Anleihe-Schock: Der Bond-Ausverkauf wird zum Risiko für die Börsen
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
US- und Europa-Renditen klettern auf jahrzehntelange Höchststände. Staatsschulden, teures Öl und der enorme Kapitalhunger der KI-Konzerne erhöhen jetzt den Druck auf Aktien.
Für dich zusammengefasst:
Die Renditen an den globalen Anleihemärkten steigen.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,27%.
Die USA verkaufen Staatsanleihen über 16 Milliarden US-Dollar.
Die Renditen an den globalen Anleihemärkten bewegen sich nahe jahrzehntelanger Höchststände. Sorgen über steigende Staatsschulden treiben die Finanzierungskosten nach oben und belasten zunehmend auch die globalen Aktienmärkte. Der südkoreanische Kospi brach um fast sechs Prozent ein. Besonders Halbleiterwerte gerieten unter Druck.
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen lag zuletzt bei rund 5,27 Prozent. Am Dienstag hatte sie mit 5,3371 Prozent den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht. Auch die Renditen zehn- und 30-jähriger Bundesanleihen stiegen laut Reuters auf die höchsten Niveaus seit 2011.
Das belastet auch andere Anlageklassen. Langfristige Staatsanleiherenditen dienen als wichtige Referenz für Aktienbewertungen, Immobilien und Hypothekenzinsen. Sally Auld, Chefökonomin der National Australia Bank, warnt deshalb vor Risiken für Aktien, Immobilien und Infrastruktur.
Dort nähert sich die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen der Marke von drei Prozent. Gleichzeitig bleibt die Inflation ein Risiko. Brent-Öl kostet weiterhin mehr als 90 US-Dollar je Barrel. Die Lage an der Straße von Hormus leibt brisant.
Auch der enorme Kapitalbedarf der Technologiekonzerne belastet den Anleihemarkt. Alphabet will laut Bloomberg rund fünf Milliarden Australische Dollar (Dollarkurs) aufnehmen. Für eine Anleihe mit 20 Jahren Laufzeit könnte die Rendite bei etwa 6,95 Prozent liegen.
Der Konzern hatte bereits Anfang August 25 Milliarden US-Dollar über US-Dollar-Anleihen eingesammelt. Der hohe Finanzierungsbedarf zeigt das Ausmaß des Investitionsbooms rund um Künstliche Intelligenz. Das Volumen neuer US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating hat 2026 bereits 1,5 Billionen US-Dollar überschritten.
US-Notenbank im Fokus
Die Fed veröffentlicht am Mittwochabend das Protokoll ihrer Juli-Sitzung. Die Vereinigten Staaten wollen außerdem Staatsanleihen mit 20 Jahren Laufzeit im Volumen von 16 Milliarden US-Dollar verkaufen.
Nigel Green von deVere Group sieht ein wachsendes Vertrauensproblem. Anleger gingen nicht mehr automatisch davon aus, dass Regierungen ihre Ausgaben unter Kontrolle bringen. Damit steigt der Druck auf die Staaten, ihre Haushalte zu stabilisieren oder dauerhaft höhere Finanzierungskosten zu akzeptieren.
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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