Airbus dreht im Mai auf: China-Stau löst sich und nächster Mega-Deal winkt

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Airbus steigert Auslieferungen
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Airbus hat im Mai offenbar 81 Jets ausgeliefert – fast 59 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch hinter dem Sprung steckt mehr als operative Stärke: Ein gelöster China-Streit, entspannte Lieferkettenprobleme und ein möglicher Großauftrag von Singapore Airlines machen die Aktie wieder spannend.
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Airbus hat im Mai offenbar einen deutlichen Auslieferungssprung geschafft. Nach Angaben aus Branchenkreisen lieferte der europäische Flugzeugbauer im vergangenen Monat 81 Maschinen aus. Im Mai 2024 waren es lediglich 51 Jets gewesen. Das entspricht einem Plus von knapp 59 Prozent.

Der starke Anstieg kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Denn Airbus steht unter Druck, sein Jahresziel von geplanten 870 Auslieferungen zu erreichen. Noch ist offen, ob der Mai-Schub ausreicht, um die Zweifel am Produktionshochlauf zu zerstreuen. Klar ist aber: Ein Teil der zuletzt blockierten Maschinen scheint nun ausgeliefert worden zu sein.

China-Streit bremste Airbus aus

Airbus hatte bereits im April erklärt, dass eine Reihe von Auslieferungen im ersten Quartal wegen eines "administrativen Themas" in China aufgehalten worden sei. Dieses Problem sei inzwischen gelöst.

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Boeing Aktie 186,46 € -0,43%

Branchenkreisen zufolge ging es dabei offenbar um mehr als nur Bürokratie. China soll die Auslieferung neuer Airbus-Flugzeuge verzögert haben, um Druck auf europäische Regulierungsbehörden auszuüben. Hintergrund ist die noch ausstehende Zertifizierung des chinesischen Passagierjets C919 in Europa.

Die französische Zeitung La Tribune hatte am 11. Mai zuerst über den Stillstand berichtet. Demnach waren rund 20 Flugzeuge betroffen. Bloomberg meldete später, die Blockade habe mehrere Monate angedauert.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA erklärte nach dem Bloomberg-Bericht, die Validierung der C919 schreite "in voller Zusammenarbeit" mit den chinesischen Behörden und dem Hersteller COMAC voran.

Lieferketten bleiben das große Risiko

Trotz des starken Mai-Werts bleibt die Lage angespannt. Analysten warnen, dass es noch zu früh sei, um Entwarnung zu geben. Airbus kämpft weiterhin mit Engpässen bei Triebwerken, Kabinenausstattungen und Zulieferteilen.

Besonders problematisch sind auch Verzögerungen aus einem früheren Werk von Spirit AeroSystems in den USA, das Teile für den Airbus A350 liefert. Damit bleibt die Frage offen, ob Airbus den Rückstand im weiteren Jahresverlauf vollständig aufholen kann.

Für Anleger ist der Mai dennoch ein wichtiges Signal. Der Konzern kann offenbar blockierte Auslieferungen abarbeiten. Gleichzeitig zeigt der Fall China, wie stark geopolitische und regulatorische Faktoren inzwischen in die Produktions- und Auslieferungspläne der Flugzeugbauer hineinwirken.

Singapore Airlines plant nächsten Großauftrag

Parallel dazu könnte Airbus vor einem weiteren Großauftrag stehen. Singapore Airlines führt Brancheninsidern zufolge Gespräche mit Airbus und Boeing über den Kauf von mindestens 50 Großraumflugzeugen. Die Maschinen sollen die nächste Wachstumsphase der Airline ab dem kommenden Jahrzehnt absichern.

Im Rennen sind demnach weitere Boeing 777X mit rund 400 Sitzen sowie der etwas kleinere Airbus A350-1000. Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium. Zusätzlich könnten Optionen für Dutzende weitere Jets vereinbart werden.

Singapore Airlines erklärte, man prüfe regelmäßig Pläne zur Flottenerneuerung, kommentiere jedoch keine "vertraulichen Gespräche, die wir führen oder auch nicht führen". Airbus und Boeing äußerten sich ebenfalls nicht.

Prestige-Duell zwischen Airbus und Boeing

Der mögliche Auftrag ist strategisch bedeutsam. Singapore Airlines gilt als einer der wichtigsten Käufer von Langstreckenjets weltweit. Die Airline ist bekannt für besonders sorgfältige und diskret geführte Flugzeugverhandlungen. Ihre Entscheidungen können Signalwirkung für andere Fluggesellschaften haben.

Für Airbus wäre ein Auftrag über den A350-1000 ein wichtiger Prestigeerfolg im Langstreckensegment. Für Boeing wäre eine weitere Bestellung der 777X ein dringend benötigtes Vertrauenssignal für ein Programm, das in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verzögerungen zu kämpfen hatte.

Der Zeitpunkt ist brisant. Während einige Airlines wegen höherer Ölpreise vorsichtiger werden und Kapazitäten zurückfahren, will Singapore Airlines weiter wachsen. Damit könnte der Wettbewerb um moderne, effiziente Langstreckenflugzeuge noch härter werden.

Airbus liefert – aber der Druck bleibt hoch

Der Mai bringt Airbus einen dringend benötigten Befreiungsschlag. 81 ausgelieferte Flugzeuge sind ein starkes Signal, vor allem nach den Verzögerungen in China. Doch der Konzern ist noch nicht aus dem Schneider.

Das Jahresziel von 870 Auslieferungen bleibt ambitioniert. Lieferketten, Triebwerke, Kabinenausstattungen und geopolitische Spannungen bleiben Risikofaktoren. Gleichzeitig zeigt der mögliche Großauftrag von Singapore Airlines, dass die Nachfrage nach modernen Langstreckenjets weiter robust ist.

Für Airbus-Anleger ist die Botschaft klar: Operativ kommt Bewegung in den Konzern. Doch der wahre Belastungstest steht erst noch bevor.

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Redaktion Ariva/MW


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