Anthropic-Vorwurf belastet Alibaba: Aktie auf 16-Monats-Tief
Nicolas Ebert
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Alibaba rutscht auf ein 16-Monats-Tief. Anthropic erhebt schwere KI-Vorwürfe, gleichzeitig kämpft der Konzern gegen eine Pentagon-Einstufung. Anleger werden nervös.
Für dich zusammengefasst:
Die Alibaba-Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten.
Alibaba verlor zeitweise 4,9 Prozent und 33 Prozent seit Jahresbeginn.
Das Pentagon setzte Alibaba auf eine Liste mutmaßlicher Militärunternehmen.
Die Aktie von Alibaba ist am Donnerstag in Hongkong auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten gefallen. Nach einem Bericht von Bloomberg wirft das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic dem chinesischen Technologiekonzern vor, unrechtmäßig auf sein Claude-Modell zugegriffen zu haben.
Alibaba verlor in Hongkong zeitweise 4,9 Prozent. Damit weitete sich das Minus seit Jahresbeginn auf 33 Prozent aus. Auch andere chinesische Anbieter großer Sprachmodelle gerieten unter Druck
Anthropic soll diese Woche einen Brief an Vertreter des Weißen Hauses und mehrere US-amerikanische Senatoren geschickt haben. Darin behauptet das Unternehmen laut Bloomberg, Alibaba versuche im industriellen Maßstab, unrechtmäßig Zugang zu Claude-Modellen zu bekommen.
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Destillation. Dabei wird ein schwächeres Modell mit den Ergebnissen eines stärkeren Modells trainiert. Anthropic sieht darin einen Versuch, Fähigkeiten der eigenen Plattform zu kopieren. Die Kampagne soll nach Darstellung des Unternehmens mit Alibaba und dem KI-Labor Alibaba Qwen verbunden sein.
Anthropic hatte bereits im Februar ähnliche Vorwürfe gegen DeepSeek und zwei weitere chinesische KI-Labore erhoben. Auch damals ging es um den Vorwurf, Funktionen der Claude-Plattform unrechtmäßig zu extrahieren.
Parallel wächst der politische Druck in den Vereinigten Staaten. Alibaba klagte am Dienstag gegen die US-amerikanische Regierung, nachdem das Pentagon den Konzern auf eine Liste mutmaßlicher chinesischer Militärunternehmen gesetzt hatte. Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in San Jose in Kalifornien eingereicht. Das berichtet Reuters.
Das Pentagon hatte seine schwarze Liste am 8. Juni erweitert. Sie umfasst nun 188 Unternehmen. Washington fürchtet, dass das chinesische Militär private Firmen für technologische Fortschritte nutzen könnte.
Alibaba weist die Einstufung zurück. Der Konzern erklärte, die Feststellungen hätten keine faktische oder rechtliche Grundlage. Das Unternehmen werde von einem unabhängigen Vorstand geführt. Die Produkte und Dienste seien für Einzelhandel, Logistik und Unternehmens-IT entwickelt, nicht für Waffen, Verteidigung oder Nachrichtendienste.
Nach US-amerikanischem Recht darf das Pentagon ab diesem Monat keine Verträge mehr mit Unternehmen auf der Liste abschließen. Ab 2027 darf es deren Produkte und Dienstleistungen auch nicht mehr über Dritte beziehen. Formelle Sanktionen sind mit der Einstufung aber nicht verbunden.
Neben Alibaba wurden auch Baidu, BYD, NIO und WuXi AppTec auf die Liste gesetzt.
Für Anleger verdichten sich die Risiken. Alibaba steht unter Druck durch den KI-Konflikt mit Anthropic und durch die sicherheitspolitische Prüfung in Washington. Die Aktie bleibt damit ein Brennpunkt im Machtkampf zwischen den Vereinigten Staaten und China.
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