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Arcandor Aktie

Aktie
0,006 €
+0,001 €
+20,00%
21.01.26
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
1,14 Mio. €
Streubesitz
75,48%
KGV
-
Dividende
0,71 €
Dividendenrendite
11.833,33%
Index-Zuordnung
-
Arcandor Aktie Chart

Unternehmensbeschreibung

Die Arcandor AG ist ein ehemaliger deutscher Handels- und Dienstleistungskonzern mit Schwerpunkt auf Warenhausgeschäft, Versandhandel und Touristik. Das Unternehmen befindet sich seit 2009 in der Insolvenzabwicklung und spielt heute nur noch als Fallstudie für Konzernrestrukturierung, Corporate Governance und Strukturwandel im stationären Einzelhandel eine Rolle. Für konservative Anleger ist Arcandor daher primär von historischem und analytischem Interesse, nicht als laufende Investmentmöglichkeit.

Geschäftsmodell

Arcandor fungierte als integrierter Handels- und Dienstleistungskonzern mit drei zentralen Säulen: Warenhäuser, Versandhandel und Touristik. Das operative Modell zielte auf vertikale Wertschöpfung von Beschaffung über Logistik und Filialvertrieb bis hin zu E-Commerce und Serviceprodukten. Im Kern basierte das Geschäftsmodell auf der Ausnutzung von Skaleneffekten in Einkauf, Immobiliennutzung, Markenführung und Kundenbindung. Die Konzeption war stark auf Flächenproduktivitat, Sortimentsbreite und Frequenzstandorte ausgerichtet, kombiniert mit katalogbasiertem Distanzhandel und späterem Online-Vertrieb. Im Touristiksegment setzte Arcandor über Beteiligungen auf vertikale Integration von Reisevertrieb, Reiseveranstaltung und Hotelbetrieb.

Mission und strategische Ausrichtung

Offiziell verstand sich Arcandor als moderner Konsum- und Dienstleistungskonzern, der Kunden ein umfassendes Einkaufs- und Reiseerlebnis aus einer Hand bieten wollte. Strategische Leitidee war eine Positionierung als integrierter europäischer Handels- und Tourismusanbieter mit konsumentenorientierten Marken und Servicekonzepten. Die Mission umfasste die Modernisierung des traditionellen Warenhausmodells, die Transformation des Versandhandels in Richtung Multi-Channel-Retailing sowie den Ausbau der Touristik als konjunkturstabilisierende Säule. Im Ergebnis prallte dieser Anspruch jedoch auf strukturelle Branchenveränderungen, hohe Fixkosten und eine teilweise inkonsistente Umsetzung der Transformationsstrategie.

Produkte und Dienstleistungen

Arcandor deckte mit seinen Töchtern ein breites Spektrum an Konsum- und Dienstleistungsangeboten ab. Typische Produkt- und Leistungsfelder waren:
  • Sortimentsvielfalt in Warenhäusern: Bekleidung, Hartwaren, Haushaltswaren, Elektronik, Luxus- und Premiummarken
  • Versandhandelsprodukte im Non-Food-Bereich: Mode, Heimtextilien, Möbel, Technik und Lifestyle-Artikel
  • Reise- und Touristikdienstleistungen: Pauschalreisen, Individualreisen, Hotelvertrieb, Reisevermittlung
  • Ergänzende Services: Kundenkartenprogramme, Finanzierungslösungen in Kooperation mit Banken, After-Sales-Services
Der Leistungsanspruch richtete sich auf ein breites, teils mittleres bis gehobenes Preissegment, verbunden mit Markenführung und zentralen Einkaufsstrukturen.

