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AWSX der Telegram-Trader.de: Gilead Sciences überzeugt mit starkem Wachstum – Prognose Kerngeschäft steigt

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Gilead Sciences hat im zweiten Quartal 2026 ein kräftiges Wachstum erzielt. Vor allem das HIV-Geschäft und das Krebsmedikament Trodelvy sorgten für steigende Erlöse.

Gleichzeitig weist der US-Biopharmakonzern aufgrund hoher Aufwendungen im Zusammenhang mit mehreren Übernahmen einen erheblichen Quartalsverlust aus. Operativ fällt das Bild allerdings deutlich besser aus, als es der ausgewiesene Verlust zunächst vermuten lässt.

Der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Die Produktumsätze erreichten 7,6 Milliarden Dollar und legten damit um 8 Prozent zu. Ohne das inzwischen deutlich kleinere COVID-19-Medikament Veklury erhöhten sich die Produktumsätze sogar um 10 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar.

HIV-Geschäft bleibt das Fundament

Besonders stark entwickelte sich erneut das für Gilead entscheidende HIV-Portfolio. Der Umsatz dieses Bereichs erhöhte sich um 12 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.

Das wichtigste Medikament Biktarvy steigerte seine Erlöse um 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Noch wesentlich dynamischer entwickelte sich Descovy: Hier stieg der Umsatz um 48 Prozent auf 967 Millionen Dollar. Gilead führt die Entwicklung unter anderem auf höhere realisierte Preise und eine gestiegene Nachfrage zurück.

Auch außerhalb des HIV-Geschäfts gibt es positive Entwicklungen. Die Erlöse des Leberkrankheiten-Portfolios erhöhten sich um 10 Prozent auf 877 Millionen Dollar. Das Onkologie-Medikament Trodelvy setzte seinen Wachstumskurs fort und steigerte den Umsatz um 26 Prozent auf 457 Millionen Dollar.

Schwächer entwickelte sich dagegen die Zelltherapie-Sparte. Die Umsätze gingen hier aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs um 14 Prozent auf 417 Millionen Dollar zurück. Yescarta verlor 12 Prozent auf 346 Millionen Dollar, Tecartus 24 Prozent auf 70 Millionen Dollar.

Milliardenaufwendungen sorgen für hohen Verlust

Auf den ersten Blick fällt vor allem der hohe Verlust je Aktie ins Auge. Gilead weist für das zweite Quartal einen verwässerten Verlust von 8,45 Dollar je Aktie aus, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 1,56 Dollar je Aktie erzielt worden war. Auch auf Non-GAAP-Basis entstand ein Verlust von 6,75 Dollar je Aktie, nach einem Gewinn von 2,01 Dollar im Vorjahr.

Diese Zahlen sollten allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Hauptursache sind die hohen Aufwendungen für erworbene Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Zusammenhang mit den jüngsten Übernahmen.

Die sogenannten Acquired IPR&D-Aufwendungen beliefen sich allein im zweiten Quartal auf 11,2 Milliarden Dollar. Davon entfielen rund 7,0 Milliarden Dollar auf Arcellx, 3,1 Milliarden Dollar auf Tubulis und 1,0 Milliarden Dollar auf Ouro Medicines, jeweils unter Berücksichtigung der von Gilead genannten Transaktionsstruktur. Zusammen mit den damit verbundenen Steuereffekten beziffert Gilead die Belastung auf 9,08 Dollar je Aktie.

Der ausgewiesene Quartalsverlust ist deshalb stark von diesen Übernahme- und Forschungsaufwendungen geprägt und spiegelt die operative Entwicklung des bestehenden Produktgeschäfts nur eingeschränkt wider.

Der operative Cashflow unterstreicht diesen Unterschied: Gilead erwirtschaftete im zweiten Quartal 3,6 Milliarden Dollar operativen Cashflow. Gleichzeitig wurden rund 1,0 Milliarden Dollar an Dividenden ausgeschüttet und eigene Aktien im Volumen von 355 Millionen Dollar zurückgekauft.

