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| Geld/Brief | 55,22 € / 55,50 € |
| Spread | +0,51% |
| Schluss Vortag | 56,00 € |
| Gehandelte Stücke | 7.467 |
| Tagesvolumen Vortag | 653.019,4 € |
| Tagestief 54,74 € Tageshoch 56,18 € | |
| 52W-Tief 52,80 € 52W-Hoch 75,0417 € | |
| Jahrestief 52,80 € Jahreshoch 75,0417 € | |
| Optionsscheine | 79 | |
| Faktor-Zertifikate | 48 | |
| Knock-Outs | 38 |
| Auszahlungen/Jahr 2 |
| Gesteigert seit 3 Jahre |
| Keine Senkung seit 23 Jahre |
| Stabilität der Dividende 0,97 (max 1,00) |
| Jährlicher 5,05% (5 Jahre) Dividendenzuwachs 4,23% (10 Jahre) |
| Ausschüttungs- 130,7% (auf den Gewinn/FFO) quote 170,7% (auf den Free Cash Flow) |
| Erwartete Dividendensteigerung 73,49% |
| Datum | Dividende |
| 09.04.2026 | 1,28 £ |
| 02.02.2026 | 2,45 £ |
| 07.08.2025 | 0,88 £ |
| 10.04.2025 | 1,27 £ |
| 01.08.2024 | 0,84 £ |
| 11.04.2024 | 1,21 £ |
| 03.08.2023 | 0,80 £ |
| 06.04.2023 | 1,15 £ |
| Handelsplatz | Letzter | Änderung | Vortag | Zeit | |
|---|---|---|---|---|---|
| Düsseldorf | 55,16 € | -1,32% | 55,90 € | 16:32 | |
| Frankfurt | 55,98 € | -1,82% | 57,02 € | 09:00 | |
| Hamburg | 56,00 € | +0,61% | 55,66 € | 08:03 | |
| Hannover | 55,66 € | +0,72% | 55,26 € | 24.04.26 | |
| München | 55,16 € | -0,93% | 55,68 € | 09:15 | |
| Stuttgart | 55,24 € | -1,29% | 55,96 € | 19:03 | |
| Xetra | 55,12 € | -1,04% | 55,70 € | 17:25 | |
| L&S RT | 55,33 € | -1,62% | 56,24 € | 19:23 | |
| Nasdaq OTC Other | 63,00 $ | -9,90% | 69,92 $ | 23.04.26 | |
| Tradegate | 55,30 € | -1,25% | 56,00 € | 17:52 | |
| Quotrix | 55,26 € | -1,22% | 55,94 € | 13:35 | |
| Gettex | 55,32 € | -1,04% | 55,90 € | 19:18 | |
| Datum | Kurs | Volumen |
|---|---|---|
| 27.04.26 | 54,86 | 233 T |
| 24.04.26 | 56,00 | 0,65 M |
| 23.04.26 | 54,74 | 303 T |
| 22.04.26 | 54,62 | 1,92 M |
| 21.04.26 | 57,16 | 354 T |
| 20.04.26 | 58,76 | 321 T |
| Zeitraum | Kurs | % |
|---|---|---|
| 1 Woche | 58,76 € | -6,64% |
| 1 Monat | 59,28 € | -7,46% |
| 6 Monate | 70,0208 € | -21,65% |
| 1 Jahr | 56,6458 € | -3,15% |
| 5 Jahre | 80,3125 € | -31,69% |
| Aktientyp | Stammaktie |
Reckitt Benckiser Group plc – Einschätzung der Aktie zum 26.04.2026
Reckitt Benckiser Group plc, heute meist nur noch „Reckitt“, ist ein britischer Konsumgüterkonzern mit Sitz in Slough. Die Aktie wird in London unter dem Kürzel RKT gehandelt. Die aktuelle ISIN der in London gehandelten Stammaktie lautet GB00BSZBP530, die WKN A420TB. Wichtig: Bei manchen Datenanbietern taucht noch die ältere ISIN GB00B24CGK77 beziehungsweise WKN A0M1W6 auf. Der Grund ist die im Februar 2026 durchgeführte Aktienkonsolidierung im Verhältnis 24 neue Aktien für 25 alte Aktien nach der Sonderdividende aus dem Essential-Home-Verkauf. Für die aktuelle Betrachtung ist daher GB00BSZBP530 maßgeblich. Die London Stock Exchange führt diese ISIN für RKT; die WKN A420TB wird von Finanzdatenanbietern nach der Umstellung ausgewiesen. (londonstockexchange.com)
Reckitt ist kein klassischer Lebensmittel- oder Kosmetikkonzern, sondern ein fokussierter Anbieter von Gesundheits-, Hygiene- und Haushaltsmarken. Das Unternehmen selbst beschreibt sein Kerngeschäft inzwischen als „Core Reckitt“ mit elf sogenannten Powerbrands. Dazu gehören unter anderem Dettol, Lysol, Durex, Finish, Vanish, Strepsils, Mucinex, Gaviscon, Nurofen, Harpic und Veet. Operativ ist das Kerngeschäft in vier Hauptkategorien gegliedert: Self Care, Germ Protection, Household Care und Intimate Wellness. Daneben gibt es noch Mead Johnson Nutrition, also das Säuglings- und Kindernahrungsgeschäft mit Marken wie Enfamil, das aber strategisch und rechtlich ein Sonderfall ist. (eu-assets.contentstack.com)
Die strategische Richtung ist klar: Reckitt will schlanker, fokussierter und stärker auf Gesundheit und Hygiene ausgerichtet werden. Die frühere breitere Haushaltschemie- und Homecare-Struktur wurde reduziert. Das Essential-Home-Geschäft wurde Ende 2025 veräußert; daraus resultierten eine Sonderdividende und die erwähnte Aktienkonsolidierung. Das ist grundsätzlich positiv, weil Reckitt damit Kapital freisetzt und die Komplexität reduziert. Es bedeutet aber auch, dass die künftige Investmentstory stärker an wenigen großen Marken und Regionen hängt. Ein diversifizierter Mischkonzern ist Reckitt immer weniger; ein fokussierter Marken- und Gesundheitshygiene-Konzern immer mehr. (eu-assets.contentstack.com)
Die Zahlen für 2025 waren auf den ersten Blick ordentlich. Der Konzern erzielte einen Nettoumsatz von 14,205 Mrd. Pfund, was auf IFRS-Basis nur einem Wachstum von 0,3 % entsprach. Wichtiger ist aber das bereinigte Like-for-like-Wachstum: Hier meldete Reckitt +5,0 % für den Konzern beziehungsweise +5,2 % für Core Reckitt. Die bereinigte operative Marge lag bei 24,9 %, der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie bei 352,8 Pence, der IFRS-Gewinn je Aktie bei 467,2 Pence. Das Unternehmen schüttete 2025 regulär 212,2 Pence je Aktie aus und gab insgesamt 2,3 Mrd. Pfund an Aktionäre zurück. (reckitt.com)
Nach Segmenten ist das Bild gemischt, aber nicht schwach. Self Care kam 2025 auf 3,306 Mrd. Pfund Umsatz und wuchs like-for-like um 3,0 %. Germ Protection war mit 3,224 Mrd. Pfund fast gleich groß und wuchs mit 8,4 % deutlich stärker. Household Care war mit 2,189 Mrd. Pfund rückläufig und verlor like-for-like 0,4 %. Intimate Wellness, also vor allem Durex und Veet, war mit 1,515 Mrd. Pfund kleiner, wuchs aber mit 12,5 % sehr stark. Daraus folgt: Reckitt hat weiterhin echte Qualitätsmarken mit Preissetzungsmacht, aber nicht alle Kategorien laufen gleich gut. Besonders attraktiv wirken Germ Protection und Intimate Wellness; Household Care ist der schwächere Teil des Portfolios. (eu-assets.contentstack.com)
Die Bilanz ist solide, aber nicht frei von Verschuldung. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 6,558 Mrd. Pfund, nach 7,914 Mrd. Pfund ein Jahr zuvor. Das Verhältnis Nettoschulden zu bereinigtem EBITDA sank von 2,0x auf 1,6x. Das ist für einen stabilen Konsumgüterkonzern tragbar. Die freie Cashflow-Generierung lag 2025 bei 1,709 Mrd. Pfund, nach 2,232 Mrd. Pfund im Vorjahr. Der Rückgang ist nicht ideal, aber die Bilanz wirkt nicht überdehnt. Positiv ist außerdem, dass Reckitt Ende 2025 nicht nur Dividenden zahlte, sondern auch Aktien zurückkaufte. (eu-assets.contentstack.com)
