XPENG Flagship store in Shanghai
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Tesla muss nicht BYD fürchten, sondern XPeng!

Modelloffensive, KI-Durchbruch und globale Expansion: XPeng startet mit enormem Tempo ins Jahr 2026. Während die Aktie noch weit vom Rekordhoch entfernt ist, liefert der chinesische Autobauer technologisch ab – und könnte Tesla immer mehr auf die Pelle rücken.
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XPeng ist mehr als ein chinesischer Elektroautohersteller. Das Unternehmen versteht sich zunehmend als KI-getriebener Technologiekonzern mit Fokus auf intelligente Mobilität. Neben Premium-Elektroautos entwickelt XPeng eigene KI-Chips, autonome Fahrsysteme, humanoide Roboter und sogar fliegende Fahrzeuge. Gründer und CEO He Xiaopeng verfolgt dabei einen integrierten Ansatz aus Software, Hardware und künstlicher Intelligenz – ähnlich wie Tesla, allerdings mit chinesischer Geschwindigkeit in der Umsetzung.

Produkt- und Technologieoffensive

Zum Jahresauftakt 2026 setzt XPeng gleich mehrere Ausrufezeichen. Auf dem Frühjahrs-Produktlaunch in Guangzhou stellte das Unternehmen den 2026 XPENG P7+ vor, eine KI-gestützte Premium-Limousine der nächsten Generation. Das Modell kommt als vollelektrische Variante und soll zeitgleich in 36 Ländern eingeführt werden.

Die Europa-Premiere folgte einen Tag später auf dem Brüsseler Autosalon. Dort demonstrierte XPeng nicht nur Reichweite und Design, sondern auch Alltagstauglichkeit: 33 große 20-Zoll-Gepäckstücke passten problemlos in den Innenraum. Insgesamt bietet der neue P7+ 104 Verbesserungen im Fahrerlebnis, bei einer Erneuerungsrate von 36 Prozent bei den Kernbaugruppen – ein deutliches Signal für den technologischen Anspruch.

Parallel meldete XPeng einen wichtigen Produktionsmeilenstein. Am 9. Januar lief bereits das 100.000ste Fahrzeug des neuen P7+ vom Band. Besonders bemerkenswert: Die Probefertigung fand erfolgreich beim Fertigungspartner Magna in Graz statt – ein starkes Zeichen für die internationale Produktionsreife des Konzerns.

Wachstum und internationale Dynamik

Die technologische Offensive trifft auf eine außergewöhnliche kommerzielle Dynamik. Im Jahr 2025 lieferte XPeng weltweit 429.445 Fahrzeuge aus, ein Plus von 126 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark entwickelten sich die internationalen Märkte: Die Auslieferungen außerhalb Chinas stiegen um 96 Prozent auf 45.008 Fahrzeuge.

Europa entwickelte sich zum Wachstumsmotor. Mit 22.787 ausgelieferten Fahrzeugen legten die Verkäufe um 126 Prozent zu. In Ländern wie Norwegen, Belgien und Frankreich zählt XPeng inzwischen zu den meistverkauften chinesischen EV-Startups. Insgesamt ist der Konzern heute in rund 60 Ländern und Regionen präsent.

KI-Durchbruch: Autonomes Fahren und Robotaxis

Im Zentrum der Strategie steht die zweite Generation des hauseigenen Visual-Language-Action-Modells, kurz VLA 2.0. XPeng bezeichnet es als erstes physisches KI-System der Branche mit grundlegenden L4-Fähigkeiten für autonomes Fahren. Anders als klassische Systeme übersetzt die KI visuelle Eindrücke direkt in Fahrbefehle – ohne den Umweg über Sprache oder abstrakte Zwischenschritte.

Die gleiche Technologie treibt auch das Robotaxi-Programm an, das bereits geschlossene Tests bestanden hat und nun in den öffentlichen Straßenverkehr überführt werden soll. Ab März 2026 will XPeng VLA 2.0 per Over-the-Air-Update in Kundenfahrzeuge ausrollen.

Zukunftsmärkte: Roboter und fliegende Autos

Über das Autogeschäft hinaus treibt XPeng ambitionierte Zukunftsprojekte voran. Der humanoide Roboter "Iron" sorgte zuletzt für Aufsehen, als auf dem AI Day sogar eine weibliche Version mit extrem flüssigen, fast menschlichen Bewegungen vorgestellt wurde. Selbst CEO He Xiaopeng zeigte sich amüsiert über Spekulationen, es könne sich um einen Menschen unter der Roboterhülle handeln.

Hinzu kommt das Flugauto-Projekt AeroHT, eine Kombination aus Fahrzeug und abkoppelbarem eVTOL. Die Serienproduktion soll bereits 2026 starten, Bestellungen im Umfang von rund 7.000 Einheiten liegen laut Unternehmen bereits vor. Parallel prüft XPeng laut Bloomberg einen Börsengang der Tochter Xpeng Aeroht in Hongkong – begleitet von JPMorgan und Morgan Stanley.

Bewertung und Ausblick

Trotz dieser Dynamik ist XPeng an der Börse vergleichsweise niedrig bewertet. Mit rund 18 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung liegt der Konzern weit hinter Tesla, dessen Bewertung das Robotaxi- und Roboterpotenzial längst einpreist. Tesla kommt auf etwa 1,6 Billionen US-Dollar Börsenwert – fast das 90-Fache.

Dabei nähert sich XPeng nicht nur technologisch an. Das Kerngeschäft mit Elektroautos wächst rasant und steht kurz vor der Profitabilität. Für 2026 erwartet das Unternehmen den Sprung in die schwarzen Zahlen und peilt mittelfristig weltweit über 600.000 ausgelieferte Fahrzeuge an.

Fazit

XPeng könnte 2026 der Autobauer aus China sein, der wirklich Furore sorgt. Die Kombination aus starkem Absatzwachstum, echter KI-Innovation und ambitionierten Zukunftsprojekten hebt den Konzern deutlich von vielen Wettbewerbern ab. Während Tesla heute noch klar vorn liegt, rückt XPeng technologisch und strategisch näher – und könnte dem US-Pionier Schritt für Schritt auf die Pelle rücken.

Redaktion Ariva/MW 

 


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