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Frankreich bestellt Italiens Botschafterin wegen Salvini ein

PARIS (dpa-AFX) - Frankreich hat die italienische Botschafterin Emanuela D'Alessandro wegen Äußerungen von Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini einbestellt. Salvini habe in den vergangenen Tagen "inakzeptable Äußerungen" getätigt, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Die Botschafterin sollte demnach am Donnerstag im Außenministerium erscheinen.

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Paris aus der Luft.
Quelle: - pixabay.com:

Sie sei daran erinnert worden, dass die Aussagen Salvinis dem Klima des Vertrauens zwischen Frankreich und Italien zuwiderlaufen, "aber auch den jüngsten bilateralen Entwicklungen, die starke Übereinstimmungen zwischen den beiden Ländern deutlich gemacht haben, insbesondere hinsichtlich der uneingeschränkten Unterstützung für die Ukraine", hieß es weiter.

Der Vorsitzende der rechten Regierungspartei hatte den französischen Präsidenten Emmanuel Macron wegen dessen Bereitschaft kritisiert, nach einer Friedensvereinbarung zwischen Kiew und Moskau Truppen in die Ukraine zu entsenden. Bei einem Termin in seiner Heimatstadt Mailand empfahl Salvini Macron mit einem dort gebräuchlichen Ausdruck, sich "an die Tram zu hängen". Dann fügte er wörtlich hinzu: "Setz dir einen Helm auf, zieh eine Weste an, schnapp dir ein Gewehr und geh in die Ukraine."

Salvini pflegt enge Kontakte zu Marine Le Pen

Italiens Rechtsregierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat trotz ihrer klaren Unterstützung für die Ukraine schon mehrfach erklärt, keine Soldaten für eine mögliche europäische Friedenstruppe bereitzustellen.

Salvini pflegt enge Kontakte zu Macrons Gegenspielerin Marine Le Pen von der Rechtspartei Rassemblement National, die dem Staatschef bei der Präsidentenwahl unterlegen war. Er hatte Macron zuvor schon mehrfach beschimpft - auch als "Schwätzer", "Kriegshetzer" und "Bombenwerfer". Neben seiner Position als Vize-Regierungschef ist er Verkehrsminister. In den Umfragen liegt seine Partei Lega mit weitem Abstand hinter Melonis Partei Fratelli d'Italia und der sozialdemokratischen Opposition.

Auch zwischen Ministerpräsidentin Meloni und Macron hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach Auseinandersetzungen gegeben. Seit einiger Zeit bemühen sich die beiden jedoch, nach außen geschlossen aufzutreten./vni/DP/mis

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