WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der VW-Konzern rechnet mit einer weiteren Verschärfung des harten Wettbewerbs in China. In diesem Jahr dürfte dort vor Abschreibungen nur noch ein Abschneiden rund um die Gewinnschwelle drin sein, wie aus einer Präsentation des Konzern zu den Zahlen des dritten Quartals hervorgeht. Nach dem ersten Halbjahr waren die Wolfsburger für ihr einstiges Wachstumsgeschäft noch von 200 bis 600 Millionen Euro positivem anteiligen Beitrag der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen ausgegangen. Zum Vergleich: In den Jahren 2018 und 2019 hatte VW in der Volksrepublik jeweils noch mehr als 4 Milliarden Euro verdient.
Für dich zusammengefasst:
VW rechnet mit Wettbewerbsverschärfung in China.
In den ersten neun Monaten 2023 Verlust von 113 Millionen Euro.
Marktforscher erwarten 2023 weniger als 19 Millionen Verkäufe.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres fuhr VW mit seinen chinesischen Joint Ventures gar einen anteiligen operativen Verlust in Höhe von 113 Millionen Euro ein. Grund war eine Abschreibung auf den in China gefloppten Elektroautobaukasten MEB. Ohne diese wäre das Ergebnis mit 110 Millionen Euro noch positiv ausgefallen. Da VW aber im Gesamtjahr nicht mit mehr rechnet als einer schwarzen oder roten Null, dürfte das vierte Quartal ebenfalls einen anteiligen operativen Verlust liefern.
VW-China-Chef Ralf Brandstätter hatte bereits am Vortag vor dem weiterhin schwachen Umfeld im größten Automarkt der Welt gewarnt. "Der Gesamtmarkt in China ist im freien Fall", sagte er dem "Handelsblatt". In der Volksrepublik seien 2025 insgesamt mehr als 24 Millionen Fahrzeuge verkauft worden; im laufenden Jahr erwarteten Marktforscher weniger als 19 Millionen.
"Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass sich der Markt im nächsten Jahr deutlich erholt. Er dürfte sich weiter um 19 Millionen Fahrzeuge bewegen", sagte Brandstätter. Bis 2030 erwarteten Marktforscher 19 bis 21 Millionen Fahrzeuge.
Konkrete Verkaufsziele für 2030 nannte Brandstätter nicht, betonte aber: "Wir wollen unseren Marktanteil von elf Prozent langfristig halten". Aus den von dem Manager genannten Zahlen für den Gesamtmarkt und einem Marktanteil von elf Prozent ergeben sich rechnerisch etwa 2,1 bis 2,3 Millionen Fahrzeuge./men/stw/mis
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