DUBLIN (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. "Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen", sagte Trump in seinem Luxusresort in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen den Iran und die vertrackte Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.
Für dich zusammengefasst:
Trump fordert Selenskyj auf, Angriffe auf Raffinerien zu stoppen.
Die ukrainischen Angriffe verursachen eine Dieselknappheit.
Die Ölverarbeitung in Russland fiel auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.
Trump behauptete stattdessen, die ukrainischen Angriffe verursachten die Dieselknappheit. "Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine", sagte er weiter. Die USA hätten mit Selenskyj bereits darüber gesprochen. "Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt."
Vor allem zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren trieb der Konflikt die Energiepreise weltweit deutlich in die Höhe. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar. Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Viele Tankstellen in Russland sind leer, andere geben Treibstoff nur noch in begrenzten Mengen aus. Autofahrer müssen lange anstehen, um überhaupt tanken zu können.
Auch Iran-Krieg wirkt sich auf Ölmarkt aus
Trumps Darstellung greift allerdings zu kurz: Aktuell wirkt sich insbesondere der Krieg zwischen den USA und dem Iran sich auf den globalen Ölmarkt aus. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine zentrale Route für den weltweiten Öltransport, erheblich beeinträchtigt. Vor dem Krieg wurde dort rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte abgewickelt. Die Unsicherheit über die Lieferungen lässt den Rohölpreis steigen und verteuert damit auch Diesel und Benzin.
Für Trump sind die hohen Spritpreise mit Blick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA ein Problem. Im Wahlkampf hatte er versprochen, die Energiepreise deutlich zu senken. Stattdessen müssen US-Amerikaner derzeit so viel für Benzin und Diesel bezahlen wie seit Jahren nicht mehr - besonders in ländlichen Regionen, die zu Trumps wichtiger Wählerschaft gehören: Am Freitag war der landesweite Durchschnittspreis für Diesel in den USA nach Angaben des Automobilverbands AAA erstmals über die Rekordmarke von 6 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter) gestiegen./alz/DP/men
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