Gilead hebt wichtigen Teil der Jahresprognose an

Positiv fällt auch der aktualisierte Ausblick für 2026 aus. Gilead erwartet nun einen Gesamtproduktumsatz von 30,1 bis 30,4 Milliarden Dollar. Zuvor lag die Prognosespanne bei 30,0 bis 30,4 Milliarden Dollar.

Deutlicher fällt die Anhebung beim Kerngeschäft ohne Veklury aus. Hier erwartet der Konzern inzwischen 29,8 bis 30,1 Milliarden Dollar, nachdem bislang lediglich 29,4 bis 29,8 Milliarden Dollar prognostiziert worden waren.

Für Veklury wird dagegen nur noch ein Jahresumsatz von rund 300 Millionen Dollar erwartet. Zuvor hatte Gilead noch mit etwa 600 Millionen Dollar gerechnet. Hintergrund ist die deutlich geringere Zahl COVID-19-bedingter Krankenhauseinweisungen. Im zweiten Quartal brach der Veklury-Umsatz bereits um 81 Prozent auf lediglich 23 Millionen Dollar ein.

Die GAAP-Prognose für das Ergebnis je Aktie wurde aufgrund der Übernahmebelastungen auf einen Verlust von 3,75 bis 3,40 Dollar angepasst. Auf Non-GAAP-Basis erwartet Gilead dagegen inzwischen einen Verlust von 0,65 bis 0,30 Dollar je Aktie, nachdem zuvor minus 1,05 bis minus 0,65 Dollar prognostiziert worden waren. Auch die Jahresprognosen enthalten laut Unternehmen die erheblichen IPR&D-Belastungen aus den jüngsten Transaktionen.

Pipeline liefert zusätzliche Impulse

Neben den Finanzzahlen meldete Gilead mehrere Fortschritte in der Medikamentenentwicklung. Dazu gehören positive Phase-3-Ergebnisse aus den ISLEND-1- und ISLEND-2-Studien für die einmal wöchentlich einzunehmende Kombination aus Islatravir und Lenacapavir zur HIV-Behandlung sowie die beschleunigte FDA-Zulassung von Hepcludex für bestimmte erwachsene Patienten mit chronischer Hepatitis-D-Infektion.

Auch Trodelvy erhielt in den USA eine weitere Zulassung für die Erstlinienbehandlung bestimmter Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs. Gleichzeitig gab es jedoch einen Rückschlag: Die Phase-3-Studie EVOKE-03 mit Trodelvy und Keytruda bei einer bestimmten Form des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebses wurde eingestellt.

 

 

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Fazit

Mir gefällt an den Zahlen vor allem, dass das Wachstum nicht von einem einzelnen Produkt getragen wird. Das HIV-Geschäft bleibt mit einem Plus von 12 Prozent ausgesprochen robust, während Trodelvy und das Leberportfolio zusätzliche Wachstumsbeiträge liefern. Die Anhebung der Umsatzprognose für das Geschäft ohne Veklury bestätigt diesen positiven operativen Trend.

Der Verlust von 8,45 Dollar je Aktie sieht dagegen zunächst erschreckend aus. Für die Bewertung des Quartals ist jedoch entscheidend, dass dahinter vor allem milliardenschwere Aufwendungen für die jüngsten Übernahmen und die damit erworbenen Forschungsprojekte stehen. Gleichzeitig erwirtschaftete Gilead 3,6 Milliarden Dollar operativen Cashflow.

Natürlich sind die hohen Investitionen in Arcellx, Tubulis und Ouro Medicines kein Selbstläufer. Gilead muss in den kommenden Jahren zeigen, dass sich diese Milliardenbeträge tatsächlich in neue erfolgreiche Medikamente und zusätzliche Umsätze übersetzen lassen. Auch die Schwäche im Zelltherapiegeschäft sollte man im Auge behalten.

Unter dem Strich halte ich das zweite Quartal operativ aber für überzeugend. Das Basisgeschäft ohne Veklury wächst zweistellig, wichtige Medikamente gewinnen weiter an Umsatz und die Prognose für das Basisgeschäft wurde erneut angehoben. Für mich überwiegen damit trotz des optisch hohen Quartalsverlusts die positiven Aspekte.


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