Geschäftsbereiche und Konzernstruktur

Historisch gliederte sich Arcandor in mehrere Business Units, die unter eigenen Marken auftraten:
  • Warenhaussegment: Betrieb großflächiger Warenhäuser, darunter bekannte deutsche Innenstadtstandorte. Dieses Segment war flächen- und immobilienintensiv und stark abhängig von Frequenzlagen.
  • Versand- und Distanzhandel: Katalog- und Online-Handel über etablierte Versandhandelsmarken. Ziel war der Ausbau von Multi-Channel-Strukturen und der schrittweise Übergang von Katalog zu E-Commerce.
  • Touristiksegment: Beteiligungen an Reiseveranstaltern und Reisevertriebsorganisationen im deutschen und europäischen Markt; hier erfolgte eine weitgehende vertikale Integration von Vertrieb bis Hotellerie.
Diese Segmente waren rechtlich und operativ weitgehend separiert, wurden aber durch zentrale Funktionen wie Einkauf, Finanzen und Konzernstrategie gebündelt.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Arcandors ursprüngliche Stärken lagen in der Kombination aus Filialnetz, Markenbekanntheit und Touristikkompetenz. Potenzielle Burggräben ergaben sich aus:
  • langjährig gewachsenen Innenstadtlagen mit hoher Kundenfrequenz
  • breiter Markenpräsenz im deutschen Konsumgüterhandel
  • Kundenbindungsprogrammen und Kundenkarten
  • integrierten Wertschöpfungsketten in Touristik und Versandhandel
Diese potenziellen Moats konnten jedoch angesichts zunehmender Online-Konkurrenz, veralteter Flächenkonzepte und hoher Fixkosten nicht in dauerhaft verteidigungsfähige Wettbewerbsvorteile überführt werden. Die strukturellen Vorteile der Standorte und Marken wurden durch Investitionsstau, fehlende digitale Exzellenz und eine späte Reaktion auf den E-Commerce-Boom weitgehend aufgezehrt.

Wettbewerbsumfeld

Arcandor agierte in hochkompetitiven Marktsegmenten:
  • Im Warenhaus- und Einzelhandelsbereich standen nationale Konkurrenten wie andere Warenhausketten, spezialisierte Fachhändler sowie später stark expandierende Filialisten im Mode- und Elektronikbereich gegenüber.
  • Im Versand- und Online-Handel konkurrierte Arcandor mit klassischen Katalogversendern und zunehmend mit reinen Online-Playern und Marktplattformen, die durch schlankere Strukturen und aggressives Pricing Vorteile erzielten.
  • In der Touristik traf das Unternehmen auf etablierte Reiseveranstalter, Online-Reisebüros und Nischenanbieter, die früher und konsequenter auf Digitalisierung und dynamische Paketierung setzten.
Die Kombination aus Preisdruck, Margenerosion, Formatverschiebung weg vom traditionellen Warenhaus und dem Aufstieg internationaler E-Commerce- und Fast-Fashion-Anbieter verschärfte den Wettbewerbsdruck dauerhaft.

Management und Strategie

Die Unternehmensführung versuchte, den Konzern durch Portfoliobereinigung, Kostenprogramme und eine Ausweitung von Service- und Markenpartnerschaften zu stabilisieren. Strategische Kernpunkte waren:
  • Modernisierung der Warenhäuser und Fokussierung auf renditestarke Flächen
  • Ausbau des Multi-Channel-Handels zwischen Filiale, Katalog und Online
  • Portfolioanpassungen, inklusive Desinvestitionen nicht-strategischer Beteiligungen
  • Stärkung der Touristik als Ertrags- und Wachstumstreiber
Rückblickend offenbarten sich Defizite in der Corporate Governance, im Risikomanagement und in der Geschwindigkeit der strategischen Neuausrichtung. Die Krise 2008/2009 traf Arcandor mit einer ohnehin angespannten Bilanzstruktur, hoher Verschuldung und signifikanten Pensions- und Immobilienlasten, was den Handlungsspielraum des Managements drastisch einengte.

