FRANKFURT (dpa-AFX) - Überzeugende Quartalsberichte bedeutender US-Technologiekonzerne haben deutschen Aktien am Donnerstag Auftrieb gegeben. Zugleich hemmte jedoch das angelaufene Notenbanktreffen in Jackson Hole die Kaufbereitschaft, denn es herrscht Unsicherheit über die künftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik.
Für dich zusammengefasst:
Überzeugende Quartalsberichte gab es von US-Technologiekonzernen.
Der Dax schloss mit einem Plus von 0,31 Prozent.
Nvidia sorgte für gute Stimmung mit einem starken Geschäftsbericht.
Anleger warten mehrheitlich auf die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh am Freitag. "Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass sich Warsh klar für oder gegen eine Zinserhöhung im September positionieren wird", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Der Dax beendete den Tag mit einem Plus von 0,31 Prozent auf 26.367,24 Punkte. Damit legte er zwar das dritte Mal in Folge zu, blieb aber dennoch unter seinem Hoch vom Vortag.
Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen gewann 1,31 Prozent auf 32.947,28 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,71 Prozent auf 6.424,73 Zähler nach und auch der britische und der Schweizer Leitindex verbuchten Verluste. In den USA ging es hingegen vor allem an der technologielastigen Nasdaq-Börse aufwärts.
Vor allem der Geschäftsbericht von Nvidia samt dem Ausblick der KI-Chip-Koryphäe sorgte für gute Stimmung. Zudem hatten auch die US-Softwarekonzerne Salesforce und Crowdstrike mit ihren Quartalsberichten positiv überrascht. Europaweit profitierten davon Aktien mit KI-Bezug sowie die gesamte Techbranche.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf den beeindruckenden Umsatzsprung von Nvidia, dessen Bilanz als Barometer für die gesamte KI-Branche gilt. "Nvidia ist gut doppelt so groß wie alle 40 Dax-Unternehmen zusammen. Wenn ein Unternehmen, das so groß ist, noch solche Umsatzsprünge machen kann - nächstes Jahr könnte sich der Umsatz um 70 Prozent erhöhen -, dann weiß man, dass hier etwas Großes passiert", sagte er.
Chipaktien wie Infineon (Infineon Aktie) und Suss Microtec erholten sich mit jeweils plus 3,6 Prozent, nachdem sie in den letzten Wochen und Monaten deutlich unter Druck gewesen waren. Die Software-Aktien SAP (SAP Aktie) und Nemetschek setzten sich an Spitze ihres jeweiligen Index und legten um 5,5 Prozent und um knapp 10 Prozent zu. GFT Technologies schnellten um 15 Prozent hoch. Hier dürfte eine Kooperation mit der Deutschen Bank der Haupttreiber gewesen sein.
Umstufungen von Kepler Cheuvreux bewegten Aktien aus dem deutschen Telekomsektor. Die Markttrends in Deutschland im zweiten Halbjahr dürften zwar kaum begeistern, es gebe aber attraktive Chancen, schrieb Analyst Florian Treisch. Die sieht er vor allem für United Internet (United Internet Aktie) und Ionos und stufte diese Aktien auf "Buy" hoch. Die Titel reagierten mit Zuwächsen zwischen 5 und 6 Prozent. Für die Aktie der Deutschen Telekom gab Treisch nach jüngst gutem Lauf seine Kaufempfehlung auf. Die T-Aktie verlor 2,6 Prozent und litt zusätzlich unter einem kritischen Bericht im "Handelsblatt".
Die Aktien des Industriedienstleisters Bilfinger zogen nach einem Kommentar der UBS um 5,4 Prozent an. Analyst Olivier Calvet sieht angesichts gesunkener Erwartungen nach den enttäuschenden Quartalszahlen und eines zugleich besseren Auftragseingang einen attraktiven Einstiegszeitpunkt.
Für die Anteile der im Juni in den SDax aufgestiegenen Asta Energy ging es nach Halbjahreszahlen und Bestätigung des erst kürzlich angehobenen Ausblicks um 9,6 Prozent aufwärts. Der Anbieter kupferbasierter Lösungen für die Stromerzeugung profitierte von einer starken Nachfrage aus dem Energiesektor./ck/mis
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