Studie: Milliardenwerte in Europas Elektroschrott ungenutzt

dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 298
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Ein Mann arbeitet an einer Statistik (Symbolbild).
- ©Dall-E

BERLIN (dpa-AFX) - In ausgedienten Haushaltsgeräten und alter Unterhaltungselektronik schlummern in der EU ungenutzte Rohstoffwerte von mehr als 65 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative "Cradle to Cradle Electronics", die anlässlich der Technikmesse IFA in Berlin vorgestellt wurde. Die Autoren warnen vor drastischen Risiken für die europäische Industrie durch geopolitische Abhängigkeiten und mahnen ein grundlegend neues Produktdesign nach dem Kreislaufprinzip an.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Dem Bericht zufolge landen jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen kritischer und strategischer Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt oder seltene Erden in neu auf den EU-Markt gebrachten Geräten. Viele dieser Materialien stammen fast vollständig aus Drittstaaten - allen voran China, das etwa bei schweren seltenen Erden nahezu eine Monopolstellung hält.

Für die Produktion der Neugeräte müssen die Hersteller viel Geld in die Hand nehmen. Exportbeschränkungen, Halbleiterkrisen und der weltweite Boom von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treiben die Beschaffungspreise stark in die Höhe. Gleichzeitig bleibt dieses Potenzial nach der Nutzung weitgehend unerschlossen: Zwar fallen in Europa jährlich mehr als 13 Millionen Tonnen Elektroschrott an, doch die offizielle Sammelquote liegt bei lediglich rund 43 Prozent. Allein in europäischen Schubladen verstauben demnach schätzungsweise 700 Millionen ungenutzte Smartphones, die rund 50.000 Tonnen strategische Rohstoffe binden.

Fehler machen die Autoren der Studie auch bei der Behandlung des Elektroschrotts aus: Weil Altgeräte oft geschreddert, verbrannt oder illegal exportiert würden, gingen wertvolle Metalle und Komponenten verloren.

Als Ausweg schlägt die Studie das "Cradle to Cradle"-Konzept (C2C) vor. Geräte müssten von vornherein als "Materialbanken" konzipiert werden: ohne giftige Stoffe, leicht demontierbar und modular aufgebaut. Dadurch ließen sich Komponenten wie Motoren oder Elektronikmodule gezielt reparieren, aufbereiten und wiederverwenden. Bei Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen, die noch mehrheitlich in Europa gefertigt werden, könnten optimierte Kreisläufe bis zu 50 Prozent des Materialbedarfs für die Neugeräte einsparen./chd/DP/zb



Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren