Inflation, Öl, Zinsen: Japans heikle Mischung wird jetzt explosiv

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
Nicolas Ebert Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

 | 
aufrufe Aufrufe: 2251
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Die Skyline von Tokio,der Hauptstadt Japans und eine der größten und modernsten Metropolen der Welt.
©unsplash.com
Japans Inflation zieht wieder an. Höhere Energiepreise erhöhen den Druck auf die Bank of Japan. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaft robust. Genau das könnte den nächsten Zinsschritt auslösen.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Kerninflation in Japan dürfte im Juni wieder angezogen haben. Höhere Energiepreise und angepasste Gebühren für medizinische Leistungen treiben den Preisauftrieb. Das zeigt eine Reuters-Umfrage unter 16 Ökonomen.

Der landesweite Kern-Verbraucherpreisindex dürfte gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gestiegen sein. Im Mai lag die Rate noch bei 1,4 Prozent. Damit bliebe die Inflation allerdings den fünften Monat in Folge unter dem Ziel der Bank of Japan von zwei Prozent.

Keisuke Kobayashi von Mitsubishi (Mitsubishi Aktie) UFJ Research & Consulting verweist auf die höheren Rohölpreise infolge des Iran-Konflikts. Diese hätten den Rückgang der Energiepreise gebremst. Gleichzeitig schwäche sich die Lebensmittelinflation ohne frische Waren weiter ab.

Ryosuke Katagi von Mizuho Securities erwartet zusätzlichen Preisdruck durch höhere Gebühren für medizinische Dienstleistungen. Die Folgen des Konflikts im Nahen Osten dürften sich ab dem Sommer noch deutlicher zeigen.

Werte aus dem Artikel:
Nikkei 225 66.269,41 -0,10%

Auch auf der Erzeugerstufe steigen die Preise kräftig. Japans Großhandelsinflation erreichte im Juni 7,1 Prozent. Das war der stärkste Anstieg seit März 2023.

Die Daten dürften daher bei der nächsten Sitzung der Bank of Japan eine wichtige Rolle spielen. Die Zentralbank überprüft dabei ihre Wachstums- und Inflationsprognosen. Das Innenministerium veröffentlicht die Verbraucherpreise am 24. Juli.

Joel Frick, Investment Lead bei der Bendura Bank, sieht Japan weiterhin als eine der stärksten Volkswirtschaften Asiens. Das Wachstum sei robust geblieben. Die Bank of Japan habe deshalb den Leitzins auf ein Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten angehoben. Weitere Schritte zur Normalisierung der Geldpolitik seien möglich.

Zusätzlichen Rückenwind liefern staatliche Investitionen in künstliche Intelligenz, Halbleiter, Verteidigung und Raumfahrt. Japan wolle damit seine Position in der globalen Technologieschöpfungskette ausbauen.

Der japanische Leitindex kann dieses Bild aktuell nicht wiedergeben. Der Nikkei 225 gab in den vergangenen vier Wochen etwa neun Prozent nach.


Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend