- Oracle verschickt Mitteilung wegen höherer Gewalt.
- Pipeline für Energieversorgung verzögert sich um Monate.
- Bloom Energy spürt die Sorgen der Anleger stark.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Markus Weingran Die Euphorie rund um KI-Rechenzentren bekommt einen Dämpfer. Die Aktien von Bloom Energy und Oracle gerieten am Donnerstag unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass Oracle beim milliardenschweren Rechenzentrumsprojekt "Jupiter" in New Mexico eine Mitteilung wegen höherer Gewalt verschickt hat.
Im Zentrum steht eines der wichtigsten KI-Infrastrukturprojekte in den USA. Oracle plant in New Mexico ein riesiges Rechenzentrum mit einer Leistung von 2,45 Gigawatt, das unter anderem Rechenkapazitäten für OpenAI bereitstellen soll. Die Anlage soll bis 2028 ans Netz gehen und dabei auf Brennstoffzellen von Bloom Energy setzen. Doch genau die Energieversorgung entwickelt sich nun zum Problem.
Stromversorgung wird zum Engpass der KI-Revolution
Für moderne KI-Rechenzentren ist Strom inzwischen einer der wichtigsten Produktionsfaktoren. Die geplante Anlage benötigt enorme Energiemengen. Eine zentrale Rolle sollte dabei eine neue Erdgas-Pipeline spielen, die das Projekt mit Energie versorgen soll.
Laut Bloomberg verzögert sich die Pipeline jedoch wegen regulatorischer Hürden. Die notwendige Genehmigung durch das New Mexico State Land Office wurde mehrfach verweigert, wodurch sich die Fertigstellung voraussichtlich um mehrere Monate auf Anfang 2027 verschiebt. Die Verzögerung könnte die Kosten des gesamten Projekts erhöhen und den Zeitplan gefährden.
Oracle zieht nicht den Stecker – will die Kostenrisiken begrenzen
Der US-Konzern beruft sich deshalb auf eine sogenannte Force-Majeure-Klausel ("höhere Gewalt“). Damit versucht der Konzern, sich gegen mögliche finanzielle Folgen abzusichern, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant 2028 fertiggestellt wird.
Nach Informationen von Bloomberg will Oracle offenbar keine Kündigung des Projekts erreichen. Stattdessen geht es darum, Zahlungen an den Entwickler Blue Owl Capital möglicherweise aufzuschieben, falls Verzögerungen eintreten. Oracle selbst betonte, dass das Projekt weiterhin im Zeitplan liege und man vollständig zu seinem Engagement in New Mexico stehe.
Bloom Energy bekommt die Sorgen der Anleger zu spüren
Die Unsicherheit trifft jedoch auch Bloom Energy. Der Konzern soll die Brennstoffzellen-Technologie für das Projekt liefern und gilt als einer der möglichen Gewinner des steigenden Strombedarfs durch KI-Rechenzentren.
Die Anleger reagieren deshalb empfindlich: Jede Verzögerung bei großen KI-Infrastrukturprojekten wirft Fragen auf, wie schnell neue Rechenzentren tatsächlich aufgebaut werden können.
KI-Boom stößt auf ein neues Problem
Der Fall Oracle zeigt ein zentrales Problem der KI-Revolution: Nicht die Nachfrage nach Rechenleistung ist der Engpass – sondern die Infrastruktur dahinter.
Während Unternehmen Milliarden in KI investieren, fehlen vielerorts Stromkapazitäten, Netze und Energiequellen. Für Anbieter wie Bloom Energy eröffnet das langfristig Chancen. Kurzfristig zeigt sich jedoch, dass selbst milliardenschwere KI-Projekte an ganz klassischen Problemen wie Genehmigungen und Energieversorgung scheitern können. Der KI-Boom braucht eben nicht nur Chips – er braucht auch jede Menge Strom.
Redaktion Ariva/MW
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