Glyphosat-Showdown: UBS bleibt bullish – 44%-Chance bei Bayer
Nicolas Ebert
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Bayer steht vor wichtigen Entscheidungen im Glyphosat-Streit. Die UBS bleibt dennoch bei Kaufen und sieht 44 Prozent Kurspotenzial. Doch ein neues Worst-Case-Szenario droht.
Für dich zusammengefasst:
Bayer steht vor wichtigen Entscheidungen im Glyphosat-Streit.
Die UBS bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 Euro.
Eine Entscheidung von Bundesrichter Autrey wird bald erwartet.
Bayer steht vor wichtigen Entscheidungen im Glyphosat-Streit. Die Analysten der UBS bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel liegt bei 52 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Schlusskurs.
Die UBS ergänzt ihre Analyse um ein neues Szenario. Grund ist eine mögliche Änderung der gerichtlichen Zuständigkeit für den von Bayer (Bayer Aktie) vorgeschlagenen Glyphosat-Vergleich. Eine Minderheit der Klägeranwälte hatte am 22. Mai beantragt, das Verfahren vom Bezirksgericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri an ein Bundesgericht zu verlegen.
Nun wartet die Bank auf eine Entscheidung von Bundesrichter Rodney Autrey. Er muss klären, ob der Fall zurück an das Staatsgericht in Missouri geht oder auf Bundesebene bleibt. Sollte das Verfahren nicht zurückverwiesen werden, könnte es laut Rechtsexperten sehr wahrscheinlich bei Bundesrichter Vince Chhabria in Kalifornien landen.
Das wäre aus Sicht der UBS ein Risiko. Ein Vergleich könnte dort schwerer werden. Die Analysten verweisen auf frühere Äußerungen des Richters. Selbst ein Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten würde Bayer nach Einschätzung der UBS nicht vollständig aus der Affäre ziehen. Der Konzern müsste offene Glyphosat-Klagen in den Vereinigten Staaten wohl weiter per Vergleich lösen.
Besonders kritisch wäre eine Kombination aus zwei negativen Faktoren. Sollte der Fall zu Richter Chhabria gehen und der Oberste Gerichtshof gegen Bayer entscheiden, entstünde ein neues Worst-Case-Szenario. Dann sehen die Analysten nur noch einen Wert von 28 Euro je Aktie.
Kurzfristig richten sich die Blicke auf mehrere Auslöser. Die UBS erwartet eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Durnell weiter gegen Ende Juni 2026. Nach der mündlichen Verhandlung hatte ein von der Bank befragter Experte die Chance auf ein Bayer-freundliches Urteil noch auf rund 70 Prozent geschätzt.
Auch beim Vergleich selbst stehen Entscheidungen an. Wichtig ist, ob das Verfahren auf Bundesebene bleibt oder nach Missouri zurückgeht. Jüngste Experteneinschätzungen sehen die Chancen laut UBS etwa ausgeglichen. Die Entscheidung von Richter Autrey könnte jederzeit kommen.
Daneben wird entscheidend, wie viele Kläger aus dem Vergleich aussteigen. Davon hängt ab, ob Bayer den Vergleich weiterverfolgt. Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die UBS auf dem aktuellen Kursniveau bullish. Die Analysten sehen das Verhältnis von Chance und Risiko im Glyphosat-Komplex weiter als attraktiv an.
Für Anleger bleibt Bayer damit eine Aktie mit großem Hebel auf juristische Entscheidungen. Ein positiver Verlauf könnte den Titel deutlich antreiben. Ein Rückschlag vor Gericht würde das Risiko dagegen spürbar erhöhen.
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