...und der DAX bei 19.000? Heute gab´s viele Zahlen. In Japan steigt die Inflation und damit wächst der Druck auf die Notenbank die Zinsen zu erhöhen. Aber mit 2,4% liegt die Kernrate immer noch unterhalb der US-Rate. Und die Amerikaner senken bekanntlich die Zinsen. Die Japaner haben ja Jahrzehnte mit der Deflation zu kämpfen gehabt; das Risiko werden sie nicht so schnell nicht wieder nehmen. Insofern kann ich mir keine aggressiven Zinserhöhungen vorstellen.
Die französische Inflationsrate war zwar einen Schnaps höher als erwartet aber trotzdem deutlich sinkend. Die US-Zahlen lagen sogar unterhalb der Erwartungen. Die persönlichen Einkommen in den USA sind gestiegen ebenso wie der persönliche Konsum. Also weiterhin in der Summe daten, die sich die Börse wünscht. Keine Rezession, aber Inflation unter Kontrolle und damit sinkende Zinsen.
Die Börsen stehen in der Nähe der ATH´s, der DAX sogar schon drüber.
Es ist natürlich vollkommen ungewöhnlich, dass Notenbanken Zinsen in der Nähe von ATH´s senken ohne dass man eine Rezession gesehen hat. Gilt ja sogar für Europa. Man sollte nicht immer nur auf Deutschland schauen.
Mittelfristig besteht in solch einem Umfang natürlich das Risiko, dass die Inflation zurückkommt. Wir sehen heute, dass in England die Häuserpreise schon wieder um über 2% auf Jahressicht gestiegen sind. Was passiert da erst wenn die Zinsen sinken. Wahrscheinlich eine Preisinflation. Vielleicht ist bereits jetzt die Zeit gekommen Immobilienaktien anzuschauen. Wir starten den Zinszyklus auch mit niedrigen Arbeitslosenquoten. Anziehende Konjunktur aufgrund niedrigerer Zins könnte schnell den Lohndruck wieder erhöhen.
Die Frage ist wann Börsen die Risiken einpreisen werden. Die jetzt kommenden Zinssenkungen hat die Börse ja gefühlt schon seit 2 Jahren gespielt. Welch ein Vorlauf. Wird das auch so ähnlich in die andere Richtung kommen? Bis dahin haben wir wohl noch Zeit um das Pferd weiter zu reiten. Die 20.000 im DAX sind fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Was sich andeutet ist ja eine gewisse Sektorrotation und das ist auch gut so. Die Big Techs profitieren nur über die Bewertungen von sinkenden Zinsen wegen fehlender Verschuldung; beim Rest des Marktes ist es anders. Verschuldete Branchen oder auch Branchen die ihre Waren an den Endkunden per Kredit an den Mann bringen, sollten so langsam in den Fokus kommen.
Der September steht vor der Tür, saisonal der schwächste Monat. Aber Saisonalität scheint nicht zu funktionieren. Der Freitag vor Labor Day war in den letzten Jahren schwach, sieht heute nicht so aus. Und auch der erste Handelstag danach neigt zur Schwäche . Wir sehen nichts davon. Der Nasdaq ist trotz Schwäche bei KI-Aktien stabil geblieben. Dank Apple und anderer.
Im Moment ist die Börsenwelt rosarot bzw. das was man uns davon zeigt. Zu schön um wahr zu sein. Mein Portfolio bleibt also netto long. Sporadische Shorts weiterhin nur im überteuerten Growth-Bereich denkbar. Mein Apple-OS läuft noch über ein Jahr. Die Aktie wird momentan zu unrecht wie eine Megagrowth-Aktie bewertet; in den letzten Quartalen zeigte die Aktie nur negatives Wachstum.
Gestern hatte ich ja auf Birkenstock hingewiesen, aber keinen Short gefunden. Leider hat´s keiner gelesen und mir geholfen. Schade. Als ich am Nachmittag KO-Scheine gefunden habe war es zu spät. Die Ariva-Such-Maske hatte schlichtweg versagt. Manchmal fragt man sich ob man nicht zu einem anderen Anbieter wechseln sollte.
Wünsche allen ein schönes Wochenende.