CoreWeave explodiert nach Zahlen – doch die Milliardenrisiken wachsen mit
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
CoreWeave verdoppelt den Umsatz und hebt die Prognose an. Die Aktie springt zweistellig hoch – doch auch Verluste, Investitionen und Schulden erreichen enorme Dimensionen.
Für dich zusammengefasst:
CoreWeave übertrifft die Erwartungen der Wall Street.
Der Umsatz stieg im Q2 2026 um 112 Prozent auf 2,58 Mrd. USD.
CoreWeave plant Investitionen zwischen 35 und 39 Mrd. USD.
Die Quartalsbilanz von CoreWeave hat die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Im vorbörslichen US-Handel am Mittwochmorgen schnellte die Aktie um fast 17 Prozent nach oben. Neben den überraschend starken Geschäftszahlen sorgte vor allem der neue Ausblick des KI-Infrastrukturanbieters für Begeisterung.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 112 Prozent auf 2,58 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG mit 2,56 Milliarden US-Dollar gerechnet. Auch der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 1,03 US-Dollar geringer aus als die erwarteten 1,20 US-Dollar. Der Nettoverlust weitete sich jedoch von 290 auf 626 Millionen US-Dollar deutlich aus.
Für noch mehr Aufmerksamkeit sorgt der enorme Auftragsbestand von 104 Milliarden US-Dollar. In diesem sind neue Zusagen aus dem dritten Quartal im Volumen von mehr als 25 Milliarden US-Dollar noch nicht enthalten. Meta stockte seine Verpflichtungen im Berichtszeitraum allein um 21 Milliarden US-Dollar auf. Außerdem gewann CoreWeave einen mehrjährigen Auftrag von Anthropic sowie eine Zusage über sechs Milliarden US-Dollar von Jane Street.
Das Management erhöhte zugleich die Jahresziele. Für 2026 stellt CoreWeave nun Erlöse zwischen 12,4 und 13,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das bereinigte operative Ergebnis soll 960 Millionen bis 1,15 Milliarden US-Dollar erreichen. Der Mittelwert der neuen Umsatzspanne übertrifft den Analystenkonsens von 12,63 Milliarden US-Dollar.
Dieses enorme Wachstum verlangt allerdings nach gewaltigen Summen. CoreWeave plant für dieses Jahr Investitionen zwischen 35 und 39 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wies die Bilanz zum Ende des Quartals Schulden in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar aus. Der Widerstand gegen weitere Rechenzentren sowie der zunehmende Wettbewerb durch SpaceX und möglicherweise Meta verschärfen die Risiken.
Bislang bleibt die Nachfrage jedoch ungebrochen. Gegenüber CNBC sagte Vorstandschef Mike Intrator, die Preise und Margen der Blackwell- und Vera-Rubin-Angebote hätten Rekordniveaus erreicht. Steigende Kosten für Komponenten könne CoreWeave zudem an seine Kunden weitergeben. Die Börse setzt deshalb zunächst auf die Wachstumsstory. Doch mit den Umsätzen steigen auch die Verluste, Investitionen und Schulden in extreme Größenordnungen.
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