Dior-Comeback treibt LVMH: Luxuskonzern übertrifft Erwartungen im Halbjahr
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Nach sieben schwachen Quartalen kehrt LVMHs wichtigste Sparte Mode und Leder zurück auf Wachstumskurs. Das Halbjahresergebnis übertrifft die Erwartungen deutlich, Analysten sehen die Aktie weiterhin günstig bewertet.
Für dich zusammengefasst:
LVMH erzielte im Halbjahr 38,6 Milliarden Euro Umsatz.
Dior wuchs erstmals seit zwei Jahren schneller als die Sparte.
Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat im zweiten Quartal eine Wende geschafft, auf die Anleger lange gewartet haben. Die umsatzstärkste Sparte Mode und Lederwaren wuchs erstmals seit sieben Quartalen wieder, um ein Prozent organisch. Konzernweit legte der Umsatz im Halbjahr auf 38,6 Milliarden Euro zu, organisch ein Plus von zwei Prozent, im zweiten Quartal beschleunigte sich das Wachstum sogar auf drei Prozent und lag damit über den Markterwartungen.
Besonders bemerkenswert: Die Marke Dior wuchs erstmals seit über zwei Jahren schneller als der Rest der Sparte. Grund dafür sind die neuen Kollektionen von Kreativdirektor Jonathan Anderson, die vor allem bei Lederwaren und Konfektion gut ankommen. Auch Louis Vuitton legte zu. Kräftigen Rückenwind lieferte weiterhin die Sparte Uhren und Schmuck mit Tiffany und Bulgari als Zugpferden. Die Weinsparte profitierte davon, dass der Lagerabbau bei Cognac in China offenbar abgeschlossen ist.
Regional zeigte sich ein gemischtes Bild. Die amerikanische Kundschaft kaufte deutlich mehr ein, koreanische Kunden legten dank des KI-getriebenen Vermögenszuwachses in der Region zu, auch Japaner gaben mehr aus. Chinesische Kunden hielten ihr Ausgabeniveau stabil. Belastend wirkte weiterhin der Nahost-Konflikt, der die Erlöse konzernweit um rund einen Prozentpunkt drückte, allerdings zeichnet sich eine Normalisierung ab.
Unterm Strich blieb die operative Marge mit 22,5 Prozent nahezu stabil und übertraf die Prognosen. Der Nettogewinn kletterte auf 5,7 Milliarden Euro, neun Prozent mehr als erwartet. Der freie Barmittelzufluss lag bei 4,1 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung sank deutlich.
Die DZ Bank hob ihren fairen Wert für die Aktie nach dem Bericht von 610 auf 620 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Bei einem Kurs von 466,80 Euro sehen die Analysten weiteres Potenzial, zumal die Bewertung mit dem 19,7-fachen der für 2026 erwarteten Gewinne unter dem historischen Schnitt liegt. Am 3. Dezember zahlt LVMH zudem eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie.
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