einmal um 2 Euro
steigen. Danach ging es bergab. Am letzten Donnerstag wurde mit knapp 7
Euro ein neuer Tiefpunkt markiert. Aktuell werden bei kleinsten Umsätzen 7,90 Euro bezahlt.
Darf sich eine Aktie so kurz nach der Emission schon halbieren, fragt sich der Anleger - und
sucht nach Gründen.
Nach erprobter Unsitte geschickt in Erfolgsmeldungen verpackt, schockte das Unternehmen die Anleger schon
Anfang Oktober damit, dass im dritten Quartal ein schwächeres Ergebnis
erwartet wird. Die von den Syndikats-Analysten prognostizierten Jahreszahlen bei Ergebnis und Umsatz werde man aber einhalten, bekräftigte Marketing-Vorstand James Steynor
einen Tag später. Auslieferungen in Höhe von etwa einer Million Euro hätten sich verzögert und fielen jetzt in das vierte Quartal. Kein Grund zur Pankik. Urlaubsbedingt ausgedünnte
Belegschaften bei Zulieferern hätten zu Verzögerungen geführt. Dünn ...
Beim IPO hat neben den Konsortialbanken Credit Suisse First Boston und HSBC Trinkaus & Burkhardt vor allem einer verdient: Dem niederländischen Anbieter von CD- und
DVD-Produktionsanlagen Toolex sind netto 16,5 Mio. Euro zugeflossen. Der Mitbewerber von Singulus und Steag Hamatech hat im Rahmen des Börsengangs nach vorangegangener
Kapitalerhöhung seinen Anteil an aeco von 50,17 auf 19,3 Prozent reduziert, also Kasse gemacht.
Vor wenigen Tagen, nach der "Umsatzverschiebung" meldet sich die Konsortialbank HSBC Trinkaus & Burkhardt zu Wort und hält die schon im Rahmen des IPO gesteckten Jahresziele
von 20 Mio. Euro Umsatz und 4,6 Mio. Euro EBIT für erreichbar. Die Schwäche im dritten Quartal sei vorübergehend, aeco sei, so die Unternehmenskenner, auf dem richtigen Weg.
Auch noch jetzt will die Bank noch Anleger in das Papier treiben.
Also alles in Butter bei HSBC, sollte man meinen. Nicht so ganz: Die aeco-Aktie wird bei einem Kurs von
7,90 Euro mit einem Kursziel von lediglich noch 11 Euro zum Kauf empfohlen.
Das ist bemerkenswert: Da wird eine Aktie zu 14 Euro ausgegeben. Üblicherweise rechnet man mit einem IPO-Abschlag von 25 bis 30 Prozent, so dass die Konsortialbanken von einem
fairen Wert der Aktie von etwa 18 Euro ausgegangen sein mussten. Jetzt stellt sich eine davon hin, bekräftigt die IPO-Planungen und sieht plötzlich nur noch ein Kurspotential von 11
Euro? Das schwache CD-R Umfeld kann dafür kaum herhalten. Das war zum IPO-Zeitpunkt bereits allgemein
bekannt.
Ein solch drastischer Abschlag nicht einmal drei Monate nach dem IPO spricht nicht gerade für
Research-Qualität. Oder wollte irgendwer mit dem erst im Februar zusammen
geschusterten Unternehmen nur schnell mal Kasse machen?
Hornblower Fischer, nicht im Konsortium vertreten, sieht das Risiko des Zusammenwachsens der Gesellschaften
und die hohe Abhängigkeit von Toolex. Das Urteil: Verkaufen !
14:22 16.10, Thomas Siedler
© wallstreet:online AG