Die teuersten Städte der Welt: Ein Date in Genf kostet fast 5-mal so viel wie in Delhi
Nicolas Ebert
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Zürich, Genf und New York verschlingen Vermögen. Doch eine frühere Hochpreis-Metropole wird plötzlich erstaunlich günstig. Das neue Ranking zeigt die Gewinner und Verlierer der Preiswelt.
Für dich zusammengefasst:
Zürich und Genf sind die teuersten Städte der Welt.
Luxemburg führt die Rangliste zur Lebensqualität an.
New York bleibt die teuerste Stadt für Dreizimmerwohnungen.
Zürich und Genf bleiben die teuersten Städte der Welt. Dahinter folgen Tel Aviv, New York und San Francisco. Tokio fällt dagegen mit überraschend niedrigen Preisen auf. Das zeigt die zehnte Ausgabe der Studie "Mapping the World’s Prices" des Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) Research Institute.
Die Untersuchung vergleicht die Lebenshaltungskosten in 69 Städten auf sechs Kontinenten. Die Preise wurden in US-Dollar umgerechnet. Die Daten stammen vor allem aus der Crowdsourcing-Datenbank Numbeo und wurden durch eigene Kontrollen ergänzt.
Neben dem Vorjahresvergleich betrachtet das Institut auch die Entwicklung seit 2016, 2019 und 2012. So werden langfristige Verschiebungen sichtbar.
Besonders deutlich ist der Wandel in Japan. Mitte der 1990er-Jahre lag das durch die Kaufkraftparität ermittelte Preisniveau in Tokio noch bei 173. Heute beträgt es nur noch 60.
Eine Dreizimmerwohnung kostet dort etwa ein Viertel der Miete in New York. Eine Mahlzeit für zwei Personen ist günstiger als in Warschau oder Prag und kostet nur rund ein Drittel so viel wie in Zürich oder New York.
Auch ein Menü bei McDonald’s kostet nur ein Viertel des Preises in Tel Aviv. Japan ist zudem der weltweit günstigste Ort für den Kauf eines iPhones von Apple. In der Türkei kostet das Smartphone dagegen das 2,2-Fache des Preises in den Vereinigten Staaten.
Europa punktet bei der Lebensqualität
Luxemburg führt erneut die Rangliste zur Lebensqualität an. Es folgen Kopenhagen, Amsterdam, Wien und München. Frankfurt erreicht Platz sechs.
Große Finanzzentren schneiden schwächer ab. Paris liegt auf Platz 43, New York auf Rang 46, London auf Platz 47 und Hongkong auf Rang 55. Hohe Wohnkosten, lange Pendelwege und Umweltbelastungen drücken die Bewertung.
Luxemburg, Kopenhagen, Frankfurt, Genf und Zürich gehören sowohl bei der Lebensqualität als auch beim verfügbaren Einkommen zu den besten zehn Städten. Keine Stadt aus den Vereinigten Staaten schafft es in beide Spitzengruppen.
Zürich zahlt die höchsten Gehälter
Zürich führt auch die weltweite Gehaltsrangliste an. Dahinter folgen San Francisco, Genf, Boston und New York.
Besonders stark stiegen die Einkommen in Mittel- und Osteuropa. In Budapest legten die Gehälter innerhalb von zehn Jahren um 161 Prozent zu. In Prag waren es 121 Prozent, in Warschau 120 Prozent.
Gleichzeitig verteuerten sich die Immobilien in Budapest um 209 Prozent. Das war der stärkste Anstieg der gesamten Stichprobe.
Die teuersten Immobilien stehen weiterhin in Hongkong. Seoul holt jedoch auf und liegt bereits auf Platz drei. Zürich, Singapur und Genf gehören ebenfalls zu den fünf teuersten Märkten.
New York bleibt bei Mieten an der Spitze
Bei Dreizimmerwohnungen bleibt New York die teuerste Stadt. Dahinter folgen Zürich, San Francisco, Boston und Singapur. London liegt auf Platz acht, Paris auf Rang 21, Frankfurt auf Platz 30 und Tokio nur auf Rang 40.
London verlangt mit Abstand die höchsten Preise für eine Monatskarte im öffentlichen Nahverkehr. In Luxemburg ist die Nutzung weiterhin kostenlos.
Auch bei Energie und Mobilität zeigen sich große Unterschiede. Benzin kostet in Hongkong fast neunmal so viel wie in Kairo. Eine Taxifahrt in Zürich ist 23-mal teurer als in der ägyptischen Hauptstadt.
Deutsche und mitteleuropäische Städte dominieren zudem die Rangliste der höchsten Nebenkosten. Das Institut sieht darin eine Folge der Energiekrise, der Abkehr von russischem Gas und des deutschen Atomausstiegs.
Im sogenannten "Cheap Date"-Index liegen Genf, Zürich, Tel Aviv, Oslo und Kopenhagen vorn. Ein Date in Genf kostet fast fünfmal so viel wie in Delhi.
Weinliebhaber finden dagegen in Rom besonders günstige Bedingungen. Dort kostet eine Flasche Wein weniger als in jeder anderen untersuchten Stadt. Der Internetzugang ist vor allem im Nahen Osten teuer. Dubai führt die Rangliste an, während Indien, Russland und China besonders günstige Verbindungen bieten.
Die Studie zeigt eine neu geordnete Welt der Preise. Die Schweiz bleibt extrem teuer. Die Vereinigten Staaten bieten hohe Gehälter, verlangen dafür aber enorme Mieten. Japan entwickelt sich dagegen vom Hochpreisland zu einem der günstigsten Ziele unter den großen Industriestaaten.
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