VEVEY (dpa-AFX) - Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle hat sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 wegen Preissteigerungen und höherer Absatzmengen gesteigert. Dem standen allerdings negative Wechselkurseffekte gegenüber. Hingegen sank die Profitabilität. Zudem präsentierte Nestle hat eine Lösung für sein Wassergeschäft: Der Nahrungsmittelriese bildet dafür ein Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Der Deal bewertet das Geschäft mit Marken wie Perrier und San Pellegrino mit 4,9 Milliarden Euro. An der Börse geriet der Aktienkurs unter Druck.
Für dich zusammengefasst:
Nestle steigerte Wachstum im ersten Halbjahr 2026.
Umsatz wuchs um 3,6 Prozent, blieb jedoch nominal rückläufig.
Profitabilität sank und Nettogewinn fiel um fast ein Drittel.
In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz von Nestle aus eigener Kraft im Jahresvergleich zwar um 3,6 Prozent zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Nominal ergab sich dagegen ein Umsatzminus von 2,5 Prozent auf 43,1 Milliarden Franken (46,4 Mrd Euro).
Der Konkurrent von Danone (Danone Aktie) und Unilever profitierte insgesamt vom Wachstum in aufstrebenden Märkten und einer größeren Nachfrage nach Kaffee und Heimtiernahrung. Zudem beschleunigte sich das organische Wachstum im zweiten Quartal etwas im Vergleich zum Jahresauftakt. Für das Gesamtjahr erwartet die Unternehmensführung nun ein Wachstum aus eigener Kraft von "sicher" 3 bis 4 Prozent, bisher war von rund 3 bis 4 Prozent die Rede gewesen. Zudem soll das Wachstum der Absatzmengen gegenüber 2025 zunehmen.
Für die operative Marge rechnet Nestle weiterhin mit einer Verbesserung gegenüber den 16,1 Prozent des Vorjahres. Im ersten Halbjahr fiel diese im Jahresvergleich leicht auf 16,4 Prozent, das operative Ergebnis ging um fast 3 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Franken zurück. Auf der Profitabilität lasteten anhaltend hohe Kosten für Kaffee und Kakao, hinzu kamen die US-Zölle sowie höhere Investitionen in Werbung.
Unter dem Strich verdiente Nestle mit knapp 3,5 Milliarden Franken sogar fast ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Belastet wurde das Ergebnis durch Wertberichtigungen von rund 1,4 Milliarden Franken im Zusammenhang mit als zum Verkauf gehalten klassifizierten Vermögenswerten, darunter Teile des Eiscreme- und Vitamin- beziehungsweise Nahrungsergänzungsgeschäfts.
Als Wermutstropfen in den Resultaten machten Analysten denn auch die Profitabilität aus. So wiesen die Experten der UBS auf einen Sondereffekt hin, der zur Verbesserung der operativen Marge beigetragen habe. Ohne diesen Effekt wäre die Marge also insgesamt um 40 Basispunkte gesunken. Die Analysten der ZKB verwiesen zudem auf den Ausblick für die Marge, der etwas vorsichtiger ausgefallen war. So soll die Marge im zweiten Halbjahr auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten liegen und nicht mehr darüber.
Die Aktien fielen in Zürich bis zum späten Vormittag um 6,5 Prozent auf 80,59 Franken. Damit bewegen sie sich nun wieder auf dem Niveau von Ende Juni, als sie einen Ausbruch auf der seit Mitte März bestehenden Handelsspanne unternommen hatten./to/lb/AWP/mis/nas
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