DANZIG (dpa-AFX) - Die ukrainische Energiewirtschaft bereitet sich nach Angaben des großen privaten Stromversorgers DTEK intensiv auf einen weiteren Kriegswinter vor. "Wir haben im vergangenen Winter unsere Lektion gelernt, die Energiefirmen, die Regierung, alle Beteiligten", sagte DTEK-Vorstandschef Maksym Timtschenko bei der Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine (URC) in Danzig.
Für dich zusammengefasst:
DTEK bereitet sich auf einen weiteren Kriegswinter vor.
Im Winter verlor DTEK bis zu 80% seiner Kapazitäten.
DTEK plant ein modernes Gasturbinenkraftwerk in Burschtyn.
In den außergewöhnlich kalten Wintermonaten Anfang dieses Jahres hatten russische Luftangriffe die ukrainischen Energienetze schwer beschädigt. In der Hauptstadt Kiew gab es für Hunderttausende Menschen über Wochen keine Heizung und kaum Strom. DTEK habe im Krieg dreimal bis zu 80 Prozent seiner Stromerzeugungskapazitäten verloren und sie immer wieder hergestellt, sagte Timtschenko.
Der vergangene Winter sei der härteste gewesen, weil beschädigte Anlagen teilweise eingefroren seien. "Derzeit haben wir mit den Sanierungsarbeiten begonnen und unser Ziel ist es, noch vor dem Winter über ausreichende Kapazitäten zu verfügen", sagte der Firmenchef. Voraussetzung sei, dass die Anlagen nicht erneut durch Luftangriffe beschädigt würden. Sie seien aber mittlerweile besser geschützt.
Modernes Gaskraftwerk geplant
DTEK unterzeichnete in Danzig mit dem US-Unternehmen GE Vernova eine Absichtserklärung über den Bau eines modernen Gasturbinenkraftwerks mit 650 Megawatt Leistung am Standort Burschtyn in der Westukraine. Dies sei Teil der Strategie, Kohle als Hauptenergiequelle zu ersetzen, erläuterte Timtschenko. DTEK haben bereits in Wind- und Solarenergie wie in Batteriekapazitäten investiert und plane im zentralukrainischen Gebiet Poltawa den größten Windpark an Land in Osteuropa. In der Perspektive wolle das Unternehmen wolle auch in Miniatomreaktoren einsteigen.
DTEK gehört zum Firmenkonglomerat des aus der Ostukraine stammenden Oligarchen Rinat Achmetow. Zwei der insgesamt acht Wärmekraftwerke des Unternehmens stehen unter russischer Kontrolle./fko/DP/stw
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