Intel plant größere Kapitalerhöhung – Aktie gerät unter Druck
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Intel erwägt offenbar, seine Kapitalerhöhung wegen der enormen Nachfrage von 15 auf rund 20 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Die Aussicht auf eine stärkere Verwässerung belastet den Kurs.
Für dich zusammengefasst:
Intel plant Kapitalerhöhung von 15 auf 20 Milliarden US-Dollar.
Die Nachfrage übersteigt 100 Milliarden US-Dollar.
Mit seiner am Montag angekündigten Kapitalerhöhung könnte Intel deutlich mehr Geld einsammeln als zunächst geplant. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, erwägt der US-Chiphersteller eine Aufstockung der Aktienplatzierung von 15 auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Das wäre etwa ein Drittel mehr als ursprünglich vorgesehen.
Auslöser ist die außergewöhnlich hohe Nachfrage. Laut Insidern summieren sich die Aufträge der Investoren auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Die Kapitalerhöhung wäre damit mehrfach überzeichnet. Sollte Intel zusätzlich die Mehrzuteilungsoption vollständig ausschöpfen, könnten die Einnahmen sogar deutlich über 20 Milliarden US-Dollar liegen.
Die neuen Aktien werden allerdings voraussichtlich mit einem Preisnachlass angeboten. Laut Bloomberg wird ein Ausgabepreis von rund 95 US-Dollar oder mehr diskutiert. Bei exakt 95 US-Dollar läge der Rabatt gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 6,5 Prozent. Das endgültige Platzierungsvolumen und der Ausgabepreis stehen noch nicht fest. Intel lehnte eine Stellungnahme ab.
An der Börse überwogen zunächst die Sorgen vor einer Verwässerung der bestehenden Anteile. Die Intel-Aktie verlor am Montag im regulären Handel 4,1 Prozent und gab nach Börsenschluss leicht weiter nach. Seit Jahresbeginn verbleibt dennoch ein Kursgewinn von rund 164 Prozent.
Konzernchef Lip-Bu Tan hat die Sanierung der Finanzen zu einer seiner wichtigsten Aufgaben erklärt. Dafür holte Intel bereits externe Geldgeber an Bord. Zu ihnen zählen die US-Regierung und der Konkurrent Nvidia.
Die geplante Kapitalerhöhung reiht sich in eine breitere Kapitaloffensive der KI-Branche ein. So arbeitet Alphabet an Eigenkapitalmaßnahmen im Umfang von bis zu 85 Milliarden US-Dollar. Oracle plant ein Aktienverkaufsprogramm über 20 Milliarden US-Dollar. Die Intel-Transaktion wird von JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup begleitet.
Damit bleibt für Aktionäre eine zentrale Unsicherheit bestehen: Gelingt es Intel, das frische Kapital gewinnbringend für den KI-Boom einzusetzen? Oder fällt der Preis für den finanziellen Neustart in Form einer stärkeren Verwässerung zu hoch aus?
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