Branchen- und Regionalanalyse

Arcandor war vor allem im deutschsprachigen Europa verankert, mit Fokus auf Deutschland als Kernmarkt. Die relevante Branchenlandschaft umfasste:
  • Stationärer Einzelhandel und Warenhäuser: Strukturelle Sättigung, Flächenüberangebot, hoher Investitionsbedarf in Ladenbau und Digitalisierung, gleichzeitig sinkende Flächenproduktivitat in Randlagen.
  • Versand- und Online-Handel: Übergang von Katalogvertrieb zu E-Commerce mit Plattformdominanz, Skalenvorteilen im Online-Marketing und datengetriebenen Sortimentsentscheidungen.
  • Touristik: Zunehmende Internationalisierung, Konsolidierung der Reiseveranstalter, stärkerer Direktvertrieb durch Airlines und Hoteliers sowie wachsende Bedeutung von Online-Buchungsplattformen.
In allen Kernsegmenten verschoben sich Wertschöpfung und Marge hin zu digitalen, skalierbaren Plattformmodellen. Das traditionelle, kapitalschwere Warenhauskonzept reagierte darauf nur begrenzt flexibel. Regional blieb Arcandor von der Konsum- und Konjunkturentwicklung in Zentraleuropa abhängig und war stark an die Immobilien- und Mietpreisstruktur deutscher Innenstädte gebunden.

Unternehmensgeschichte und Insolvenz

Die Wurzeln des Konzerns reichen auf große deutsche Handels- und Warenhausunternehmen des 20. Jahrhunderts zurück. Über Fusionen, Markenumbauten und strategische Neuausrichtungen entstand schrittweise ein Mischkonzern aus Warenhäusern, Versandhandel und Touristik. Im Zuge des Strukturwandels im Einzelhandel und zunehmender Wettbewerbsintensität geriet das Unternehmen jedoch in eine anhaltende Ertrags- und Liquiditätskrise. Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 fungierte als Katalysator, der bestehende Schwächen offenlegte und verschärfte. Im Juni 2009 meldete die Arcandor AG Insolvenz an, woraufhin ein mehrjähriger Prozess der Zerschlagung, Veräußerung von Sparten und Abwicklung folgte. Teile der ehemaligen Geschäftstätigkeit gingen in Nachfolgegesellschaften und Wettbewerbern auf, während die Konzernholding faktisch von der Börse verschwand und sich im Rahmen der Insolvenzverfahren in der Abwicklung befindet.

Besonderheiten aus Investorensicht

Arcandor gilt heute als prominentes Beispiel für die Risiken tradierter Warenhaus- und Versandmodelle im digitalen Strukturwandel. Für institutionelle und private Investoren liefert der Fall Erkenntnisse zu:
  • der Bedeutung solider Bilanzstrukturen in kapitalsensiblen Branchen
  • den Grenzen von Konglomeratsstrategien ohne klare, nachhaltige Wettbewerbsvorteile
  • den Implikationen hoher Fixkostenblöcke durch Immobilien, Personal und Versorgungslasten
  • den Risiken politischer und regulatorischer Abhängigkeiten im Kontext von Stützungsdiskussionen
Aus Corporate-Governance-Perspektive zeigen die Vorgänge um Arcandor zudem, wie entscheidend Transparenz, Risikokontrolle und eine frühzeitige, konsequente Anpassung des Geschäftsmodells an digitale Marktveränderungen sind.

