Micron-Aktie: Darum könnte die Rallye jetzt schneller vorbei sein als Anleger denken!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Auf den ersten Blick ist bei der Aktie von Speicherchip-Hersteller Micron von Müdigkeit keine Spur, doch die Anzeichen für eine Korrektur verdichten sich.
Für dich zusammengefasst:
Micron-Aktie hat sich in 12 Monaten um 760 Prozent erhöht.
Die Aktie zeigt Anzeichen für eine bevorstehende Korrektur.
Wichtige Unterstützungen liegen bei 1.000 und 800 US-Dollar.
Speicherchip-Hersteller dominieren das Kursgeschehen
Angesichts des rasanten Auf- und Ausbaus von Rechenzentren für KI-Anwendungen ist es innerhalb der Speicherchip-Branche zu einer noch nie dagewesenen Angebotskrise gekommen. Da Herstellern wie Micron, SanDisk und SK Hynix die verfügbaren Produktionskapazitäten von Hyperscalern wie Alphabet, Meta Platforms und Microsoft aus den Händen gerissen werden, können sie die Preise fast nach Belieben bestimmen.
Das hat die Unternehmensmargen und mit ihnen die Gewinne explodieren lassen. Gleichzeitig hat sich in der eigentlich als zyklisch geltenden Branche die finanzielle Visibilität verbessert, da Abnehmer jetzt stärker als früher gewillt sind, langfristige Lieferverträge einzugehen. Diese Entwicklungen haben einen Run auf die Aktien ausgelöst.
Vor allem Micron hat sich zum Anlegerliebling gemausert ...
Besonders hoch im Kurs der Anlegerinnen und Anleger stand in den vergangenen 12 Monaten die Micron-Aktie, welche sich um aufsehenerregende 760 Prozent verteuert hat. Damit wandelt sie auf den Spuren von KI-Überflieger Nvidia. Vor den in der kommenden Woche anstehenden Quartalszahlen sind die Erwartungen enorm – genau das könnte jetzt zum Problem werden, denn technisch liegen bereits erste Verkaufssignale vor.
... doch jetzt könnte die Aktie vor einer tiefen Korrektur stehen
Übergeordnet befindet sich die Micron-Aktie in einem mehrjährigen, hochdynamischen Aufwärtstrend. Vor allem in den vergangenen 12 Monaten ist es zu einem immer rasanteren Anstieg der Anteile gekommen mit einer Eskalation des Kursgeschehens nach einem Korrekturtief im März.
Die hat zu zwei weiteren Trendverschärfungen geführt, die im Trendstärkeindikator MACD gut zu erkennen sind, der auf den höchsten Stand seit der Dotcom-Blase gestiegen ist. Grundsätzlich ist der Anstieg des MACD mit einem steigenden Aktienkurs begrüßenswert, weil das ein Indiz für Nachhaltigkeit ist.
Allerdings liefert der Relative-Stärke-Index (RSI) genau das nicht. Dieser befindet sich bereits seit Anfang Mai in einem Abwärtstrend, die jüngsten Allzeithochs im Bereich von 1.050 US-Dollar sind damit technisch unvollständig. Solche bearishen Divergenzen gelten in der technischen Analyse als Vorboten von Trendwendebewegungen.
Die Anzeichen für eine Trendwende verdichten sich
Tatsächlich zeichnet sich im Chart der Aktie kurzfristig ein Doppel-Top ab. Damit liegt ein weiteres Indiz dafür vor, dass die bearishen Divergenzen im RSI zu einer Gegenbewegung führen könnten. Erhärtet wird diese These durch einen MACD, der inzwischen ebenfalls rückläufig ist und unter seine Signallinie zu fallen droht. Das genügt nach starken Aufwärtsbewegungen häufig schon für eine Korrektur der Anteile.
Noch ein Beweis dafür, dass die Luft auf der Käuferseite inzwischen raus sein könnte, ist die Tatsache, dass die Aktie am Mittwoch trotz gleich zwei bekräftigen Kaufempfehlungen mit auf 1.500 und 1.200 US-Dollar angehobenen Kurszielen zum einen durch die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) und zum anderen durch die Citigroup nachgibt. Das spricht dafür, dass hier sämtliche gute Nachrichten bereits eingepreist sind.
Kursziel 400 US-Dollar? Das sollten Anleger jetzt nicht ausschließen!
Angesichts des rasanten Höhenfluges in den vergangenen Wochen verfügt die Micron-Aktie nur über wenige erprobte Unterstützungen. Das macht die Abwärtsgefahren jetzt umso größer. Eine wichtige Schaltzentrale ist der Bereich um 1.000 US-Dollar, der aber noch am Mittwochabend dem Leitzinsentscheid der Fed zum Opfer fallen könnte.
Weitere Supportzonen liegen bei 800 und 650 US-Dollar. Mittelfristig sollte von Anlegerinnen und Anlegern außerdem ein Test der 200-Tage-Linie bei rund 400 US-Dollar nicht ausgeschlossen werden – gerade weil das gegenwärtige Sentiment ein solches Szenario für vollkommen ausgeschlossen hält. Der mit über 90 Punkten hoffnungslos überkaufte Monats-RSI impliziert aber genau einen solchen Absturz.
Fazit: Es ist langsam an der Zeit für Gewinnmitnahmen
Die Micron-Aktie hat Anlegerinnen und Anlegern in den vergangenen Wochen und Monaten gewaltige Kursgewinne beschert. Doch die Anzeichen dafür, dass die Rallye langsam ihrem Ende entgegen gehen könnte, mehren sich. Im Chart sprechen hierfür vor allem ein mögliches Doppel-Top sowie bearishe Divergenzen für dieses Szenario, während die Aktie auf neue Impulse durch positive Analystenkommentare offenbar nicht mehr reagiert.
Zwar könnten die in der kommenden Woche zu erwartenden Quartalszahlen noch einmal für Euphorie sorgen, doch das birgt lediglich die Gefahr eines Blow-off-Tops, denn die bearishen Divergenzen in den technischen Indikatoren dürften so schnell nicht zu neutralisieren sein. Jetzt erste Gewinne zu realisieren, sollte für Anlegerinnen und Anlegern daher dringend erwogen werden.
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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