- Die Duolingo-Aktie ist um fast 80 Prozent gefallen.
- Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent.
- Duolingo erwartet einen Rückgang der Gewinnmargen.
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Die Duolingo-Aktie stürzt immer tiefer in die Krise!
Obwohl die Anteile von Duolingo gegenüber ihren Rekordnotierungen in den vergangenen Monaten bereits um fast 80 Prozent abgestürzt sind, bekommt die Aktie und stellvertretend für das Unternehmen die Marketing-Ikone Duo vor dem Wochenende ihre Flügel gestutzt.
Die Aktie bricht um fast ein Viertel ein, nachdem der Konzern am Donnerstagabend zwar Zahlen über den Erwartungen des Marktes, aber einen schwachen Ausblick insbesondere bei der Profitabilität präsentiert hat.
Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert
Im Vergleich zum Vorjahresquartal legten die Erlöse um 35,0 Prozent auf 282,9 Millionen US-Dollar zu, womit die Schätzungen um knapp 7 Millionen US-Dollar übertroffen wurden. Daraus wurde ein Nettogewinn von 42,0 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, während der operative Ertrag bei 84,3 Millionen US-Dollar lag. Das entspricht gegenüber dem Vorjahresquartal Steigerungen von 202 beziehungsweise 61 Prozent.
Das gesamte abgelaufene Geschäftsjahr war für den Anbieter der gleichnamigen Sprachlern-App überaus erfolgreich. Die Zahl der täglich aktiven User kletterte um 30 Prozent auf 52,7 Millionen, davon waren 12,2 Million zahlende Nutzerinnen und Nutzer. Die Zahl der monatlich aktiven User lag im abgelaufenen Quartal bei 133,1 Millionen. Das zeigt, dass bei der Konversion in zahlende User noch jede Menge Luft nach oben besteht.
Weniger Gewinn, mehr Wachstum überzeugt den Markt nicht
Mit seinem Ausblick auf das kommende Quartal beziehungsweise Geschäftsjahr konnte das Unternehmen allerdings nicht überzeugen. Duolingo erwartet sowohl bei den Bookings als auch beim Umsatzwachstum eine deutliche Verlangsamung auf 10 bis 12 beziehungsweise 15 bis 18 Prozent. Angestrebt werden Erlöse in Höhe von rund 1,21 Milliarden US-Dollar.
Das daraus erzielte bereinigte EBITDA soll sich auf 299 bis 305 Millionen US-Dollar belaufen. Das entspräche einer Marge von 25,0 Prozent und würde einen Rückschritt gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr bedeuten.
Das Management um CEO und Mitgründer Luis von Ahn begründet den zu erwartenden Margen-Rückgang mit einem strategischen Shift weg von höherer Profitabilität zu einem höheren User-Wachstum. Bis 2028 strebt Duolingo 100 Millionen täglich aktive User an. Dazu sollen auch neue Lernangebote wie Mathematik, Musik und Schach beitragen, die in den vergangenen Monaten bereits implementiert wurden.

Nach dem Earnings-Crash ist vor dem Earnings-Crash
Wie schon im Quartal zuvor als die Aktie 25,5 Prozent an Wert verloren hat, wird sie auch dieses Mal ungespitzt in den Boden gerammt. In der US-Nachbörse gab Duolingo um mehr als 20 Prozent nach, am Freitagmittag sah es mit Verlusten von rund einem Viertel nicht viel besser aus. Damit droht der Aktie der niedrigste Stand seit März 2023.
Solche Mehrjahrestiefs bedeuten in der technischen Analyse starke Verkaufssignale. Gut stand es um die Anteile nach dem Crash der vergangenen Monate ohnehin nicht. Bedauerlich aus Sicht der Käuferinnen und Käufer ist, dass der Versuch einer Bodenbildung im Bereich von 110 US-Dollar mit dem erneuten Earnings-Crash gescheitert ist.
Zwar liegen im Trendstärkeindikator MACD bullishe Divergenzen vor, die dürften aber kaum verhindern, dass nicht auch noch die Unterstützung bei 75 US-Dollar oder schlimmstenfalls die Unterkante des Abwärtstrendkanals angelaufen wird. Die einzige Hoffnung der Aktie ist aktuell, dass das Leerverkaufsinteresse mit 22,7 Prozent außerordentlich hoch ist, und dass Shortseller nun anfangen könnten, Positionen zurückzukaufen.
Fazit: Die Aktie abzuschreiben, ist voreilig
Aus fundamentaler Perspektive ist Duolingo in einer interessanten Ausgangslage. Das EV/EBITDA-Verhältnis liegt auf Grundlage der unternehmenseigenen Schätzung für 2026 bei 10 bis 11. Das entspricht dem Branchendurchschnitt, während das KGV (14,6) und das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG; 0,53) selbst auf Basis nach unten korrigierter Schätzungen deutlich unter den Werten der Vergleichsgruppe liegt. Das deutet aus Value-Perspektive auf eine Einstiegschance hin.
Zusätzliche Unterstützung dürfte die Aktie in den kommenden Wochen und Monaten durch Aktienrückkäufe erhalten. Für bis zu 400 Millionen US-Dollar sollen eigene Anteile zurückgekauft werden. Das entspricht rund 8 Prozent aller ausstehenden Aktien und könnte auch die Shortseller zum Schließen ihrer Positionen bringen. Das verspricht Explosivität und anhaltend hohe Volatilität.
Unerschrockene Investoren mit straffem Risikomanagement denken über eine Starter-Position nach, denn auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau ist Value gegeben.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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