Freenet-Kurssturz von fast 30 Prozent: Ist die Aktie jetzt endlich fair bewertet?

Julian Schick Julian Schick
Julian Schick Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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mobilcom-debitel gehört zur Freenet AG.
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Freenet hat seit Februar fast 30 Prozent an Wert verloren. Jetzt dreht die UBS ihre Empfehlung – aber günstig ist die Aktie deshalb noch lange nicht. Was hinter dem Kurssturz steckt und was Anleger erwarten dürfen.
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Hinweis

Freenet war lange einer der stillen Gewinner des deutschen Mobilfunkmarkts. Doch nach einem Kursrückgang von knapp 30 Prozent seit dem Februarhoch stuft die Schweizer Großbank UBS die Aktie nun von Sell auf Neutral herauf. Das Papier sei inzwischen fair bewertet, heißt es in der Analyse vom 24. Juni.

Der Kursverfall ist kein Zufall. Frenenets Kerngeschäft, der Wiederverkauf von Mobilfunktarifen der Netzbetreiber, gerät unter Druck. Zum einen kämpft der Konzern mit sinkenden Einnahmen pro Vertragskunde: Der durchschnittliche monatliche Umsatz je Postpaid-Nutzer fiel zuletzt auf rund 16,60 Euro und dürfte laut UBS-Prognose weiter nachgeben. Zum anderen klafft in einem der Netzbetreiberverträge eine Ergebnislücke von 50 Millionen Euro, weil vereinbarte Volumenmarken verfehlt wurden.

Parallel läuft das TV-Geschäft nicht nach Plan. Der Streamingdienst Waipu TV hatte jahrelang stürmisch zugelegt und erreichte zeitweise zwei Millionen Abonnenten. Doch 2025 schrumpfte die Kundenzahl um zehn Prozent auf 1,76 Millionen. Als Grund nennen die Analysten den Rückzug von Telefónica Deutschland als Vertriebspartner sowie eine aggressive Reaktion von Vodafone, das sein Kabelfernsehen neuerdings gratis zum Breitbandanschluss dazugibt. Die Unternehmensprognose, bis 2028 zwischen 2,7 und drei Millionen Waipu-Abonnenten zu gewinnen, hält UBS für ambitioniert.

Das Kursziel bleibt bei 25 Euro. Als mögliche Aufwärtskatalysatoren nennen die Analysten eine erfolgreiche Neuverhandlung des Telefónica-Vertrags in der zweiten Jahreshälfte sowie die Q2-Zahlen, die Mitte August erwartet werden. Eine vollständige Wiedergutmachung der 50 Millionen Euro sei aber unrealistisch: „Ein Kompromiss von 25 Millionen Euro im Gegenzug für höhere Volumina erscheint logischer", schreiben die Autoren.

Werte aus dem Artikel:
Freenet Aktie 23,92 € -0,91%

Freenet bietet Anlegern auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite von 8,3 Prozent und wird mit dem Zwölffachen des erwarteten Jahresgewinns bewertet. Die größere Frage bleibt, wie das Unternehmen langfristig auf den Trend reagiert, dass Netzbetreiber ihre Tarife zunehmend direkt an Kunden verkaufen wollen und Künstliche Intelligenz den indirekten Vertrieb weiter unter Druck setzen könnte.


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