AKTIEN IM FOKUS: Anleger machen im Rohstoffsektor Kasse

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LONDON/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die scharfe Preiskorrektur bei Edel- und Industriemetallen hat zum Wochenauftakt schwer auf dem Rohstoffsektor gelastet. Der europäische Stoxx 600 Rohstoffsektor verlor 2,6 Prozent auf 731 Punkte und weitete damit die Verluste vom Freitag aus.

Der Sektorindex war Anfang Dezember über die Marke von 600 Punkten nach oben ausgebrochen, in der Spitze um ein Drittel gestiegen und hatte am Donnerstag bei knapp 800 Punkten den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht. Am Montag war er das Schlusslicht auf dem 19 Indizes umfassenden Sektortableau.

Auslöser der Verluste war die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Chef der US-Notenbank Fed durch US-Präsident Donald Trump. Das löste eine regelrechte Flucht aus risikoreichen Anlagen aus. Warsh gilt als "Inflation Hawk", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen.

Das veranlasste Investoren, sich aus zuletzt überdurchschnittlich gut gelaufenen Anlagen zurückzuziehen. Der Goldpreis etwa hatte laut Jim Reid von der Deutschen Bank am Freitag mit minus 9 Prozent den größten Tagesverlust seit 2013 hinnehmen müssen. Zuvor habe die Feinunze die stärkste acht Tage andauernde Rally seit der großen Finanzkrise 2008/2009 erlebt mit immer neuen Preisrekorden. Der Stratege sprach denn auch von "bemerkenswerten Schwankungen bei Edelmetallen", die bei Silber (Silberpreis) noch stärker waren als bei Gold (Goldkurs).

Spekulanten, die mit Kredit auf einen noch höheren Goldpreis gesetzt hatten, geraten durch den Preisverfall unter Druck und müssen Positionen verkaufen, um eine zu große Schieflage zu verhindern. Gerade Hedgefonds können daher gezwungen sein, auch Teile ihrer Anlagen wie Aktien zu veräußern. Damit setzen die Turbulenzen an den Metallmärkten auch Aktienmärkte zumindest vorübergehend unter Druck.

Werte aus dem Artikel:
ArcelorMittal Aktie 57,32 € +5,80%
Rio Tinto Aktie 84,36 € +1,83%
ThyssenKrupp Aktie 13,695 € +6,66%

An der Londoner Börse drückten die Verluste an den Metallbörsen die Papiere der zahlreichen Bergwerkskonzerne nach unten. Im Leitindex FTSE 100 lagen mit Glencore , Anglo American (Anglo American Aktie) , Antofagasta , Fresnillo und Endeavour Mining fünf Schwergewichte der Branche auf den letzten Plätzen mit Einbußen von 3,5 bis 6,5 Prozent.

Auch die Kurse der Stahlhersteller litten unter dem allgemeinen Ausverkauf. In Frankfurt verloren Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) und Salzgitter knapp 4 respektive 2 Prozent. In Paris verbilligten sich ArcelorMittal zum Wochenstart um 1,8 Prozent.

Allerdings hatte sich der Kurs etwa von Salzgitter vor der aktuellen Korrektur auch binnen weniger Monate verdoppelt./bek/ajx/mis


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