26 Prozent Plus: Warum Polens Börse den DAX deklassiert
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Während der DAX 2026 kaum vorankommt, steigt der WIG20 um rund 26 Prozent. EU-Milliarden, günstige Bewertungen und eine Aufstufung locken Investoren – doch die Rallye hat einen Haken.
Für dich zusammengefasst:
Der WIG20 hat seit Jahresbeginn 26 Prozent zugelegt.
Für Polen wird 2026 ein Wirtschaftswachstum von 3,3 bis 3,8 Prozent erwartet.
Über 40 Milliarden Euro an EU-Fördergeldern fließen 2026 nach Polen.
An Polen führt 2026 an den europäischen Börsen kaum ein Weg vorbei. Der Leitindex WIG20 hat seit Jahresbeginn rund 26 Prozent zugelegt. Im gleichen Zeitraum kommt der DAX nur auf etwa drei Prozent, während sich der französische Leitindex kaum bewegt.
Ein wichtiger Treiber ist die starke Konjunktur. Für Polen wird für das Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von 3,3 bis 3,8 Prozent erwartet. Deutschland dürfte bestenfalls 1,4 Prozent erreichen. Peter Bosek, der Vorstandsvorsitzende der österreichischen Erste Group, sagte dazu dem Handelsblatt: "Polen ist das neue Deutschland." Damit ist nicht die Größe der Volkswirtschaft gemeint, sondern ihre Dynamik.
Rückenwind kommt vor allem aus Brüssel. Mehr als 40 Milliarden Euro an EU-Fördergeldern sollen 2026 nach Polen fließen und Investitionen in die Infrastruktur, die Digitalisierung und den Bau anschieben.
Auch an der Börse zeichnet sich ein weiterer Impuls ab. S&P Dow Jones wird Polen im September 2027 vom Schwellenland zum entwickelten Aktienmarkt hochstufen. Internationale Fonds können sich bereits im Vorfeld positionieren. Mateusz Kacprzak, Manager bei UniCredit, beobachtet wachsende Zuflüsse aus dem Ausland und erste Investments großer Adressen.
Trotz der Rallye sind polnische Aktien vergleichsweise günstig. Der WIG20 wird im Durchschnitt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa zwölf bewertet, der MSCI Europe hingegen mit mehr als 17.
Dieser Abschlag hat jedoch Gründe. So stellen Banken und andere Finanzwerte mehr als 40 Prozent des WIG20. Hinzu kommen Rohstoff- und Energiekonzerne wie Orlen, staatlicher Einfluss sowie das Risiko politischer Eingriffe und zusätzlicher Steuern. Auch die Indexanbieter urteilen unterschiedlich: Während FTSE Russell Polen seit 2018 als entwickelten Markt führt, stuft MSCI das Land weiterhin als Schwellenland ein.
Bleibt das Wachstum hoch und fließt weiteres Auslandskapital an die Börse, könnte sich die Rallye fortsetzen. Anleger sollten den günstigen Preis jedoch als Ausgleich für die politischen Risiken und die starke Konzentration des Index verstehen.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
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DE000NB52TF6 ,
DE000NB59NB3 ,
DE000NB635F5 ,
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