Chancen und Risiken aus Sicht konservativer Anleger

Ein direktes Investment in die historische Arcandor AG spielt aufgrund der Insolvenz und der faktischen Abwicklung des Konzerns heute praktisch keine Rolle mehr. Für konservative Anleger stehen daher eher die Lehren aus diesem Fall im Vordergrund, die auf aktuelle und zukünftige Engagements im Handels- und Touristiksektor übertragbar sind.
  • Chancen
    1. Arcandor illustriert, wie wertvoll starke Marken, Innenstadtlagen und eine integrierte Kundenschnittstelle im Handel sein können, sofern sie rechtzeitig digital erweitert und operativ effizient aufgestellt werden.
    2. Die Nachfolgestrukturen und Wettbewerber, die ehemalige Arcandor-Assets übernommen haben, konnten teilweise operative Synergien heben und zeigen potenzielle Erfolgsfaktoren im Umgang mit ähnlichen Portfolios.
    3. Für Portfolio- und Risikomanagement liefert der Fall eine Grundlage, Bewertungsmodelle für stationäre Einzelhandelswerte, Mischkonzerne und Turnaround-Situationen zu schärfen.
  • Risiken
    1. Der Fall unterstreicht das Klumpenrisiko bei Investitionen in heterogene Handelskonglomerate ohne klaren strategischen Fokus und ohne belastbare Moats gegen Plattformwettbewerb.
    2. Er verdeutlicht die Verwundbarkeit hochverschuldeter, immobilienlastiger Strukturen gegen Konjunktur- und Liquiditätsschocks.
    3. Er macht sichtbar, dass späte Reaktionen auf Disruption durch E-Commerce und Plattformökonomie zu dauerhaften Wertvernichtungen führen können.
Konservative Anleger können die Arcandor-Historie daher vor allem als Referenzrahmen nutzen, um heutige Investmentziele im Einzelhandels- und Tourismussektor kritisch auf Bilanzqualität, strategische Positionierung, digitale Kompetenz und Governance-Strukturen zu prüfen, ohne daraus eine unmittelbare Handlungs- oder Anlageempfehlung abzuleiten.

Kursdaten

Geld/Brief -   / -  
Spread -
Schluss Vortag 0,005 €
Gehandelte Stücke 254.320
Tagesvolumen Vortag 720,65 €
Tagestief 0,0045 €
Tageshoch 0,006 €
52W-Tief 0,0035 €
52W-Hoch 0,0095 €
Jahrestief 0,004 €
Jahreshoch 0,006 €

Fundamentale Kennzahlen (2010)

Umsatz in Mio. -
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. -
Jahresüberschuss in Mio. -
Umsatz je Aktie -
Gewinn je Aktie -
Gewinnrendite -
Umsatzrendite -
Return on Investment -
Marktkapitalisierung in Mio. -
KGV (Kurs/Gewinn) -
KBV (Kurs/Buchwert) -
KUV (Kurs/Umsatz) -
Eigenkapitalrendite -
Eigenkapitalquote -

Dividenden Historie

Datum Dividende
05.05.2004 0,71 €
29.05.2003 0,71 €
12.07.2002 0,71 €
13.07.2001 0,67 €
21.07.2000 0,62 €
02.08.1999 5,62 €
17.07.1998 10,00 €
24.07.1997 10,00 €
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Prognose & Kursziel

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Übersicht Handelsplätze

Handelsplatz
Letzter
Änderung
Vortag
Zeit
Düsseldorf 0,006 € +20,00%
0,005 € 21.01.26
Hamburg 0,006 € +20,00%
0,005 € 21.01.26
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
21.01.26 0,006 1.474
20.01.26 0,005 721
19.01.26 0,005 0
16.01.26 0,0045 0
15.01.26 0,005 936
14.01.26 0,0045 0
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 0,0045 € +33,33%
1 Monat 0,0045 € +33,33%
6 Monate 0,0055 € +9,09%
1 Jahr 0,005 € +20,00%
5 Jahre 0,037 € -83,78%

Unternehmensprofil Arcandor AG

Die Arcandor AG ist ein ehemaliger deutscher Handels- und Dienstleistungskonzern mit Schwerpunkt auf Warenhausgeschäft, Versandhandel und Touristik. Das Unternehmen befindet sich seit 2009 in der Insolvenzabwicklung und spielt heute nur noch als Fallstudie für Konzernrestrukturierung, Corporate Governance und Strukturwandel im stationären Einzelhandel eine Rolle. Für konservative Anleger ist Arcandor daher primär von historischem und analytischem Interesse, nicht als laufende Investmentmöglichkeit.

