Kimberly-Clark schnappt sich Tylenol-Hersteller Kenvue
Kimberly-Clark wagt für rund 40 Milliarden US-Dollar den Sprung in die Spitzenliga der Konsumgüterkonzerne – mit einer Übernahme, die Anleger nervös macht.
Der Kleenex-Hersteller will Kenvue, bekannt für Marken wie Tylenol, Neutrogena, Listerine und Band-Aid, übernehmen. Der Preis: 21,01 US-Dollar pro Aktie – ein Aufschlag von 46 % gegenüber dem jüngsten Schlusskurs. Damit steigt der Unternehmenswert auf 48,7 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden.
Doch die Euphorie an der Börse bleibt einseitig: Während Kenvue-Papiere zum Wochenstart um 20 % sprangen, stürzten Kimberly-Clark-Aktien um bis zu 14 % ab – der größte Tagesverlust seit 2000. Anleger sorgen sich um die rechtlichen Risiken rund um Kenvues Sorgenkind Tylenol. In Texas laufen derzeit Klagen wegen angeblicher Zusammenhänge zwischen der Einnahme des Schmerzmittels während der Schwangerschaft und Autismus bei Kindern. Auch Donald Trump äußerte zuletzt öffentlich Bedenken.
Kimberly-Clark-CEO Mike Hsu versuchte auf einer Analystenkonferenz zu beruhigen. Das Board habe die Risiken „sorgfältig geprüft“, betonte er. Der Zukauf sei strategisch sinnvoll: Gemeinsam werde man mit einem Jahresumsatz von 32 Milliarden US-Dollar zum zweitgrößten Anbieter von Gesundheits- und Wellnessprodukten weltweit – hinter Procter & Gamble, aber vor Unilever.
Synergien von 1,4 Milliarden US-Dollar jährlich erwartet der Konzern – insbesondere durch Kenvues Vertriebsnetz in Schwellenländern wie Indien. Finanziert wird die Übernahme durch Barmittel, neue Schulden und den Verkauf des internationalen Tissue-Geschäfts. JPMorgan Chase steuert zudem eine Überbrückungsfinanzierung über 7,7 Milliarden US-Dollar bei.
Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt offen, ob Kimberly-Clark (Kimberly-Clark Aktie) hier einen strategischen Coup landet – oder sich in einen neuen Bayer-Monsanto-Fall manövriert.
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