- SAP-Aktie verlor über fünf Prozent am Dienstag.
- IBM meldete enttäuschende vorläufige Geschäftszahlen.
- Die gesamte Branche erlebte Verkaufsdruck aufgrund der Zahlen.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Markus Weingran Die zarte Erholung der SAP-Aktie ist vorerst beendet. Das Papier verlor am Dienstag mehr als fünf Prozent. Auslöser waren enttäuschende vorläufige Geschäftszahlen von IBM und zurückhaltende Aussagen von Konzernchef Arvind Krishna. Für SAP-Anleger ist jedoch vor allem entscheidend, was hinter der Schwäche des US-Konkurrenten steckt.
IBM berichtete, dass Kunden ihre Investitionen zum Ende des Quartals deutlich verschoben hätten. Statt Geld für Software und IT-Dienstleistungen auszugeben, hätten viele Unternehmen verstärkt Server, Speichersysteme und Arbeitsspeicher gekauft. Grund waren erwartete Preiserhöhungen und Engpässe bei der Infrastruktur.
"In den letzten Juniwochen konnten wir beobachten, dass Kunden ihre vierteljährlichen Investitionen verstärkt auf den Kauf von Servern, Speichersystemen und Arbeitsspeicher verlagerten, um sich angesichts erwarteter Preiserhöhungen noch rechtzeitig mit der knappen Infrastruktur einzudecken", erklärte Krishna. "Diese Entwicklung wirkte sich auf das Kaufverhalten der Kunden aus."
Genau diese Aussagen belasten SAP. Die Walldorfer sind darauf angewiesen, dass Unternehmen ihre Ausgaben für Cloud-Software, Datenanalyse und digitale Geschäftsprozesse weiter erhöhen. Werden Budgets kurzfristig zugunsten teurer Hardware umgeschichtet, könnten sich neue Software-Projekte verzögern. Das würde auch das Wachstum von SAP (SAP Aktie) bremsen.
Hinzu kommt die Sorge, dass die schwachen IBM-Zahlen kein Einzelfall sind. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar und verfehlte die Konsensschätzung von 17,86 Milliarden US-Dollar um knapp vier Prozent. Anleger fürchten nun, dass die Unternehmen bei ihren IT-Ausgaben insgesamt vorsichtiger werden.
Der Verkaufsdruck erfasste deshalb die gesamte Branche. Nemetschek verlor mehr als vier Prozent. Capgemini gab fünf Prozent nach. Accenture brach um acht Prozent ein, ServiceNow verlor 6,7 Prozent und Microsoft 3,3 Prozent.
Für SAP kommt der Rückschlag zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Aktie hatte zuletzt erste Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt. Der IBM-Schock stellt diese Erholung nun infrage. Entscheidend wird sein, ob die Zurückhaltung der Kunden nur eine kurzfristige Verschiebung der Budgets ist oder ob Unternehmen ihre Software-Ausgaben dauerhaft reduzieren.
Redaktion Ariva/MW
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