Thyssenkrupp: Darum erhöht die BofA jetzt das Kursziel
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Thyssenkrupp verfehlt im dritten Quartal die Erwartungen deutlich, BofA erhöht dennoch das Kursziel auf 19 Euro. Grund ist die anstehende Abspaltung von Materials Services und die Aussicht auf höhere Stahlmargen durch neue EU-Zollquoten.
Für dich zusammengefasst:
Thyssenkrupp erzielte im Q3 ein EBIT von 183 Millionen Euro.
Die BofA erhöhte das Kursziel von 18 auf 19 Euro.
Thyssenkrupp plant die Abspaltung von Materials Services.
Thyssenkrupp hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten verfehlt, dennoch bleibt die Investmentbank BofA Securities optimistisch für den Konzern. Die Bank hat ihr Kursziel für die Aktie von 18 auf 19 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt.
Im Quartal bis Ende Juni erzielte Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) ein bereinigtes EBIT von 183 Millionen Euro. Das entspricht zwar einem Plus von 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verfehlte aber die Konsensschätzung um 11 Prozent und lag auch unter den eigenen Prognosen von BofA. Auch beim freien Cashflow vor Übernahmen enttäuschte der Konzern: Hier stand ein Minus von 114 Millionen Euro, während der Markt mit einem positiven Wert gerechnet hatte. Die Nettoliquidität fiel mit 2,6 Milliarden Euro ebenfalls niedriger aus als erwartet.
Die Schwäche kam vor allem aus den Sparten Automotive Technology und Decarbon Technologies. Deutlich besser liefen dagegen Materials Services, die Stahlsparte und der Bereich Marine Systems, wo sich die operative Erholung fortsetzte.
Trotz des durchwachsenen Quartals hat Thyssenkrupp die Jahresprognose leicht angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 600 und 900 Millionen Euro, zuvor lag die Spanne bei 500 bis 900 Millionen. Auch beim Nettoergebnis wurde die Bandbreite nach oben verengt. Der freie Cashflow vor Übernahmen soll wie bisher zwischen minus 600 und minus 300 Millionen Euro liegen.
Für zusätzliche Fantasie sorgt die geplante Abspaltung der Sparte Materials Services unter dem neuen Namen tk accelis. Die Aktionäre haben dem Vorhaben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bereits zugestimmt, Thyssenkrupp will bis Jahresende an die Börse gehen und dabei 51 Prozent an der neuen Gesellschaft behalten. Der Verkauf der HKM-Beteiligung an Salzgitter wurde bereits abgeschlossen.
Als nächsten Termin nennen die Analysten den Kapitalmarkttag der Stahlsparte am 28. September. BofA sieht in der laufenden Restrukturierung von Thyssenkrupp weiterhin die zentrale Investmentstory und begründet das höhere Kursziel unter anderem mit den neuen EU-Zollquoten für Stahl, die ab Juli greifen und die Margen der Sparte stützen dürften.
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