Mit gestrigem Schlussstand lag der DAX bei Minus 3% in diesem Jahr, der S&P bei knapp +3%, der Nasdaq bei Minus 1%. Wenn man die Währungsbewegung einrechnet fehlt also jetzt nicht mehr viel zu den US-Indices.
Die Bewegung war auch gestern dynamisch, Shorts wurden gnadenlos ausgestoppt. Wird es so weitergehen? Klar ist immer noch ein wenig Luft nach oben, aber die Indikatoren stoßen oben an. BB oben, der Abwärtstrend wartet. Gestern wurde der Index von VW gezogen. Angebliche Einigung in den USA. Mal sehen ob man da nicht zu euphorisch ist. Und ob die europäische VW-Besitzer sich mit Null abspeisen lassen, wenn die Amerikaner 5000 USD Plus bekommen?
Die Unternehmenszahlen waren durchwachsen. Coca Cola enttäuschend. American Express besser. Heute wird´s dann richtig spannend, u.a. mit GM, Verizon, Starbucks, AMD, Biogen, Google und Microsoft. Dazu dann EZB, US-Arbeitsmarktzahlen, EU-Verbrauchervertrauen, US-Frühindikatoren. Eine Menge an Nachrichten, die verarbeitet werden müssen und auch zu einer Trendwende führen können.
Entscheidend ist natürlich ob es mehr Käufer als Verkäufer gibt. Hedgefonds sind zwar momentan Käufer, aber sie haben auch Mittelabflüsse zu verzeichnen. 15 Mrd. in Q1. Dazu kommen die Staatsfonds, die verkaufen und das wohl auch weiterhin tun müssen. Bei den Institutionellen sieht man scheinbar erste Umschichtungen in Aktien. So erkläre ich mir zumindest die Schwäche bei Staatsanleihen. Oder sie kaufen Corporates. Da hilft ja jetzt der Draghi-Put. Über Korrelationen wäre auch das hilfreich für Aktien.
Aber entscheidend war gestern wohl die Entwicklung bei Öl. Hier wird auch jeder Rückgang zum Kauf genutzt - wie bei Aktien. Ob es so weitergeht? Die Kurse stoßen nunmehr an wichtige Widerstände.
Aufgrund der überkauften Situation vieler Indices reicht m.E. der kleinste Anlass für eine Korrektur. Mit den gestiegenen Kursen steigt das Risiko, dass das Mai-Sprichwort wieder stimmt. Draghi darf z.B. heute nichts Falsches sagen. Die Umfragen in England dürfen nicht kippen, Yellen darf sich nicht äußern, dass sie eventuell doch die Zinsen erhöht. Es bleibt ein fragiles Umfeld.