SPD-Generalsekretär: Jeder wusste um Bas' familiäre Lage

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BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Rücktritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas bekräftigt SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf Vorwürfe gegen die Union. Nach seiner Darstellung war der Trauerfall in Bas' Familie in der Koalition bekannt - und trotzdem habe die Kritik an ihr aus den Reihen der CDU angehalten. "Jeder wusste, dass dieser persönliche Trauerfall bei Bärbel Bas momentan eine große Rolle spielt und dass sie auch in Duisburg ist, dass sie dort viele Dinge zu regeln hatte", sagte Klüssendorf dem ZDF-"Morgenmagazin". "Es gab eine Phase auch schon vor dem Sterbefall, wo es darum ging, Dinge zu organisieren, auch die Hospizbegleitung zu machen", sagte er weiter.

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Bas hatte am Montag nach dem Tod ihrer Stieftochter ihren sofortigen Rückzug als Arbeitsministerin und SPD-Chefin erklärt. Sie brauche Zeit, um zu trauern, erklärte die 58-Jährige. Gleichzeitig kritisierte sie, dass in dieser für sie schwierigen Zeit, "die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners", forciert worden seien. In der Vorwoche hatte Bas wegen eines "Trauerfalls im engsten Familienkreis" zunächst alle ihre Termine abgesagt, auch im September hatte sie bereits aus familiären Gründen Termine gestrichen. Nähere Details machten Bas und das Ministerium nicht öffentlich.

Klüssendorf: Kritische Nachfragen und Stimmungsmache gegen Bas

Klüssendorf sagte, man müsse vor allem vom Koalitionspartner erwarten können, dass in einer solchen Lage Rücksicht genommen werde. Bas habe sich erst um die "Betreuung" gekümmert, dann um die "Trauerarbeit". Es gehe nicht um eine besonders aggressive Sprache der Angriffe, sondern mehr um täglich konfrontative Nachfragen. In Hintergrundgesprächen mit Medienvertretern sei zudem gegen Bas Stimmung gemacht und ihre Abwesenheit in Berlin kritisiert worden, sagte er im ZDF weiter.

In der SPD gebe es hinsichtlich des Umgangs des Koalitionspartners mit Bas "ein großes Unverständnis". Die Koalition werde weiter zusammenarbeiten, aber "wir müssen uns zusammenreißen", mahnte der SPD-Generalsekretär.

Bas war als Arbeits- und Sozialministerin unter anderem für die Rentenreform zuständig - ein zentrales Vorhaben der Koalition./jbz/DP/men



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