Geschäftsmodell

Arcandor fungierte als integrierter Handels- und Dienstleistungskonzern mit drei zentralen Säulen: Warenhäuser, Versandhandel und Touristik. Das operative Modell zielte auf vertikale Wertschöpfung von Beschaffung über Logistik und Filialvertrieb bis hin zu E-Commerce und Serviceprodukten. Im Kern basierte das Geschäftsmodell auf der Ausnutzung von Skaleneffekten in Einkauf, Immobiliennutzung, Markenführung und Kundenbindung. Die Konzeption war stark auf Flächenproduktivitat, Sortimentsbreite und Frequenzstandorte ausgerichtet, kombiniert mit katalogbasiertem Distanzhandel und späterem Online-Vertrieb. Im Touristiksegment setzte Arcandor über Beteiligungen auf vertikale Integration von Reisevertrieb, Reiseveranstaltung und Hotelbetrieb.

Mission und strategische Ausrichtung

Offiziell verstand sich Arcandor als moderner Konsum- und Dienstleistungskonzern, der Kunden ein umfassendes Einkaufs- und Reiseerlebnis aus einer Hand bieten wollte. Strategische Leitidee war eine Positionierung als integrierter europäischer Handels- und Tourismusanbieter mit konsumentenorientierten Marken und Servicekonzepten. Die Mission umfasste die Modernisierung des traditionellen Warenhausmodells, die Transformation des Versandhandels in Richtung Multi-Channel-Retailing sowie den Ausbau der Touristik als konjunkturstabilisierende Säule. Im Ergebnis prallte dieser Anspruch jedoch auf strukturelle Branchenveränderungen, hohe Fixkosten und eine teilweise inkonsistente Umsetzung der Transformationsstrategie.

Produkte und Dienstleistungen

Arcandor deckte mit seinen Töchtern ein breites Spektrum an Konsum- und Dienstleistungsangeboten ab. Typische Produkt- und Leistungsfelder waren:
  • Sortimentsvielfalt in Warenhäusern: Bekleidung, Hartwaren, Haushaltswaren, Elektronik, Luxus- und Premiummarken
  • Versandhandelsprodukte im Non-Food-Bereich: Mode, Heimtextilien, Möbel, Technik und Lifestyle-Artikel
  • Reise- und Touristikdienstleistungen: Pauschalreisen, Individualreisen, Hotelvertrieb, Reisevermittlung
  • Ergänzende Services: Kundenkartenprogramme, Finanzierungslösungen in Kooperation mit Banken, After-Sales-Services
Der Leistungsanspruch richtete sich auf ein breites, teils mittleres bis gehobenes Preissegment, verbunden mit Markenführung und zentralen Einkaufsstrukturen.

Geschäftsbereiche und Konzernstruktur

Historisch gliederte sich Arcandor in mehrere Business Units, die unter eigenen Marken auftraten:
  • Warenhaussegment: Betrieb großflächiger Warenhäuser, darunter bekannte deutsche Innenstadtstandorte. Dieses Segment war flächen- und immobilienintensiv und stark abhängig von Frequenzlagen.
  • Versand- und Distanzhandel: Katalog- und Online-Handel über etablierte Versandhandelsmarken. Ziel war der Ausbau von Multi-Channel-Strukturen und der schrittweise Übergang von Katalog zu E-Commerce.
  • Touristiksegment: Beteiligungen an Reiseveranstaltern und Reisevertriebsorganisationen im deutschen und europäischen Markt; hier erfolgte eine weitgehende vertikale Integration von Vertrieb bis Hotellerie.
Diese Segmente waren rechtlich und operativ weitgehend separiert, wurden aber durch zentrale Funktionen wie Einkauf, Finanzen und Konzernstrategie gebündelt.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Arcandors ursprüngliche Stärken lagen in der Kombination aus Filialnetz, Markenbekanntheit und Touristikkompetenz. Potenzielle Burggräben ergaben sich aus:
  • langjährig gewachsenen Innenstadtlagen mit hoher Kundenfrequenz
  • breiter Markenpräsenz im deutschen Konsumgüterhandel
  • Kundenbindungsprogrammen und Kundenkarten
  • integrierten Wertschöpfungsketten in Touristik und Versandhandel
Diese potenziellen Moats konnten jedoch angesichts zunehmender Online-Konkurrenz, veralteter Flächenkonzepte und hoher Fixkosten nicht in dauerhaft verteidigungsfähige Wettbewerbsvorteile überführt werden. Die strukturellen Vorteile der Standorte und Marken wurden durch Investitionsstau, fehlende digitale Exzellenz und eine späte Reaktion auf den E-Commerce-Boom weitgehend aufgezehrt.

