Walmart bricht trotz übertroffener Erwartungen ein – das ist der Grund!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Ansicht einer Walmart-Filiale (Symbolbild).
© KDavid Montero auf Unsplash.
Der US-Einzelhändler Walmart hat am Donnerstagmittag starke Zahlen, aber einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt. Anlegerinnen und Anleger reagieren gereizt.
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Walmart übertrifft die Erwartungen, aber kann trotzdem nicht profitieren

Trotz anhaltend hoher Lebenshaltungskosten und einem wirtschaftlich unsicheren Ausblick vor allem für einkommensschwache Haushalte zeigen sich US-Verbraucherinnen und -Verbraucher weiter robust und ausgabenfreudig. Das haben die am Donnerstag von Einzelhandelsriese Walmart vorgelegten Quartalszahlen bewiesen.

Der hat mit seinem Geschäftsbericht die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Trotzdem ist die Aktie heftigen Verlusten ausgesetzt, weil Anlegerinnen und Anleger mit dem Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf ein entscheidendes Haar in der Suppe gefunden haben.

Werte aus dem Artikel:
Walmart Aktie 96,98 € +0,51%

Sam's Club und Online-Verkäufe schieben das Wachstum an

Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 5,9 Prozent auf 187,94 Milliarden US-Dollar zu, womit die Erwartungen um 1,12 Milliarden US-Dollar übertroffen wurden. Wachstumstreiber sind erneut einerseits das E-Commerce-Geschäft mit einem Plus von 23 Prozent sowie das Anzeigengeschäft mit einem Plus von 38 Prozent gewesen.

Ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum verzeichnet mit +8,8 Prozent auf 25,7 Milliarden US-Dollar auf Sam's Club; Warenhausgeschäfte mit Mitgliedschaftssystem (zu denen auch Mitbewerber Costco gehört) erfreuen sich in den USA wachsender Beliebtheit, da sie oft überdurchschnittlich günstige Verkaufspreise anbieten.

Operativer Gewinn legt zu, aber Nettoertrag fällt

Auf der Ertragsseite lieferte Walmart einen bereinigten Gewinn (Non-GAAP) von 0,81 US-Dollar pro Aktie, was um 7 Cent über den Schätzungen der Analystinnen und Analysten lag.

Vor allem der operative Ertrag legte stark zu und konnte währungsbereinigt um 17,4 Prozent beziehungsweise um 2,1 Milliarden US-Dollar auf knapp 9,4 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Hierfür waren vor allem Zollrückzahlungen und um 17 Prozent gestiegene Erlöse aus den margenstarken Mitgliedschaftsgebühren verantwortlich.

Aufgrund deutlich gestiegener Kosten sowohl für die verkauften Produkte als auch für betriebliche Aufwendungen fiel der auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallende Nettogewinn allerdings von rund 7,0 auf 6,4 Milliarden US-Dollar. Auf GAAP-Basis bedeutet das einen Rückgang des Gewinns pro Aktie von 0,88 auf 0,80 US-Dollar.

Enttäuschender Ausblick, nur wenig Wachstum in Q3 erwartet

Doch der rückläufige Nettoertrag war nicht der einzige Grund für Unzufriedenheit unter Investoren, auch der Ausblick auf das kommende Quartal stellte nicht zufrieden.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Walmart weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4,0 bis 5,0 Prozent, was deutlich unter der Markterwartung von 6,5 Prozent liegt. Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie unterbot der Konzern mit einer Spanne von 2,80 bis 2,87 US-Dollar die Prognosen von 2,90 US-Dollar.

Vor allem für das kommende Quartal rechnet Walmart mit einer schwachen Entwicklung und einem Umsatzwachstum von nur 3,0 bis 3,75 Prozent, während Expertinnen und Experten auf knapp 6 Prozent getippt hatten.

Aktie gibt deutlich nach, technische Ausgangslage verschärft sich

Die Kombination aus rückläufigen Nettoerträgen und einem schwachen Ausblick kam in der US-Vorbörse überhaupt nicht an, in einer ersten Kursreaktion büßte Walmart rund 6 Prozent an Wert ein. Damit fiel sie auf das bislang niedrigste Niveau in diesem Jahr, nachdem sie noch im Mai neue Rekordnotierungen erzielt hatte.

Aus charttechnischer Perspektive spitzt sich die Lage damit nach dem Death Cross vor rund einem Monat weiter zu. Die Aktie notiert sowohl unterhalb der 50- als auch der 200-Tage-Linie und hat mit dem Jahrestief außerdem ein weiteres Verkaufssignal geliefert. Eine Schnelle Erholung ist unterdessen nicht zu erwarten, weil der RSI zwar Schwäche, aber noch keine überverkauften Zustände anzeigt.

19.08.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Investoren sollten sich auf weitere Kursverluste einstellen

Die Aktie von Walmart hat sich in den vergangenen drei Jahren trotz einer fortgeschrittenen Unternehmensbewertung mit einem Plus von knapp 120 Prozent bemerkenswert stark entwickelt. Das erlaubt allerdings keine Fehltritte und davon hat sich das Unternehmen am Donnerstag gleich zwei geleistet: Ein Nettoertrag unter dem Vorjahresniveau und ein Ausblick auf das kommende Quartal deutlich unter den Erwartungen.

Die vorbörslichen Kursverluste von rund 6 Prozent gehen auch in dieser Höhe in Ordnung, denn für das laufende Geschäftsjahr ist Walmart bereits mit rund dem 40-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet, was gegenüber der historischen Norm einen Aufschlag von rund einem Drittel bedeutet. Da die Aktie bei vielen weiteren Kennziffern in ähnlicher Größenordnung über ihren Durchschnittswerten handelt und der Chart technisch angeschlagen ist, sollten sich Anlegerinnen und Anleger auf weitere Kursverluste einstellen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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