30.04.2026 -
Die deutsche Wirtschaft findet nicht auf den Wachstumspfad zurück. Zuletzt musste die Bundesregierung ihre konjunkturelle Wachstumsprognose einkassieren. Wenn man bedenkt, mit welchen riesigen kreditfinanzierten Ausgaben der Staat versucht, die Wirtschaft anzukurbeln, dann lässt sich leicht ausmalen, wie es um die innere Dynamik der Wirtschaft steht.
Indes fällt auf, dass nach vielen Jahren des Verschweigens die Wahrheit sich auf manchen Politikfeldern langsam Bahn bricht. Frau van der Leyen konnte inzwischen aussprechen, dass der rasche Atomausstieg Deutschlands ein strategischer Fehler gewesen sei. Aus Angst vor weiteren Zuwächsen der Grünen und Loyalität zu Altkanzlerin Merkel waren solche Äußerungen lange Zeit undenkbar. Dabei lacht die ganze Welt seit Jahren über die deutsche Energiewende. Und nun stellt Bundeskanzler Merz erstmalig öffentlich fest, dass die staatsfinanzierte Rente angesichts der miserablen Demographie nur eine Basiskomponente der Altersvorsorge sein kann. Derweil weiß man seit Jahrzehnten, dass der vermeintliche Generationenvertrag krachend scheitern würde.
Folgt man dem Johannes-Evangelium, wo es in 8,32 heißt: „… die Wahrheit wird euch frei machen“, dann könnte man hoffen, dass nun, wo die Katze aus dem Sack ist, sofort mit wesentlichen Reformen begonnen werden könnte; soweit die Theorie. Aber der Blick auf die zaghaften Reformbemühungen der Bundesregierung bestärkt alle Skeptiker. Jeder Reformvorschlag wird sofort als unzumutbar diskreditiert und gerät selbst innerhalb der Regierung unter schweren Beschuss. Dass die Opposition nichts von Reformen hält, hängt mit ihrem Selbstverständnis als Grundsatzopposition zusammen.
Es war ein fataler Irrtum, der sich des Bundeskanzlers bemächtigt hatte. Friedrich Merz meinte zu Beginn seiner Amtszeit, das Siechtum der deutschen Wirtschaft sei vor allem ein psychologisches Problem. Mit guter Stimmungsmache in Form von Zweckoptimismus und Schönrednerei versuchte der Sauerländer zunächst, die Lethargie der Ökonomie zu durchbrechen. Ebenso gescheitert ist das Herangehen der Dauerregierungspartei SPD. Die Genossen hatten gehofft, durch enorme Schuldenmacherei den Karren wieder flott zu kriegen; vergeblich. Damit verflüchtigt sich der Wunsch, sich ohne Reformen weiter durchwursteln zu können, wie es Frau Merkel sechzehn Jahre lang vorgemacht hatte.
Eine besondere Tragik und Ironie besteht im Falle der SPD darin, dass die Partei der Industriearbeiter seit Jahren die Deindustrialisierung der deutschen Schwerindustrie mit Lust, Verve und Ahnungslosigkeit vorantreibt. Leider hat die SPD ihre historische Chance verpasst, unter der Führerschaft von Altkanzler Schröder eine moderne Volkspartei auf der Basis ökonomischer Vernunft zu werden. Heute sind die Sozialdemokraten nur noch ein Abklatsch von Grünen und Linken.
Derweil kommt die CDU aus dem Schatten ihrer Altkanzlerin nicht heraus. Die verheerenden Fehlentscheidungen von Frau Merkel in der Energie- und Migrationspolitik sind offenbar nicht mehr grundlegend zu korrigieren. Aber im Unterschied zu damals kehren sich die Vereinigten Staaten mittlerweile von Europa ab. Und die EU ist nie über den Status eines losen und überwiegend impotenten Staatenbundes herausgekommen.
In diesem trüben politischen Gesamtbild sind die Aktienmärkte der Welt die positive Ausnahmeerscheinung. Ungeachtet aller Verwerfungen haben sie zuletzt an alten Höchstkursen angeklopft. Man kann nachgerade von einer Emanzipation der Börsen von den Makroproblemen der Welt sprechen. Dementsprechend hatten die LOYS Fonds einen guten April, in welchem der LOYS Philosophie Bruns einmal mehr herausstach.
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