- Henriette Held und Luis Bobga wurden wiedergewählt.
- Held erhielt 86,29% und Bobga 73,20% der Stimmen.
- Beide sind 24 Jahre alt und leiten die Grüne Jugend.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Bobga: Kürzungen kosten Menschenleben
Bobga warf der Bundesregierung vor, den vorzeitigen Tod von Menschen zu verursachen. "Es braucht eine Sprache, die benennt, dass Friedrich Merz die Verantwortung dafür trägt, dass Menschen viel schlechter leben und früher sterben werden, wenn Arbeitszeit flexibilisiert wird", sagte er.
Wenn Familienministerin Karin Prien (CDU) die Förderung für Projekte aus dem Programm "Demokratie leben" kürze, bedeute das weniger Geld für Rechtsextremismusprävention "und ein höheres Risiko, dass mich irgendwann mal ein Nazi totschlägt", sagte Bobga, dessen Vater aus Kamerun stammt. "All diese Kürzungen führen zu ein und demselben Ergebnis: Sie töten Menschen." Wut sei nötig um aufzubegehren.
Auf Nachfrage räumte Bobga ein, als Jugendlicher kurzfristig FDP-Mitglied gewesen zu sein. Er sprach von einer Jugendsünde. "Ich war drei Monate lang Mitglied, und das hat gereicht." Die Partei habe ihn damals im Bundestagswahlkampf mit dem Thema Bildung erreicht.
Held stellt Forderungen an eigene Partei
Held beklagte, die Regierung tue zu wenig gegen den Klimawandel. "Wir brauchen keinen Kanzler, der uns erklärt, wie Demokratie funktioniert. Einen Kanzler, der vom Osten ungefähr so wenig versteht wie Männer von einem Uterus", erklärte sie.
Held sprach von Merz als "fucking Bundeskanzler". Von den Grünen verlangte sie: "Die Partei muss auch endlich checken, dass sie nicht an der Seite einer CDU stehen kann, die Rechtsextremisten zur Macht verhilft" - vermutlich in Anspielung auf die Lage in Sachsen-Anhalt.
Schlechteres Ergebnis als bei erster Wahl
Beide Bundessprecher, wie die Vorsitzenden bei der Grünen Jugend heißen, sind 24 Jahre alt. Sie stehen seit einem Jahr an der Spitze der Grünen-Nachwuchsorganisation und konnten ihre Amtszeit nun um ein weiteres Jahr verlängern. Beide wurden mit einem schlechteren Ergebnis gewählt als vor einem Jahr. Damals hatte Held 93,6 Prozent der Stimmen erhalten, Bobga 76,2 Prozent.
Held studiert in Greifswald Klima- und Umweltrecht. Bobga war mehrere Jahre Stadtrat in Emsdetten und hat für die Grünen in Nordrhein-Westfalen gearbeitet.
Kritik an der Mutterpartei
Die Grüne Jugend vertritt innerhalb der Grünen sehr linke Positionen. "Kapitalismus ist scheiße", sagte eine Rednerin. Zwei Mitglieder aus Berlin brachten ihren Unmut über Grünen-Politiker zum Ausdruck, die sich in die Gespräche zur Bildung einer möglichen rot-rot-grünen Koalition in Berlin eingemischt hatten.
Moritz Wiechern sagte: "Ich bin sehr wütend auf unsere Bundespartei." An den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) gewandt, fragte er: "Kannst du dich bitte einfach mal zurückhalten?" Von Grünen-Chef Felix Banaszak verlangte er, einen Gang zurückzuschalten. "Lass uns doch einfach mal machen!" Özdemir und Banaszak hatten die Linken in Berlin kritisiert, die sich mit Vorwürfen von Antisemitismus und Verbindungen zur Clankriminalität auseinandersetzen müssen.
Bei ihrem Treffen in Leipzig verabschiedete der Jugendverband auch eine Oststrategie unter dem Titel "Entschlossen im Osten, Solidarisch im Westen". Da dem Jugendverband in den ostdeutschen Bundesländern Mitglieder, Geld und Personal fehlten, sollen Partnerschaften mit Gruppierungen aus dem Westen helfen, Lücken zu schließen./hrz/DP/zb
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