Die Dividende ist ein wichtiger Teil der Aktie. Für 2025 betrug die reguläre Gesamtdividende 212,2 Pence je Aktie, bestehend aus 84,4 Pence Zwischendividende und 127,8 Pence Schlussdividende. Zusätzlich wurde am 20. Februar 2026 eine Sonderdividende von 235 Pence je Aktie gezahlt, finanziert aus dem Verkauf von Essential Home. Diese Sonderdividende ist nicht als dauerhaft wiederkehrend zu betrachten. Für die laufende Rendite sollte man deshalb primär mit der regulären Dividende rechnen. Beim Kursniveau um Ende April 2026 ergibt sich grob eine Dividendenrendite im Bereich von etwa 4 % bis 5 %, je nach exaktem Börsenkurs und Datenanbieter. Die Aktie war zuletzt deutlich gefallen; am 23. April 2026 lag der Schlusskurs laut MarketWatch bei 47,75 Pfund, nach einem Rückgang von rund 27 % gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 65,23 Pfund. (eu-assets.contentstack.com)
Die Bewertung wirkt dadurch wieder interessanter. Auf Basis des bereinigten Gewinns je Aktie von 352,8 Pence und eines Aktienkurses um 48 Pfund liegt das bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis grob bei etwa 13 bis 14. Auf Basis des höheren IFRS-Gewinns wäre es niedriger, aber der bereinigte Gewinn ist hier die sauberere Grundlage, weil Sondereffekte aus Portfolioveränderungen eine Rolle spielen. Für einen globalen Markenartikler mit rund 25 % bereinigter operativer Marge ist das keine teure Bewertung. Sie ist aber auch kein klarer „No-Brainer“, weil die Aktie wegen echter Risiken gefallen ist, nicht nur wegen allgemeiner Marktschwäche.
Der wichtigste kurzfristige Dämpfer ist der schwache Jahresstart 2026. Im ersten Quartal 2026 wuchs Core Reckitt like-for-like nur um 1,3 %; ohne saisonale OTC-Produkte waren es 3,1 %. Schwach waren vor allem Europa mit -4,2 % und Nordamerika mit -0,9 %, während Emerging Markets mit +7,6 % deutlich besser liefen. Mead Johnson Nutrition fiel like-for-like um 2,7 %. Das Unternehmen hielt zwar an der Jahresprognose für Core Reckitt von 4 % bis 5 % Like-for-like-Wachstum fest, aber der Start ins Jahr war sichtbar unter den Erwartungen. Reuters berichtete zudem, dass der Markt mit rund 2,9 % Core-Wachstum gerechnet hatte und Reckitt vor einer etwa 200 Basispunkte niedrigeren Marge im ersten Halbjahr warnte. (investegate.co.uk)
Das größte strukturelle Risiko bleibt Mead Johnson Nutrition. Operativ ist Säuglingsnahrung eigentlich ein attraktives Geschäft, aber bei Reckitt ist es wegen der US-Rechtsstreitigkeiten rund um NEC-Fälle belastet. Reuters berichtete im März 2026, dass Abbott und Mead Johnson/Reckitt in Verfahren um Frühgeborenen-Nahrung und NEC mit einer gemischten Prozesshistorie konfrontiert sind; frühere Urteile gegen Unternehmen der Branche wurden teils angefochten, teils gab es auch Siege der Beklagten. Im April 2026 wurde Abbott in einem weiteren Verfahren zu 70 Mio. US-Dollar Schadenersatz verurteilt; das betrifft nicht direkt Reckitt, belastet aber die Stimmung für die gesamte Produktkategorie. Reckitt bestreitet die Vorwürfe und verweist auf die Sicherheit seiner Produkte, aber für Aktionäre ist entscheidend: Das Rechtsrisiko ist real, schwer quantifizierbar und kann Bewertungsabschläge rechtfertigen. (Reuters)
