”Transfers werden so gut wie immer in Raten redmachine, 14.08.26 18:32
Transfers werden so gut wie immer in Raten abgewickelt. Besonders in dieser Höhe. Dies ist richtig. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass der FC Köln dringend Liquidität benötigt, um geeigneten Ersatz zu nach Köln zu transferieren. Hier wird durch den langwierigen Transferverhandlungen für Köln nun die Zeit knapp, und die Vereine der möglichen Kandidaten, die Köln holen möchte, werden wahrscheinlich ihren Preis für den abzugebenden Spieler hoch halten. Da werden dann die 20 Millionen aus der 1. Rate nicht ausreichen (meine Meinung).
Um trotzdem ausreichende Liquidität für neue Transfer zu erhalten müsste der FC Köln eine Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten vornehmen, oder er nutzt das sogenannte Factoring von Transferforderungen. Beides ist natürlich mit Kosten (Zinszahlungen) zu Lasten des FC Köln verbunden, was wiederum die eigentliche Transfersumme reduzieren würde.
Ein Blick hinter die Kulissen: Der "Transfer-Dispo" (Factoring), den auch der BVB für sich schon des Öfteren nutzte:
Ein Blick in das Kleingedruckte des Geschäftsberichts offenbart das spannendste Werkzeug des Vereins. Im modernen Fußball werden Ablösesummen (z. B. für Jude Bellingham oder Erling Haaland) fast nie auf einmal bezahlt, sondern in Raten über mehrere Jahre gestreckt. Wenn der BVB nun in einem Jahr mit negativem (oder zu niedrigen) Free Cashflow dringend echtes Bargeld auf dem Bankkonto brauchte, nutzte er das sogenannte Factoring von Transferforderungen. Dabei verkauft der BVB die noch ausstehenden Ratenzahlungen anderer Klubs vorzeitig an Finanzinstitute. Die Bank überweist das Geld sofort, behält eine Gebühr ein und treibt die Raten später selbst beim Käuferverein ein.
Umsonst gibt es dieses sofortige Bargeld natürlich nicht: Dem BVB entstehen beim Factoring Kosten in Form von Zinsaufwendungen und Risikoabschlägen der Banken. Da diese Ratenforderungen laut Geschäftsbericht bilanziell abgezinst und zum sogenannten „beizulegenden Zeitwert“ bewertet werden müssen, tauchen die Kosten nicht als eine einzige Gesamtsumme im Bericht auf. Sie verstecken sich stattdessen im allgemeinen Zinstopf (Zinsergebnis) sowie in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und mindern so indirekt den reinen Buchgewinn aus den Spielerverkäufen.
Quellen zum Factoring
[1] Strategische Verankerung: Konzernlagebericht, Chancen- und Risikobericht (Kapitel „Risikomanagement“) – Definition des Factorings als liquiditätssichernde Gegenmaßnahme.
Gruppe 5 – Liquiditätsrisiken Geschäftsbericht 2023/2024| Seite 82
[2] Finanzmathematischer Nachweis & Summen: Konzernanhang, Erläuterungen zur Konzernbilanz (Textziffer 31: „Zeitwerte von Finanzinstrumenten“) – Forderungen zum Factoring vorgesehen
Geschäftsbericht 2023/2024| Seite 170
nur so zur Info,
bis denne vom David