Tech-Beben an den Börsen – Nvidia-Chef bleibt bullish: Ist das mutig oder brandgefährlich?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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 Nvidia CEO Jensen Huang speaks during a Nvidia conference focusing on artificial intelligence in San Jose, Calif., Monday, March 16, 2026. (AP Photo/Godofredo A. Vásquez)
Die KI-Rallye bekommt Risse. Ölpreise steigen, Renditen ziehen an, Anleger werfen Tech-Aktien aus den Depots. Doch Nvidia-Chef Jensen Huang sieht darin etwas ganz anderes.
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Die weltweiten Aktienmärkte sind am Montag unter Druck geraten. Neue Kämpfe im Nahen Osten trieben die Ölpreise nach oben. Zugleich verkauften Anleger stark gelaufene Aktien rund um Künstliche Intelligenz. Viele Investoren fürchten inzwischen, dass die Rallye zu schnell zu weit gegangen ist.

Vor allem zwei Faktoren belasteten den Technologiesektor. Der Chiphersteller Broadcom hatte in der vergangenen Woche einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt. Zudem fiel der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag überraschend stark aus. Händler rechnen deshalb nun mit einer möglichen Zinserhöhung der Federal Reserve noch in diesem Jahr.

Auch die Eskalation im Nahen Osten verschlechterte die Stimmung. Israel erklärte, militärische Ziele im Westen und im Zentrum des Iran angegriffen zu haben. Die Brent-Öl-Futures stiegen daraufhin um fünf Prozent. Höhere Ölpreise schüren neue Inflationssorgen und erhöhen den Druck auf die Notenbanken.

Lars Skovgaard, Senior Investment Strategist bei der Danske Bank, sieht die Korrektur nicht als Überraschung. Der Markt sei lange ohne größere Rücksetzer gestiegen. Er sagte Reuters zufolge sinngemäß, überraschend sei nicht der Ausverkauf, sondern dass er nicht früher gekommen sei.

Werte aus dem Artikel:
Broadcom Aktie 345,10 € +2,37%
KOSPI 200 1.260,61 +0,74%
Nikkei 225 65.387,03 +2,14%
Nvidia Aktie 182,64 € +2,58%

In Europa hält der STOXX 600 seinen Wert weitgehend stabil. Das geringere Gewicht an Technologiewerten macht die Region nun widerstandsfähiger gegen den Ausverkauf im Chipsektor.

In Asien fielen die Verluste deutlich stärker aus. Der südkoreanische KOSPI brach in den vergangenen Tagen zweistellig ein. Der Index zählte in diesem Jahr zuvor zu den stärksten Märkten weltweit. Japans Nikkei fiel um fast fünf Prozent.

Besonders stark traf es Aktien aus der Halbleiter-Lieferkette. Die technologielastige Nasdaq war bereits am Freitag um 4,2 Prozent gefallen.

Marc Velan, Anlagechef bei Lucerne Asset Management in Singapur, sieht den Rückgang laut Reuters eher als Positionsanpassung. Er erkennt keine grundsätzliche Neubewertung der langfristigen Aussichten für Künstliche Intelligenz. Südkoreanische Technologiewerte seien stark gelaufen und in vielen Portfolios hoch gewichtet gewesen. Nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht seien sie deshalb eine naheliegende Quelle für Liquidität geworden.

Nvidia-Chef Jensen Huang versuchte, die Nervosität zu dämpfen. Nach Treffen mit südkoreanischen Wirtschaftsführern sagte er am 8. Juni in Seoul, der jüngste Ausverkauf bei Halbleiteraktien müsse im Kontext eines viel größeren Trends gesehen werden. Die Welt stehe erst am Anfang der Revolution durch Künstliche Intelligenz.

Huang deutete den Kursrückgang sogar als Chance. Anleger könnten nun mit Abschlag kaufen. Der Aufbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz befinde sich noch in einem frühen Stadium. Künstliche Intelligenz werde zur Infrastruktur der Welt werden, ähnlich wie das Internet.

Trotzdem bleibt der Druck auf globale Technologiewerte hoch. Starke US-Jobdaten, steigende Renditen, höhere Ölpreise und neue Zinssorgen ergeben für hoch bewertete Wachstumsaktien einen gefährlichen Mix.

Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion


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