Die Börsen-Zeitung hat am 10./11. September 2026 den Artikel „Datacenter-Geschäft bringt 2G Energy in Schwung“ veröffentlicht. Darin spricht Annette Becker mit CEO Pablo Hofelich und CFO Friedrich Pehle.
Kernpunkte aus dem GesprächStarker Auftragseingang: Im Q2 2026 hat sich der Auftragseingang fast versiebenfacht; im ersten Halbjahr liegt er bei mehr als einer Vervierfachung. Das Wachstum kommt vor allem vom US-Datacenter-Geschäft (Gaskraftwerke für netzunabhängige Stromversorgung von Rechenzentren). Ohne Data Center lag das Auftragswachstum im H1 aber immer noch bei über 20 %.
USA als größter Treiber: Hofelich: „In den USA haben wir momentan das mit Abstand größte Momentum.“ Hyperscaler bauen massiv KI-Rechenkapazitäten auf. Netzengpässe und lokale Vorgaben (teilweise Pflicht zur Inselversorgung) spielen 2G in die Karten. KI sei keine temporäre Erscheinung; der Strom- und Netzanschlussmangel bleibe.
Kapazitäts- und Lieferketten-Herausforderungen: Das Data-Center-Auftragsvolumen im H1 übertrifft bereits die bisherige Jahresproduktion des gesamten Konzerns. Die Aufträge werden bis Ende 2027 abgearbeitet. Limitierende Faktoren sind eigene Kapazitäten und die Lieferkette. 2G will kein reiner Data-Center-Anbieter werden, auch wenn das Segment in den nächsten Jahren einen großen Umsatzanteil haben wird.
Investitionen: Aufbau einer weiteren Montagelinie am Stammsitz in Heek (ca. 20 Mio. €, Inbetriebnahme spätestens Anfang 2028). Historisch lag das jährliche Investitionsbudget bei 8–10 Mio. €. Eine Endmontage in den USA wird derzeit nicht forciert (Kosten- und Qualitätsgründe; frühere Erfahrungen negativ; hohe Stundenlöhne).
Weitere Wachstumstreiber: Elektrifizierung der Industrie und Energiewende in Europa/Deutschland. 2G profitiert indirekt von Ausschreibungen für Reservegaskraftwerke (dezentrale Anlagen bis 100 MW bzw. auch 20 MW rechnen sich). Die erste Ausschreibung der Bundesnetzagentur war überzeichnet.
Prognose 2026: Umsatz nahe an 500 Mio. € (ca. +20 % ggü. Vorjahr), EBIT-Marge 9,5–10,5 % (nach 6,6 % im Vorjahr).
Segmentwechsel: Die Marktkapitalisierung bewegt sich um die 1-Mrd.-€-Marke (Aktie seit Jahresbeginn >50 % im Plus). Ein Wechsel vom Scale-Segment in den regulierten Markt steht perspektivisch auf der Agenda. Vorbereitungen (u. a. IFRS-Umstellung, resilientere Organisation nach ERP-Einführung) sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 auf die Zielgerade kommen.