Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Nach einem durchwachsenen September richtet sich der Blick der Wall Street auf die nächsten Chancen. JPMorgan hat seine Favoritenliste für Oktober aktualisiert und setzt dabei auf eine Mischung aus Value- und Wachstumswerten. Neu auf der Favoritenliste stehen unter anderem American Express, Liberty Energy und Thermo Fisher Scientific.
Schwacher September hinterlässt Spuren
Die großen US-Indizes gingen mit unterschiedlichen Vorzeichen aus dem September. Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent, während der Dow Jones mit einem Minus von 4,3 Prozent deutlich stärker unter Druck geriet. Der Nasdaq Composite hingegen legte im Monatsverlauf um 1,9 Prozent zu.
Zum Start in den Oktober hat JPMorgan nun seine Liste der Aktien aktualisiert, die von den Analysten mit "Overweight" eingestuft werden und aus Sicht der Bank besonders interessant erscheinen.
Bei den Value-Aktien setzt JPMorgan auf American Express. Die Aktie des Kreditkartenkonzerns hat seit Jahresbeginn über 15 Prozent verloren. Belastet wird der Kurs vor allem von Sorgen um die Widerstandsfähigkeit der US-Verbraucher und die Entwicklung der Kreditkosten angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit.
Analyst Richard Shane sieht darin jedoch eine Chance. American Express bleibe für Anleger interessant, die nach hohen Renditen und einer konsequenten Kapitalrückführung suchen. Dabei verweist der Experte insbesondere auf die Kombination aus Dividenden und Aktienrückkäufen. Das Unternehmen kaufe Jahr für Jahr Aktien im Umfang von rund drei Prozent der ausstehenden Papiere zurück.
Damit könnte der deutliche Kursrückgang für langfristig orientierte Anleger einen attraktiveren Einstieg ermöglichen.
Liberty Energy profitiert vom KI-Boom
Deutlich offensiver fällt die Empfehlung bei Liberty Energy aus. Die Aktie des Energiedienstleisters ist innerhalb eines Jahres bereits um über 52 Prozent gestiegen. JPMorgan sieht dennoch weiteres Potenzial wegen des anhaltenden KI-Booms.
Analyst Arun Jayaram erwartet, dass das Stromangebot für sogenannte Behind-the-Meter-Lösungen strukturell knapp bleibt. Der Ausbau neuer Rechenzentren dürfte den Bedarf zusätzlich erhöhen.
JPMorgan rechnet damit, dass das Defizit bei der Stromversorgung bis 2030 anhalten könnte. Liberty Energy könnte zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehören.
Thermo Fisher setzt auf KI und Biopharma
Auch Thermo Fisher Scientific schafft es auf die Favoritenliste. Die Aktie des Life-Science-Konzerns hat in den vergangenen drei Monaten bereits mehr als 26 Prozent zugelegt. Rückenwind lieferten unter anderem der starke Geschäftsausblick sowie eine neue Partnerschaft mit der Mayo Clinic zur Früherkennung von Krankheiten.
JPMorgan sieht die Kurschancen damit jedoch noch nicht ausgeschöpft. Analyst Casey Woodring verweist vor allem auf zwei langfristige Wachstumstreiber: den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz und die Bemühungen der USA, die heimische Biopharma-Produktion auszubauen.
Gerade das sogenannte Reshoring könnte die Nachfrage nach Laborgeräten, Analyseverfahren und weiteren Produkten für die Pharma- und Biotechindustrie erhöhen.
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