Für die nächsten ein bis drei Jahre sehe ich Reckitt deshalb als Turnaround- beziehungsweise Neu-Fokussierungsfall innerhalb defensiver Konsumgüter. Das Kerngeschäft ist qualitativ gut, die Marken sind stark, die Marge ist hoch, die Bilanz ist in Ordnung und die Dividende attraktiv. Gleichzeitig muss das Management beweisen, dass das 4–5-%-Wachstumsziel für Core Reckitt mehr ist als eine Präsentationszahl. Nach dem schwachen Q1 2026 ist der Druck höher. Die Aktie dürfte kurzfristig stark davon abhängen, ob sich Europa stabilisiert, die OTC-Nachfrage nach der schwachen Erkältungssaison normalisiert, Emerging Markets weiter tragen und ob Mead Johnson keine neuen massiven juristischen Belastungen produziert.
Auf Sicht von fünf bis fünfzehn Jahren ist die Grundstory vernünftig. Hygiene, Selbstmedikation, sexuelle Gesundheit, Premium-Haushaltsprodukte und Gesundheitsvorsorge sind keine Modethemen. Diese Kategorien wachsen langfristig mit Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, steigenden Einkommen in Schwellenländern, höherem Gesundheitsbewusstsein und stärkerer Markenpräferenz. Reckitt besitzt in mehreren Nischen weltweit führende Marken. Besonders Durex, Dettol, Lysol, Gaviscon, Nurofen, Finish und Vanish haben eine Qualität, die sich kleinere Wettbewerber nur schwer erarbeiten können. Das ist der eigentliche Burggraben.
Trotzdem ist Reckitt kein makelloser Qualitätswert. Der Konzern hat in der Vergangenheit durch Portfolioentscheidungen, schwankende operative Entwicklung und Mead Johnson viel Vertrauen verspielt. Die Aktie notiert nicht ohne Grund mit Abschlag gegenüber einigen stabileren Konsumgüterwerten. Wer Reckitt kauft, kauft nicht nur Markenqualität, sondern auch Managementausführung, Rechtsrisiko und Restrukturierungsrisiko. Das muss in die Positionsgröße eingepreist werden.
Mein Fazit: Reckitt Benckiser ist zum Stand 26.04.2026 eine interessante, aber nicht risikolose Dividenden- und Qualitätsaktie. Die Bewertung wirkt nach dem Kursrückgang eher moderat, die Dividendenrendite ist attraktiv, und das fokussierte Core-Reckitt-Portfolio hat langfristig gute Chancen auf solides organisches Wachstum. Für ein defensives Dividendenportfolio kann die Aktie sinnvoll sein, aber nicht als übergroße Einzelposition. Der zentrale Prüfstein bleibt Mead Johnson. Wird dieses Risiko kontrolliert, verkauft oder rechtlich entschärft, kann die Aktie deutlich neu bewertet werden. Eskalieren die NEC-Klagen dagegen, kann der Bewertungsabschlag länger bestehen bleiben oder sich noch vergrößern. Operativ muss Reckitt außerdem zeigen, dass der schwache Start 2026 nur saisonal und temporär war. Unter dem Strich ist Reckitt für mich auf aktuellem Niveau eher haltenswert bis vorsichtig kaufenswert für langfristige Anleger, aber nur mit der klaren Einschränkung, dass das Rechtsrisiko bei Mead Johnson nicht sauber kalkulierbar ist.
Autor: ChatGPT