Wettbewerbsumfeld

Arcandor agierte in hochkompetitiven Marktsegmenten:
  • Im Warenhaus- und Einzelhandelsbereich standen nationale Konkurrenten wie andere Warenhausketten, spezialisierte Fachhändler sowie später stark expandierende Filialisten im Mode- und Elektronikbereich gegenüber.
  • Im Versand- und Online-Handel konkurrierte Arcandor mit klassischen Katalogversendern und zunehmend mit reinen Online-Playern und Marktplattformen, die durch schlankere Strukturen und aggressives Pricing Vorteile erzielten.
  • In der Touristik traf das Unternehmen auf etablierte Reiseveranstalter, Online-Reisebüros und Nischenanbieter, die früher und konsequenter auf Digitalisierung und dynamische Paketierung setzten.
Die Kombination aus Preisdruck, Margenerosion, Formatverschiebung weg vom traditionellen Warenhaus und dem Aufstieg internationaler E-Commerce- und Fast-Fashion-Anbieter verschärfte den Wettbewerbsdruck dauerhaft.

Management und Strategie

Die Unternehmensführung versuchte, den Konzern durch Portfoliobereinigung, Kostenprogramme und eine Ausweitung von Service- und Markenpartnerschaften zu stabilisieren. Strategische Kernpunkte waren:
  • Modernisierung der Warenhäuser und Fokussierung auf renditestarke Flächen
  • Ausbau des Multi-Channel-Handels zwischen Filiale, Katalog und Online
  • Portfolioanpassungen, inklusive Desinvestitionen nicht-strategischer Beteiligungen
  • Stärkung der Touristik als Ertrags- und Wachstumstreiber
Rückblickend offenbarten sich Defizite in der Corporate Governance, im Risikomanagement und in der Geschwindigkeit der strategischen Neuausrichtung. Die Krise 2008/2009 traf Arcandor mit einer ohnehin angespannten Bilanzstruktur, hoher Verschuldung und signifikanten Pensions- und Immobilienlasten, was den Handlungsspielraum des Managements drastisch einengte.

Branchen- und Regionalanalyse

Arcandor war vor allem im deutschsprachigen Europa verankert, mit Fokus auf Deutschland als Kernmarkt. Die relevante Branchenlandschaft umfasste:
  • Stationärer Einzelhandel und Warenhäuser: Strukturelle Sättigung, Flächenüberangebot, hoher Investitionsbedarf in Ladenbau und Digitalisierung, gleichzeitig sinkende Flächenproduktivitat in Randlagen.
  • Versand- und Online-Handel: Übergang von Katalogvertrieb zu E-Commerce mit Plattformdominanz, Skalenvorteilen im Online-Marketing und datengetriebenen Sortimentsentscheidungen.
  • Touristik: Zunehmende Internationalisierung, Konsolidierung der Reiseveranstalter, stärkerer Direktvertrieb durch Airlines und Hoteliers sowie wachsende Bedeutung von Online-Buchungsplattformen.
In allen Kernsegmenten verschoben sich Wertschöpfung und Marge hin zu digitalen, skalierbaren Plattformmodellen. Das traditionelle, kapitalschwere Warenhauskonzept reagierte darauf nur begrenzt flexibel. Regional blieb Arcandor von der Konsum- und Konjunkturentwicklung in Zentraleuropa abhängig und war stark an die Immobilien- und Mietpreisstruktur deutscher Innenstädte gebunden.

