Aktien Frankfurt: Dax rutscht wieder unter 26.000 Punkte

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat nach der jüngsten Stabilisierung am Montag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Klaren Kursgewinnen der technologielastigen Börsen in Japan und insbesondere in Südkorea standen weiter hohe Ölpreise gegenüber. Zudem fallen wegen eines Feiertags die US-Börsen als wichtiger Impulsgeber aus.

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Gegen Mittag verlor der deutsche Leitindex 0,24 Prozent auf 25.983 Punkte. Damit rutschte er wieder unter die viel beachtete Marke von 26.000 Punkten, die er zuletzt zurückerobert hatte. Am Freitag war er bis auf 26.167 Punkte gestiegen, hatte dann jedoch vor der 21-Tage-Linie abgedreht, die als kurzfristiger Trendindikator gilt. Das anderthalb Wochen alte Rekordhoch bei 26.618 Punkten bleibt erst einmal außer Reichweite.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann am Montag hingegen 0,23 Prozent auf 32.429 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp 0,1 Prozent nach unten.

Die Lage am Ölmarkt bleibt durch die weiteren gegenseitigen Angriffe im Krieg zwischen den USA und dem Iran angespannt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde zuletzt knapp unter 97 US-Dollar gehandelt. Eine Kerngruppe aus sieben Mitgliedern des Ölförderverbands Opec+ teilte am Wochenende mit, dass sie ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anheben will.

"In einem Aufwärtsszenario, in dem sich die Angriffe auf Schiffe ausweiten und intensivieren, sehen wir Brent potenziell bei 120 Dollar", sagte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, in einem Interview mit Bloomberg TV.

Werte aus dem Artikel:
DAX 40 25.087,27 +1,13%
MDAX (Performance) 29.989,9 +1,64%

In Deutschland sorgten zudem der Wahlsieg der Rechtsaußenpartei AfD in Sachsen-Anhalt und die Signalwirkung des Debakels der CDU für die Bundesregierung für Gesprächsstoff. Wichtiger für die Anleger sind aber die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche und der US-Notenbank Fed in der nächsten Woche. Eine EZB-Zinserhöhung am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ist laut Chefvolkswirt Edgar Walk von Metzler Asset Management inzwischen weitgehend Konsens.

Zudem geht nach dem stark ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag aktuell eine Mehrheit am Markt davon aus, dass auch die Währungshüter in Washington die Zinsen in der kommenden Woche anheben werden. Wichtig für deren Entscheidung dürften indes auch die noch anstehenden US-Inflationsdaten sein.

Am deutschen Aktienmarkt waren zu Wochenbeginn Halbleitertitel gefragt. Im Kielwasser der starken Kursgewinne von Samsung und SK Hynix in Südkorea ging es für den Chiphersteller Infineon (Infineon Aktie) um 2,9 Prozent hoch. Ihn stützte zudem eine Empfehlung von Warburg Research. Beim Branchenkollegen Elmos im MDax freuten sich die Anleger über ein Kursplus von 2,6 Prozent. Die Titel der Zulieferer Suss Microtec , Aixtron , Jenoptik und Siltronic (Siltronic Aktie) zogen um bis zu 3,5 Prozent an.

Auf Kaufinteresse stießen auch die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy und des Baukonzerns Hochtief . Die beiden Unternehmen gelten wegen der hohen Nachfrage nach Rechenzentren und deren hohen Strombedarfs als indirekte Profiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz.

Beim Raumfahrtunternehmen OHB im Nebenwerte-Index SDax ging die Stabilisierung vom jüngsten Jahrestief mit plus 5,8 Prozent weiter. Am Wochenende hatte Konkurrent Isar Aerospace beim zweiten Testflug seiner Trägerrakete erfolgreich fünf Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht.

Analystenkommentare sorgten am Montag ebenfalls wieder für Bewegung. Dass die Schweizer Großbank UBS die Titel von Eon hochstufte und nun zum Kauf rät, bescherte dem Energiekonzern einen Kursanstieg von 1,6 Prozent. Für Konkurrent RWE ging es sogar um 2,3 Prozent hoch. Die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Bank of America an der MDax-Spitze um 11,2 Prozent.

Dagegen stand die zinssensible Immobilienbranche unter Druck. Für Vonovia (Vonovia Aktie) ging es um 2,4 Prozent bergab. Goldman-Analyst Jonathan Kownator strich sein Kaufvotum für die Aktien. Der Tenor auf der Branchenkonferenz sei vor dem Hintergrund steigender Zinsen vorsichtig gewesen, schrieb er. Im MDax zählten LEG , TAG Immobilien und Aroundtown zu den größten Verlierern./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---


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