Der richtige Zeitpunkt neun Monate vor Vertragsende
"Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für diese wichtige Entscheidung, da die nun anstehende Phase der Restrukturierung personelle Kontinuität benötigt", sagte Engelmann der Mitteilung zufolge. Sein Vertrag wäre eigentlich Ende des Jahres ausgelaufen. Engelmann stand seit 2013 an der Spitze des 124 Jahre alten Familienunternehmens, dessen wichtigste Produkte Schiebe- und Panoramadächer für Autos sind. Außerdem stellt das in Stockdorf vor den Toren Münchens ansässige Unternehmen unter anderem Standheizungen sowie Batteriesysteme für E-Autos her. Ein Urenkel des Firmengründers Wilhelm Baier ist heute noch Miteigentümer und Aufsichtsratsmitglied.
Webasto war im vergangenen Jahr in finanzielle Schieflage geraten und hatte im Dezember eine Stabilisierungsvereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern abgeschlossen. Die Lage ist so schwierig, dass das Unternehmen im Januar den Unternehmensberater Johann Stohner als "Chief Restructuring Officer" in den Vorstand berufen hatte. Derzeit ist ein Sanierungsgutachten in Arbeit.
Problemstandort China
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
20
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| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
|
20
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Der nun ausscheidende Engelmann hatte in den im Rückblick goldenen 2010er Jahren das Chinageschäft sehr stark ausgebaut, doch ist die deutsche Autobranche insgesamt in ihrem wichtigsten Absatzmarkt ins Hintertreffen geraten. Chinesische E-Auto-Hersteller haben die lange vom Erfolg verwöhnten deutschen Konkurrenten mittlerweile hinter sich gelassen. Webasto betreibt insgesamt neun Standorte in der Volksrepublik, davon sieben Werke. Zwei Standorte sind im vergangenen Jahr bereits geschlossen worden.
Der künftige Vorstandschef Buchheim (57) ist kein Webasto-Mann, sondern wurde von außen geholt. Der studierte Elektrotechniker hat laut Webasto eine "nachgewiesene Erfolgsbilanz in der Transformation und Neuausrichtung internationaler Automobilzulieferer". Auch in Ostasien kennt sich Buchheim aus, bei einem seiner früheren Arbeitgeber leitete er das Chinageschäft.
Die Wirtschaftskrise trifft etliche Autozulieferer noch härter als die eigentlichen Hersteller. Dabei stellen bedeutende Zulieferer nicht nur Teile her, sondern waren in den vergangenen Jahren auch maßgeblich an Innovationen beteiligt. Etliche bekannte Firmen, darunter Bosch und Continental (Continental Aktie)
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