Unternehmensgeschichte und Insolvenz

Die Wurzeln des Konzerns reichen auf große deutsche Handels- und Warenhausunternehmen des 20. Jahrhunderts zurück. Über Fusionen, Markenumbauten und strategische Neuausrichtungen entstand schrittweise ein Mischkonzern aus Warenhäusern, Versandhandel und Touristik. Im Zuge des Strukturwandels im Einzelhandel und zunehmender Wettbewerbsintensität geriet das Unternehmen jedoch in eine anhaltende Ertrags- und Liquiditätskrise. Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 fungierte als Katalysator, der bestehende Schwächen offenlegte und verschärfte. Im Juni 2009 meldete die Arcandor AG Insolvenz an, woraufhin ein mehrjähriger Prozess der Zerschlagung, Veräußerung von Sparten und Abwicklung folgte. Teile der ehemaligen Geschäftstätigkeit gingen in Nachfolgegesellschaften und Wettbewerbern auf, während die Konzernholding faktisch von der Börse verschwand und sich im Rahmen der Insolvenzverfahren in der Abwicklung befindet.

Besonderheiten aus Investorensicht

Arcandor gilt heute als prominentes Beispiel für die Risiken tradierter Warenhaus- und Versandmodelle im digitalen Strukturwandel. Für institutionelle und private Investoren liefert der Fall Erkenntnisse zu:
  • der Bedeutung solider Bilanzstrukturen in kapitalsensiblen Branchen
  • den Grenzen von Konglomeratsstrategien ohne klare, nachhaltige Wettbewerbsvorteile
  • den Implikationen hoher Fixkostenblöcke durch Immobilien, Personal und Versorgungslasten
  • den Risiken politischer und regulatorischer Abhängigkeiten im Kontext von Stützungsdiskussionen
Aus Corporate-Governance-Perspektive zeigen die Vorgänge um Arcandor zudem, wie entscheidend Transparenz, Risikokontrolle und eine frühzeitige, konsequente Anpassung des Geschäftsmodells an digitale Marktveränderungen sind.

Chancen und Risiken aus Sicht konservativer Anleger

Ein direktes Investment in die historische Arcandor AG spielt aufgrund der Insolvenz und der faktischen Abwicklung des Konzerns heute praktisch keine Rolle mehr. Für konservative Anleger stehen daher eher die Lehren aus diesem Fall im Vordergrund, die auf aktuelle und zukünftige Engagements im Handels- und Touristiksektor übertragbar sind.
  • Chancen
    1. Arcandor illustriert, wie wertvoll starke Marken, Innenstadtlagen und eine integrierte Kundenschnittstelle im Handel sein können, sofern sie rechtzeitig digital erweitert und operativ effizient aufgestellt werden.
    2. Die Nachfolgestrukturen und Wettbewerber, die ehemalige Arcandor-Assets übernommen haben, konnten teilweise operative Synergien heben und zeigen potenzielle Erfolgsfaktoren im Umgang mit ähnlichen Portfolios.
    3. Für Portfolio- und Risikomanagement liefert der Fall eine Grundlage, Bewertungsmodelle für stationäre Einzelhandelswerte, Mischkonzerne und Turnaround-Situationen zu schärfen.
  • Risiken
    1. Der Fall unterstreicht das Klumpenrisiko bei Investitionen in heterogene Handelskonglomerate ohne klaren strategischen Fokus und ohne belastbare Moats gegen Plattformwettbewerb.
    2. Er verdeutlicht die Verwundbarkeit hochverschuldeter, immobilienlastiger Strukturen gegen Konjunktur- und Liquiditätsschocks.
    3. Er macht sichtbar, dass späte Reaktionen auf Disruption durch E-Commerce und Plattformökonomie zu dauerhaften Wertvernichtungen führen können.
Konservative Anleger können die Arcandor-Historie daher vor allem als Referenzrahmen nutzen, um heutige Investmentziele im Einzelhandels- und Tourismussektor kritisch auf Bilanzqualität, strategische Positionierung, digitale Kompetenz und Governance-Strukturen zu prüfen, ohne daraus eine unmittelbare Handlungs- oder Anlageempfehlung abzuleiten.
Hinweis

