DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Verpackungsspezialist Gerresheimer ist verhalten in das Jahr gestartet und setzt nun auf eine stärkere zweite Jahreshälfte. Vorläufigen Berechnungen zufolge setzte das Unternehmen im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Februar) zwar 524 Millionen Euro um, nach 519 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen ging jedoch von zuvor 81 auf 66 Millionen Euro zurück, wie Gerresheimer am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Im zweiten Halbjahr sollen nun auch die bereits besiegelten Verkäufe von Centor und Primary Packaging Plastics Besserung bringen - diese sind in den Quartalszahlen noch enthalten. Die Aktie legte am Vormittag zuletzt knapp 5 Prozent zu.
Für dich zusammengefasst:
Gerresheimer setzte im Q1 524 Millionen Euro um.
Das bereinigte Ergebnis fiel von 81 auf 66 Millionen Euro.
Der Konzern weist einen Verlust von fast 319 Millionen Euro aus.
Gerresheimer legt die Quartalsbilanz mit Verspätung vor. Das Unternehmen hatte die Veröffentlichung verschoben, nachdem Untersuchungen der Bafin Fehler in der Bilanzierung zutage gefördert hatten. Die Düsseldorfer mussten daraufhin Jahresabschlüsse korrigieren und verschärften ihre Bilanzierungs- und Kontrollprozesse. Auch kam es zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze und zu Verkäufen von Unternehmensteilen. Erst zu Wochenbeginn wurde zudem bekannt, dass auch der Ende 2025 eingesetzte Interimschef Uwe Röhrhoff vorzeitig seinen Posten niederlegt.
Im April flog die Aktie aus dem SDax, weil der Konzern seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2024/25 nicht rechtzeitig vorlegen konnte. Dieser ist inzwischen veröffentlicht, wobei Gerresheimer angesichts hoher Wertberichtigungen einen Konzernverlust von fast 319 Millionen Euro auswies. Angesichts einer deutlichen Kurserholung werden Gerresheimer sogar wieder Chancen auf eine baldige Rückkehr in den SDax eingeräumt./tav/err/stk
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