Stammdaten

Marktkapitalisierung 1,14 Mio. €
Aktienanzahl 253,23 Mio.
Streubesitz 75,48%
Währung EUR
Land Deutschland
Sektor Nichtzyklischer Konsum
Branche Handel mit Lebensmitteln und Basiskonsumgütern
Aktientyp Stammaktie

Community-Beiträge zu Arcandor AG

  • Community-Beiträge
  • Aktuellste Threads
Avatar des Verfassers
Horusfalke
Noch verhält sich Weltenbummler ok, Possible :-)
MFG Horus
Avatar des Verfassers
Possible
@Triloner

Ich gehe mal davon aus, dass du mich gemeint hast.

Zeigt ja wieder mal, dass sich keiner in dem Forum mit Arcandor beschäftigt hat.

Klar ist am 03. September 2010 ist der Termin beim Insolvenzgericht Essen über den Insolvenzplan. Insofern alles richtig.

Es gibt aber im Insolvenzplan eine Regelung, dass der Insolvenzverwalter bis 30. September 2010 eine Lösung braucht.

Wieder mal jemand,- der keine Ahnung hat-!

Sorry, tut mir leid, aber erst einmal informieren.

@weltenbummler: Bist auch wieder da? Must Dir doch keine Gedanken machen.

Aber bleibe bitte im Nachbar-Thread!

Wäre schön.

Danke and See You!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Avatar des Verfassers
Horusfalke
Das Post galt übrigens Fanatic
MFG Horus
Avatar des Verfassers
tagschlaefer
ajaj, atemloser aufstieg
Für jedes Paket Aktien wird man mit aufschlag geschsröpft ^^ Grüße
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Häufig gestellte Fragen zur Arcandor Aktie und zum Arcandor Kurs

Der aktuelle Kurs der Arcandor Aktie liegt bei 0,006 €.

Für 1.000€ kann man sich 166.666 Arcandor Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der Arcandor Aktie lautet ACAGF.

Die 1 Monats-Performance der Arcandor Aktie beträgt aktuell 33,33%.

Die 1 Jahres-Performance der Arcandor Aktie beträgt aktuell 20,00%.

Der Aktienkurs der Arcandor Aktie liegt aktuell bei 0,006 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von 33,33% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von Arcandor eine Wertentwicklung von -7,69% aus und über 6 Monate sind es 9,09%.

Das 52-Wochen-Hoch der Arcandor Aktie liegt bei 0,01 €.

Das 52-Wochen-Tief der Arcandor Aktie liegt bei 0,00 €.

Das Allzeithoch von Arcandor liegt bei 44,45 €.

Das Allzeittief von Arcandor liegt bei 0,00 €.

Die Volatilität der Arcandor Aktie liegt derzeit bei 133,30%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Arcandor in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 1,14 Mio. €

Am 01.10.1999 gab es einen Split im Verhältnis 1:10.

Am 01.10.1999 gab es einen Split im Verhältnis 1:10.

Arcandor hat seinen Hauptsitz in Deutschland.


Ja, Arcandor zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 05.05.2004 eine Dividende in Höhe von 0,71 € gezahlt.

Zuletzt hat Arcandor am 05.05.2004 eine Dividende in Höhe von 0,71 € gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 11.833,33%. Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Arcandor wurde am 05.05.2004 in Höhe von 0,71 € je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 11.833,33%.

Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 05.05.2004. Es wurde eine Dividende in Höhe von 0,71 € gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.